Rainer Nikowitz: Die Rentnergang
Österreich

Rainer Nikowitz: Die Rentnergang

Ein Beserlpark irgendwo in Österreich. Zwei Pensionisten sitzen auf einem Bankerl und füttern Tauben.

Pröll: Und? Was treibst so?
Pühringer: Siechst eh.
Pröll: Des is alles?
Pühringer: Machst du leicht mehr?
Pröll: I bin no total aktiv. Erst heit Vormittag hab i den Bundesparteiobmann angruafen.
Pühringer: Echt? Und?
Pröll: Er hat net abghoben.
Pühringer: Siechst, drum tua i ma des gar net erscht an. I schreib Mails.
Pröll: Und?
Pühringer: Kumman olle ois unzustellbar zruck.
Pröll: Des hätt a si früher amoi trauen sollen, der Falott.
Pühringer: Was hättst denn überhaupt wollen?
Pröll: An Minister. Oder zwa.
Pühringer: Sprechen?
Pröll: Neu besetzen.
Pühringer: Aha. Hättst mi oba ruhig vorher fragen können.
Pröll: Warum? Du bist ja niemand mehr.
Pühringer: Willkommen im Club.
Pröll: Nanana. Bei mir is des anders.
Pühringer: Eh. Drum heben s’ ja a glei nach dem erschten Klingeln ab.
Pröll: Des misch i eana scho no beim nächsten Parteivorstand.
Pühringer: Du bist nimmer im Parteivorstand.
Pröll: I hätt mir denkt, i nominier mi söba per Akklamation ois Konsulent.
Pühringer: Warum du und i net? Nanana, da stimm i dagegen.
Pröll: Du hast ka Stimmrecht mehr.
Pühringer: Dann … bin i halt die außerparteiliche Opposition.
Pröll: Was is nur worden aus uns.
Pühringer: Ja. A so ein Schas heast.
Pröll: Jetzt gib halt her so a Taubenfutter.
Pühringer: Da. Schau amoi, de ane Tauben durt rechts außen hat die gleichen Augenring wia da Strache. Spannend, oder?
Pröll: Total. Wennst jetzt an Strolz a no findst, wird des glaub i z’vü für meine Nerven.

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