Rainer Nikowitz: Teamspieler
Österreich

Rainer Nikowitz: Teamspieler

Zwei Wochen vor der Burgenland-Wahl befindet sich Hans Peter Doskozil im Intensiv-Wahlkampf gegen seinen härtesten Gegner: die eigene Partei.

profil: Herr Landeshauptmann, in jüngsten Interviews kritisieren Sie wieder einmal Ihre eigene Bundespartei. Sie sei „schwach“.
Doskozil: Kommt sie Ihnen stark vor?
profil: Nein, aber ich bin auch kein roter Spitzenpolitiker.
Doskozil: Ich auch nicht mehr lang, wenn die Leute den Verdacht haben sollten, dass ich zum Team Rendi gehöre.

profil: Aber dabei haben Sie sich doch vor noch gar nicht so langer Zeit gegen Rendis Demontage ausgesprochen. Wollen Sie jetzt doch lieber selber übernehmen?
Doskozil: Kann ich offen sprechen?
profil: Machen Sie denn sonst aus Ihrem Herzen eine Mördergrube?
Doskozil: Jetzt sind’s wieder fünf Jahre bis zur nächsten Nationalratswahl. Also ist die Pam für die nächsten drei, vier Jahre oder so die Idealbesetzung – weil jetzt isses auch schon wurscht. Außerdem hab ich dann immer wen, an dem ich mich abputzen kann.

profil: Und dann hätten Sie auch ausreichend lang den Landeshauptmann
gegeben und könnten übernehmen.
Doskozil: Ach, mir geht es doch dabei nicht um mich!
profil: Es geschehen noch Zeichen und Wunder!

Doskozil: Wobei, eines ist klar: Wenn ich jetzt schon Chef der Bundespartei wäre, dann hätten nicht die Grünen die Blauen in der Regierung ersetzt. Sondern wir.
profil: Angesichts mancher Wortmeldungen von Ihnen wäre das dann also quasi Schwarz-Blau II geworden.
Doskozil: Was der Kurz kann, kann ich auch.
profil: Und was sollte Rendi-Wagner Ihrer Meinung nach jetzt tun?
Doskozil: Blöde Frage. Nix!