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05/06/2019

Rainer Nikowitz: Die größteste!

Mit der Steuerreform macht die Regierung vor allem jener Gruppe von Bürgern ein Geschenk, die sie am meisten liebt: sich selbst.

von Rainer Nikowitz

Kurz: Wie geht der Superlativ von „größte“? Löger: „Größte“ is doch schon der Superlativ. Blümel: Des war amoi. Bevor Österreich die besteste Regierung aller Zeiten gekriegt hat. Kurz: Ah ja, klar. „Größteste“ muss des heißen! Löger: Was eigentlich? Kurz: No, unser Steuerreform. Löger: Aber … des stimmt do weder grammatikalisch no sachlich.

Blümel: Was die Grammatik betrifft, hamma dem Koalitionspartner sowieso versprochen, dass ma’s damit nimmer so genau nehmen. Weißt eh, sonst fühlen sa si glei wieder ausgegrenzt. Kurz: Und des mit dem sachlich hab i jetzt net ghört. Löger: Wenn’s doch aber stimmt? Blümel: Glei werma dir den Mund mit der Message-Control-Seife auswaschen, heast! Löger: Außerdem wird’s erst 2022 richtig wirksam. Kurz: Jo! Super, oder? Bis dahin hamma urviel Zeit, uns selber dafür zu loben! Löger: Und wir verdienen bis dahin mit der kalten Progression alles, was ma den Leuten nachher großherzig zruckgeben. Blümel: Geld macht glücklich, wenn ma rechtzeitig drauf schaut, dass ma’s hat, wenn ma’s braucht!

Löger: Und … kann es sein, dass 2022 die nächste Wahl is? Blümel: Ah ja! Kurz: Zufälle gibt’s! Löger: I kann mit diese Marketing-Spielereien nix anfangen. I bin halt a nüchterner Rechner. Kurz: Und i vielleicht net? Ich rechne mir sehr genau aus, wie si für mi wieder a Mehrheit ausgeht. Blümel: Und um nix anderes geht’s ja schließlich. Löger: Findst wirklich? Kurz: Ich verbitte mir solche dümmstesten Fragen!