Rainer Nikowitz: Seite an Seite
Österreich

Rainer Nikowitz: Seite an Seite

Die Regierung hat der SPÖ also mit dem 12-Stunden-Tag endlich eine Flanke geöffnet. Jetzt sind Steherqualitäten gefragt.

Strache: Mist. Demos. Vielleicht Streiks. So war des net geplant.
Kurz: Doch. Ganz genau so.
Strache: Aber net von uns!
Kurz: Scho mei Oma hat gwusst, dass ma das Kleingedruckte auch liest.
Strache: Die FPÖ is doch ka Partei, die den kleinen Mann zwölf Stunden täglich an die Werkbank zwingt!
Kurz: Wer redet denn von täglich! In Saudi-Arabien wird auch nicht jeden Freitag geköpft.
Strache: Findest du des witzig?
Kurz: Ma hat mir gsagt, ich soll manchmal spontaner sein.
Strache: Bleib bei den Soundfiles von früher. Wie bringen wir des jetzt in Ordnung?
Kurz: Wir bringen es ja in Ordnung. Genau deswegen regen si die Roten ja auf.
Strache: Viele Rote san aber jetzt Blaue!
Kurz: Schwarze Wähler trifft des genauso.
Strache: Wo? Am Amt der niederösterreichischen Landesregierung? Huh.
Kurz: Willst du uns Klientelpolitik unterstellen?
Strache: Is der Papst katholisch?
Kurz: Da bin i mir bei dem jetzigen gar net so sicher.
Strache: Aber was, wenn die wirklich streiken? Des kömma gar net brauchen.
Kurz: Mei Vorbild is die Thatcher. Die hat die Bergarbeiterstreiks a ausgsessen. Nur mit ihrer Handtaschen neben ihr.
Strache: Du vergleichst mi mit ana Handtaschen?
Kurz: War Kroko.
Strache: Wenn wir des jetzt durchziehen, dann is aber nachher wieder unser Klientel dran.
Kurz: Ihr habt’s ja eh scho de Raucher kriegt.
Strache: Des san aber weniger. Und jedes Jahr sterben no zehn Prozent.
Kurz: Weißt was? I leg no die Raser drauf.
Strache: I hab gwusst, du knickst ein!

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