Feuerwehrmänner beim Versuch, die großflächigen Waldbrände in Portugal in den Griff zu bekommen

Feuerwehrmänner beim Versuch, die großflächigen Waldbrände in Portugal in den Griff zu bekommen

Wissenschaft

Wie falsche Forstpolitik zu Waldbränden führt

Die verheerenden Waldbrände in Portugal haben nicht nur mit Trockenheit und Hitze zu tun.

Vordergründig sind die Umstände der Katastrophe eindeutig: anhaltende Hitze bei 40 Grad Celsius und mehr, extreme Trockenheit, heftige Fallwinde, ein Trockengewitter, das gleichsam für den Zündfunken sorgte. Das Zusammenwirken dieser Faktoren gilt als Ursache für die verheerenden Waldbrände in Portugal. Eine Analyse des deutschen Fachmagazins "Spektrum der Wissenschaft" führt jedoch zusätzlich eine grob verfehlte Forstpolitik ins Treffen, die über Jahrzehnte die Grundlage für das Ausmaß des aktuellen Infernos geschaffen habe. Einst dominierten in Portugal und Teilen Spaniens Bäume wie Korkeichen, die evolutionär an heiße, trockene Sommer und sogar an Feuer angepasst waren. Eine besonders ausgeprägte Rinde bietet zum Beispiel sogar einen gewissen Brandschutz. Doch seit den 1970er-Jahren wurden aus ökonomischen Motiven großflächig Eukalyptusbäume gepflanzt. Diese jedoch entziehen dem Boden hohe Mengen an Grundwasser und hinterlassen wüstenähnliche Flächen. Lose Rinden und Harze in den Pflanzen dienen zudem buchstäblich als Zunder - und der Eukalyptus quasi als perfekte Fackel. In Anbetracht der zunehmend heißen Sommer im Zuge der Klimaerwärmung müsse dringend gegengesteuert werden, weil sonst künftig vermehrt mit solchen Dramen zu rechnen sei.

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