Interview

Verbund-Chef Strugl: „Preise sinken wohl länger nicht auf Vorkrisenniveau“

Michael Strugl erklärt im profil-Interview, wieso Strom noch immer so teuer ist, wer die Energiewende zahlt und wohin die Krisengewinne wandern.

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Herr Strugl, laut E-Control zahlen wir derzeit durchschnittlich 20,91 Cent netto pro Kilowattstunde Strom. Das ist etwas mehr als vor einem Jahr, da waren es 16,8 Cent, und viel mehr als vor der Energiekrise. Wieso zahlen wir für Strom noch immer so viel?
Michael Strugl
Die Strompreise sind 2022 im Zuge der Gasversorgungskrise gestiegen. Der Zusammenhang zwischen Strom und Gas ist hinreichend bekannt. Österreichische Haushaltskunden haben diese Steigerungen mit Verzögerung und nicht im gesamten Ausmaß weitergereicht bekommen. In diesem Jahr sind die Preise auf den Großhandelsmärkten wieder gesunken und die Versorger haben begonnen, jetzt Preise zu senken. Aber das passiert ebenso zeitverzögert. Wir haben das kürzlich auch vom Energieberater e.venture untersuchen lassen und auch die Regulierungsbehörde E-Control hat uns bescheinigt, dass die Preisbewegung und Tarifbildung plausibel waren.
Marina  Delcheva

Marina Delcheva

leitet das Wirtschafts-Ressort. Davor war sie bei der "Wiener Zeitung".