Ein Sommer wie damals
Wirtschaft

Ein Sommer wie damals

Das Sommerloch existiert nicht mehr.

Es gab eine Zeit, da schoben Büromenschen im Sommer noch die ruhige Kugel, selbst wenn sie nicht gerade auf Urlaub weilten. Da lief kein Telefon heiß, weil sowieso wenige Leute zu erreichen waren. Da war die kreativste Aktivität des Arbeitstages die Planung jener Projekte, mit deren Anlaufen ab September gerechnet wurde. Frühestens. Doch das Sommerloch gibt es nicht mehr. Was das subjektive Empfinden bereits erahnen ließ, bestätigt nun eine aktuelle Umfrage des Job-Portals karriere.at: Für knapp mehr als die Hälfte der Befragten unterscheidet sich die Arbeitsbelastung im Sommer nicht von jener während des restlichen Jahres. Darüber hinaus fühlt sich fast ein Viertel gar stärker gestresst als sonst. Die Ursache ist die Mehrarbeit aufgrund urlaubsbedingter Abwesenheiten von Kollegen - bei häufig ohnehin schlanker Personalbesetzung. Lediglich 16 Prozent der befragten Arbeitnehmer können heutzutage noch ein klassisches Sommerloch mit geringer Arbeitsbelastung genießen. Einen Sommer wie damals, quasi.

Etwas stressfreier haben es wenigstens die Chefs. Die Antworten von Unternehmensvertretern wurden bei der karriere.at-Umfrage gesondert erhoben. Unter ihnen geben immerhin 40 Prozent an, dass es im Sommer ruhiger sei als sonst. 31 Prozent stellen keinen Unterschied zum restlichen Jahr fest; für 16 Prozent ist es stressiger.

Nicht nur in Bezug auf die Flut politischer Nachrichten hat sich der Sommer also dem restlichen Jahr angepasst, sondern auch im Büroalltag. Wobei: Hin und wieder ist es dann doch wieder wie früher. Dann schreibt man Artikel über das Sommerloch. So wie den, den Sie gerade lesen.

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