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01/21/2019

Rainer Nikowitz: Der Wirtshausraufer

Der niederösterreichische Landesrat Gottfried Waldhäusl durchbricht selbst innerhalb der FPÖ sämtliche Schranken nach unten. Muss man auch erst zusammenbringen.

von Rainer Nikowitz

profil: Herr Waldhäusl, Sie möchten jetzt also gern die Volksanwaltschaft abschaffen, weil die es gewagt hat, Sie zu kritisieren. Waldhäusl: Falotten, elendige! Weg mit dem Gsindel! profil: Und sonst geht’s Ihnen gut? Waldhäusl: Naa! profil: Davon bin ich zwar eh ausgegangen, aber Ihre Ehrlichkeit verblüfft mich dann doch. Waldhäusl: Wie kann’s an verantwortungsvollen Politiker wie mir guat gehen, wenn an dauernd Prügel vor de Fiaß ghaut wern? profil: Vor allem in Form von Gesetzen – an die Sie sich auch noch halten sollen. Waldhäusl: Genau. So kann i net arbeiten!

profil: Man kann sich ungefähr vorstellen, wie Leute Ihres Schlages arbeiten würden, wenn man sie ließe, wie sie wollten. Waldhäusl: I sag nur: Es war net ollas schlecht! profil: Wenn man bedenkt, dass Sie diesen Job nur deshalb haben, weil der Herr Landbauer für Landeshauptfrau Mikl-Leitner nach der Liederbuchaffäre zu radikal schien … Waldhäusl: Da siecht ma wieder amoi, dass der Spruch „Es kummt nix Besseres nach“ net stimmt, wenn’s um de FPÖ geht.

profil: Wahrlich. Dieses unerschöpfliche Reservoir an … erstaunlichen Persönlichkeiten. Aber sagen Sie: Was machen wir mit dem FPÖ-Volksanwalt? Das ist ein gut dotierter Job. Der Herr Fichtenbauer würde ihn sicher ungern verlieren. Waldhäusl: Na ja … Ana könnt ja vielleicht bleiben. profil: Vielleicht werden Sie’s ja einmal selber. Waldhäusl: Wie viel? profil: Na also! So redet ein echter Blauer.