Landtagswahlen in Niederösterreich: Pröll hält absolute Mehrheit

Landtagswahlen in Niederösterreich: Pröll hält absolute Mehrheit

Die ÖVP hat bei der niederösterreichischen Landtagswahl am Sonntag ihre absolute Mehrheit verteidigt.

Die ganz auf Erwin Pröll ausgerichtete Volkspartei hat zwar rund dreieinhalb Prozentpunkte verloren, aber mit 50,8 Prozent den "5er" halten können. Bei der SPÖ werden nach neuerlichen Verlusten auf den historischen Tiefststand von 21,6 Prozent Konsequenzen beraten. Eine Überraschung lieferte Frank Stronach , der auf Anhieb Platz drei erreichte. Leichte Verluste musste die FPÖ hinnehmen, die Grünen schafften ein kleines Plus.

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+++ Herbert Lackner über die Wahl: Ein altersmilder Erwin Pröll? +++

Die ÖVP verteidigte laut letzter Hochrechnung mit 50,8 Prozent (-3,6) und 30 Mandaten (-1) die absolute Mehrheit. Die SPÖ kam auf 21,6 Prozent (-3,9) und 13 Sitze im neuen Landtag (-2). Auf Platz drei schaffte es Frank Stronach bei seinem ersten Antreten mit 9,8 Prozent und fünf Mandaten. Die FPÖ hielt sich mit 8,2 Prozent (-2,3) nur knapp vor den Grünen mit 8,0 Prozent (+1,1). Beide Parteien verfügen nun über vier Mandate (FPÖ -2, Grüne +/-0). In der Landesregierung hält die ÖVP weiterhin sechs Sitze und die SPÖ zwei. Ein Sitz wandert von der FPÖ zum Team Stronach.

In der ÖVP war am Sonntag ob dieses Ergebnisses Jubelstimmung angesagt. In Zeiten wie diesen die absolute Mehrheit - zum dritten Mal hintereinander - zu halten sei einzigartig, freute sich Pröll. Im Match alle gegen einen seien alle acht Mitbewerber gescheitert. Bundespartei-Chef Michael Spindelegger sah im NÖ-Ergebnis schon eine "Steilvorlage" fürs weitere Wahljahr. Auch Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (V) sprach von einer "guten Grundlage" für die Nationalratswahl.

Lange Gesichter gab es hingegen bei der SPÖ in St. Pölten. Landesparteiobmann Sepp Leitner nannte die Verluste ein "unerfreuliches Ergebnis", das er auf den Zweikampf zwischen Pröll und Stronach zurückführte, bei dem die SPÖ mit ihren Themen nicht durchgedrungen sei. Leitner kündigte an, dass die SPÖ am Montag in den Parteigremien über mögliche Konsequenzen beraten werde. Auch persönliche Konsequenzen schloss er dabei nicht aus. Bundeskanzler und SP-Chef Werner Faymann deutete ebenfalls eine Neuaufstellung der niederösterreichischen Landespartei an. "Ich bin überzeugt, dass meine Freunde in Niederösterreich stark genug sind, sich gut aufzustellen." Und die stellvertretende Landesparteichefin Gariele Heinisch-Hosek sagte auf die Frage, ob sie Landesparteichefin werden könnte: "Das schließe ich heute aus. Ich bin und bleibe Frauenministerin."

Frank Stronach , der eigentliche Wahlsieger, blieb dem Rummel in St. Pölten fern und feierte auch nicht mit seinen Freunden. Nach Angaben aus seiner Partei sah er sich zu Hause in Oberwaltersdorf in aller Stille die Fernsehberichte an. Der Listenzweite Ernest Gabmann jun. zeigte sich "überglücklich". Er soll nun auch den Landesrat-Posten für das Team Stronach übernehmen. Die Abgeordnete Elisabeth Kaufmann-Bruckberger will vom Nationalrat als Klubobfrau in den Landtag wechseln.

FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache gestand für seine Landespartei kein "Optimalergebnis" ein. Dennoch sei es aber das "viertbeste" in Niederösterreich. "Es ist traurig für Niederösterreich, dass es nicht gelungen ist, die absolute Mehrheit der ÖVP zu brechen", meinte Strache. Landesobfrau Barbara Rosenkranz bezeichnete die Verluste der FPÖ als "schmerzlich". Die Spitzenkandidatin gestand auch ein, dass die Wahlziele nicht erreicht worden seien. Sie kündigte an, "mit der Landesgruppe die Lage und das Ergebnis diskutieren" zu wollen.

Die Bundessprecherin der Grünen, Eva Glawischnig, hat die geringen Zugewinne der Grünen verteidigt. "Wir haben heute unser bisher bestes Ergebnis in Niederösterreich erzielt." Spitzenkandidatin Madeleine Petrovic zeigte sich "sehr froh" darüber, dass die Grünen in der "männlichen Duellsituation" im Wahlkampf zwischen Pröll und Stronach nicht aufgerieben worden sein. Dass die Grünen sogar zulegen konnten, "grenzt da schon fast an ein Wunder", meinte sie.

Mandatsverteilung im Landtag
ÖVP 30, SPÖ 13, Stronach 5, FPÖ 4, Grünen 4

Sitze in der Landesregierung
ÖVP bleibt bei sechs Sitzen, die SPÖ bei zwei, Team Stronach übernimmt einen Sitz von der FPÖ

(APA/red.)