„Grenzen nur in unseren Köpfen“

Astronaut Alvin Drew über seine Reisen ins All: „Grenzen nur in den Köpfen“

Interview. Astronaut Alvin Drew über seine Reisen ins All

Drucken

Schriftgröße

Interview: Alfred Bankhamer

profil: Vor fast 45 Jahren, am 21. Juli 1969, setzte Neil Armstrong den ersten Schritt auf den Mond. Rund 500 Millionen Menschen waren via Fernsehen live dabei. Ihr erstes Weltraumabenteuer, eine Reise zur International Space Station ISS, begann am 8. August 2007. Was haben Sie vom Weltraum aus zuerst gesehen: die Erde, den Mond oder gar das nächste Ziel der bemannten Raumfahrt, den Mars?
Alvin Drew: Es war die Erde. Die Spaceshuttles flogen nach dem Start typischerweise mit dem Bauch zum Weltall gerichtet. Aus dem kleinen „Moonroof“-Fenster über der Kabine konnte ich die Wüsten Mexikos erkennen.

profil: Wie fühlt es sich an, die Erde vom Weltall aus zu sehen?
Drew: Es ist überwältigend. Man wird sich hier schnell der eigenen Bedeutungslosigkeit bewusst. Beim Blick auf die Erde zeigt sich besonders, wie dünn die Atmosphäre ist, die alles Leben vor der lebensfeindlichen Umgebung des Alls schützt.

profil: Kamen beim ersten Blick auf den Mond Kindheitserinnerungen an die erste Mondlandung hoch?
Drew: Ja, sicherlich. Die Apollo-11-Mission war ein riesengroßes Ereignis in meiner Kindheit. Ich saß damals, Sommer 1969, am Boden des Wohnzimmers und starrte gespannt auf den Fernseher. Da war mir längst klar, dass ich Astronaut werden wollte.

profil: Sie waren gerade einmal sechs Jahre alt. Was hielten Sie damals von diesem „großen Schritt der Menschheit“?
Drew: Zuerst einmal waren meine Vorhersagen falsch. Eine Lehrerin hatte uns im Oktober 1968 eingeladen, den Apollo-7-Start (den ersten US-Weltraumflug, der eine Crew in die untere Erdumlaufbahn brachte, Anm.) anzusehen und erklärte, dass die Astronauten bald zum Mond fliegen wollen. Ich fand das völlig verrückt und bestand darauf, dass die Menschen nie am Mond landen werden.

profil: Ihre Lehrerin hatte aber Recht.
Drew: Ja, und weil ich mir dachte, dass so eine Mondlandung Spaß macht, fragte ich gleich meinen Vater, wie viel es kosten würde, wenn ich zum Mond fliegen möchte. Er sagte, wenn du ein Astronaut bist, zahlst du nichts. Da war mir klar, dass ich Astronaut werden möchte.

profil: Was hat sich in der bemannten Raumfahrt seit der ersten Mondlandung geändert?
Drew: Vor allem unsere Risikotoleranz. In den 1960er-Jahren ging man von einer 50:50-Chance aus, dass die Crew erfolgreich zum Mond und wieder heil zurückkommt. Präsident Richard Nixon hatte die Reden für das Scheitern der Mission schon vorbereitet. Damals sah man Verluste anders, auch wegen der Erlebnisse aus dem Zweiten Weltkrieg wie dem D-Day. Heute wäre eine so risikoreiche Mondmission undenkbar.

profil: Der nächste große Schritt zur bemannten Erforschung des Weltalls soll der Mars sein. Hier gibt es schon einige Initiativen, die sicher nicht alle glücken werden. Mars One, eine private Organisation, will am schnellsten zum Mars. Und zwar schon ab 2024 mit 24 Leuten ohne Rückkehrticket. Kürzlich wurden dazu 705 Leute unter 200.000 Bewerbern ausgesucht, die sich nun im harten Astronauten-Training und auf einer nachgebauten Marsstation für die Endauswahl beweisen sollen. Das Ganze wird durch eine Reality-TV-Show begleitet. Was halten Sie davon?
Drew: In unseren NASA-Studien geht es auch um die Frage, wie und wann wir zum Mars fliegen können. Was sich hier zeigt, ist, dass nur rund alle zwei Jahre die Planeten so gereiht sind, dass wir nahe genug sind, um Sonden zum Mars schicken zu können. Für ein großes Raumschiff gibt es aber nur rund alle 15 bis 17 Jahre ein günstiges Zeitfenster, um relativ schnell und mit geringem Energiebedarf zum Mars zu gelangen. Die Zeit um 2025 ist für einen Start wirklich ziemlich schlecht.

profil: Die Sache ist also nicht realistisch?
Drew: Wenn es nicht einen wirklichen sehr großen Durchbruch bei der Antriebstechnologie gibt, bietet sich die nächste gute Möglichkeit um 2033.

profil: In letzter Zeit sorgte vor allem der NASA-Rover Curiosity für Aufsehen, der im August 2012 auf dem Mars gelandet ist und die Oberfläche genau untersucht, auch auf Spuren von Leben. Im November 2014 wird die Raumsonde Naven aufbrechen, um von der Umlaufbahn aus die Atmosphäre zu untersuchen und dem Rätsel nachzugehen, wie aus dem einst lebensfreundlichen Mars mit Wasser ein Wüstenplanet geworden ist. Was gibt es sonst Neues vom Roten Planeten?
Drew: Zur ersten Erkundung landeten schon in den 1970er-Jahren Viking-Sonden auf dem Mars. Sie hatten großartige Sensoren an Bord, konnten aber nur den Boden direkt am Landeplatz untersuchen. Wirklich mobil, wenn auch nur so groß wie eine Schuhschachtel, war der erste Rover von der Mars-Pathfinder-Mission 1997. Dann schickten wir immer größere, ausgereiftere und schwerere Sonden wie zuletzt Curiosity. Die große Frage ist nun, wie wir ein Raumschiff sicher auf dem Mars landen und auch wieder starten können. Das ist nicht trivial und eine große Herausforderung für die Ingenieure.
Zugleich lernen wir aktuell einiges über die Geologie des Mars. Das ist große Wissenschaft.

profil: Welche konkreten Vorbereitungen für einen bemannten Marsflug wurden bereits getroffen?
Drew: In der Space Station werden die Auswirkungen längerer Aufenthalte im All erforscht. Die längste Zeit durchgehend im All war bislang ein russischer Astronaut mit über 400 Tagen. Um zum Mars zu gelangen, sind mit den aktuellen Technologien acht bis neun Monate Flug notwendig. Dann muss auch noch die Landung auf dem Mars überstanden werden, und die Menschen müssen sich nach der Schwerelosigkeit wieder an die Anziehungskraft des Mars gewöhnen, um sich bei Erkundungen keine Knochen zu brechen oder die Orientierung zu verlieren. Die Frage ist, wie wir ein funktionierendes Leben auf dem Mars ermöglichen können. Zugleich suchen wir für die Kommunikation zwischen Erde und Mars neue Lösungen. Der Mars ist im Maximum rund 20 Lichtminuten von der Erde entfernt. Wir können also keine Echtzeitkommunikation haben. Das ist ein Problem. Von Houston, Tokio oder München benötigt die Kommunikationszeit bis zu 40 Minuten. Wenn Rat von Experten auf der Erde benötigt wird, ist das eine lange Zeit.

profil: Eines der größten Programme war das Constellation Program der NASA aus dem Jahr 2004, das vorsah, dass in mehreren Schritten das neu entwickelte Raumschiff Orion Menschen zum Mars und wieder zurück zur Erde bringt. Wie so oft in der Raumfahrt wurde das Programm aus Budgetgründen gestoppt. Was wird nun aus dem Raumschiff Orion, in das schon viel investiert wurde?
Drew: Orion soll weiterhin als Mannschaftsraumschiff zur Unterstützung interplanetarer Flüge und Missionsflüge zum Mond, zu Asteroiden und letztlich zum Mars dienen. Wenn man interplanetare Flüge jenseits des Mondes machen will, benötigt man ein Schiff, das dich zum interplanetaren Raumschiff befördert. Dazu eignet sich Orion gut. Das neue Space Launch System der NASA wiederum soll dazu dienen, schwere Lasten, auch bemannte Raumkapseln, zu erdnahen Destinationen wie Asteroiden, den Mond oder den Mars zu bringen.

profil: Wird die Marsmission direkt von der Erde aus starten? Es gab ja auch Pläne, als Vorstufe zuerst auf dem Mond eine Basis zu errichten.
Drew: Ich gehe von einer direkten Mission aus. Man muss bedenken, was notwendig ist, um eine Marsmission durchzuführen. Unsere aktuell geplante Mission Anfang der 2030er-Jahre dauert rund 30 Monate. Um der Crew auf dem Mars eine sichere Behausung bieten zu können, sind zuvor zum Bau einer internationalen Marsstation zahlreiche Raumschifftransporte erforderlich. Wir sprechen hier von einer Konstruktion, die so groß wie unsere seit 1998 aufgebaute International Space Station ist.

profil: Bei einer Marsreise spielen ja auch psychologische Faktoren eine wichtige Rolle. Die Astronauten sind lange sehr beengt unterwegs. Zugleich muss viel Proviant, Treibstoff und Material mitgenommen werden.
Drew: Das sind viele wichtige Punkte, zu denen es zahlreiche Forschungsprojekte gibt. Bei einer Marsreise geht es nicht nur um eine kleine Kapsel, die ein paar Tage zum Mond fliegt.

profil: Seit der letzten Mondlandung beschränkt sich die bemannte Raumfahrt auf die erdnahe Umlaufbahn. Das nächste Ziel soll nicht der Mond, sondern ein Asteroid sein?
Drew: Ja, seit Dezember 1972 waren wir nicht mehr außerhalb der unteren Erdumlaufbahn. Und jene Leute, die dies erlebt haben, sind längst in Pension. Wir brauchen wieder wirkliche Weltraumerfahrung für Flüge in den Weltraum und zum Mars.

profil: Wann, glauben Sie, werden wirklich die ersten Menschen den Mars betreten? In den 2030er-Jahren?
Drew: Wir sind schon auf einem guten Weg dazu. Seit ungefähr 2000 laufen spezielle Programme in der International Space Station, und Sonden liefern wichtige Informationen zum Mars. Der nächste Schritt ist das Space Launch System SLS, eine neue starke Trägerrakete für Flüge in die Tiefen des Weltalls, die 2017 oder 2018 einsatzbereit sein wird. Die neue Raketengeneration ist ein wichtiger Schritt, um Raumschiffe zum Mars bringen zu können. Sie ermöglicht Nutzlasten von über 100 Tonnen. In den 2020er-Jahren sollten wir dann schaffen, was wir im Gemini-Programm in den 1960er-Jahren für die Mission zum Mond erreicht haben. Wir werden die Technologien verbessern und sie bei Ausflügen zu Asteroiden rund um den Mond testen, um in den 2030er-Jahren den Mars zu betreten.

profil: Ein Problem ist die große Strahlenbelastung im All. Wie können Astronauten davor geschützt werden?
Drew: Die Weltraumstrahlung wird sicher die größte Herausforderung. Alles andere können wir vergleichsweise einfach lösen. Bleischilde wären nicht nur viel zu schwer, sondern würden auch keinen Schutz vor der hochenergetischen galaktischen kosmischen Strahlung bieten. Anders als solare Strahlung, die etwa durch Sonnenstürme verursacht wird, fällt diese konstant an, wenn man sich außerhalb des Magnetfelds der Erde bewegt. An künstlichen Magnetfeldern wird auch gearbeitet.

profil: Welche neuen Projekte gibt es sonst für den bemannten Raumflug?
Drew: Sehr interessant ist sicher der VSIMR-Antrieb (Variable Specific Impulse Magnetoplasma Rocket), ein Plasmaantrieb. Diese Technologie ermöglicht deutlich höhere Reisegeschwindigkeiten. Die Planetenabstände spielen dann keine große Rolle mehr. Die Hin- und Rückreise zum Mars würde mit dem Plasmaantrieb nur 90 Tage dauern.

profil: Es hängt also sehr viel vom Antriebskonzept ab?
Drew: Wir haben mit den chemischen Antriebssystemen, die Wasserstoff verbrennen, schon so viel wie möglich erreicht. Mehr kann man mit Verbrennungsmaschinen nicht erzielen. Für interplanetare Flüge benötigt man leichtere, effizientere elektrische Antriebssysteme wie die schon in Satelliten im Einsatz befindlichen Ionenantriebe, die sich aber derzeit nur für sehr leichte Sonden eignen.

profil: Wie lebt es sich im Weltall? Sie selbst waren zwei Mal – in Summe über 612 Stunden – auf der International Space Station. Ein Mal mit einem Flug im Jahr 2007 und mit dem letzten Spaceshuttleflug 2011.
Drew: Es ist aufregend, faszinierend und fantastisch, bringt aber auch eigene Herausforderungen mit sich. Das Leben in geringer Schwerkraft ist wunderbar, aber der Mensch ist daran nicht gewöhnt. Das erste, was passiert, ist, dass der Orientierungssinn und das Gleichgewichtsgefühl schwinden. Die Bewegungskontrolle funktioniert nur über die Augen. Bei längeren Aufenthalten kommt es zu Muskel- und Knochenschwund. Wir müssen erst besser verstehen, wie uns die Gewichtslosigkeit beeinflusst, oder müssen bei längeren Reisen für künstliche Schwerkraft sorgen. Astronauten, die sechs Monate oder länger im All waren, benötigen nach der Landung auf der Erde spezielle Programme. Für jeden Tag im All tut ein Tag Training auf der Erde not, um sich wieder vollständig an die Schwerkraft zu gewöhnen.

profil: Wie fühlt man sich bei einem Weltallspaziergang?
Drew: Spektakulär. Es war aber auch eine hektische Erfahrung. Ich hatte sechseinhalb Stunden, um acht Stunden Arbeit zu erledigen. Als ich die Schleuse verließ, konnte ich den ganzen Regenwald des Amazonas mit seinen vielen Flüssen sehen.

profil: Möchten Sie zum Mars fliegen?
Drew: Ich würde es lieben, zum Mars zu fliegen. Aber nur, wenn es ein Rückkehrticket gibt.

profil: Derzeit sorgen die Krise in der Ukraine und der neue Konflikt mit Russland für Aufregung. Was bedeutet dies für die Weltraumprogramme?
Drew: Trotz des Bruchs innerhalb der Nationen hat bislang niemand etwas zur Zukunft der Partnerschaften in der International Space Station verlautet. Mich erinnert dies sehr an jene Tage in den 1970er-Jahren während des Apollo-Soyus-Testprogrammes. Mitten im Kalten Krieg dockten im Juli 1975 im All ein Apollo- und sowjetisches Soyus-Raumschiff an. Das war die erste international bemannte Weltraummission. Hier haben sich beide Staaten bemüht, Partner zu sein.

profil: Zugleich hat gerade der Kalte Krieg diesen Wettlauf zur Eroberung des Weltraums initiiert und riesige Investitionen für Weltraummissionen ermöglicht. Mittlerweile gibt es viele internationale Kooperationsprojekte wie die International Space Station. Könnte es nun wieder mehr in Richtung Wettbewerb zwischen den Staaten gehen?
Drew: Meiner persönlichen Meinung nach nicht. Internationale Kooperationen sind der einzige Weg, um die hohen Kosten der Weltraumprojekte zu bewältigen. Mittlerweile können sehr viele Staaten mit ihren zahlreichen Entwicklungen zu den Weltraumprogrammen beitragen. Hier hat nur Kooperation Sinn.

profil: Wann haben Sie sich wirklich entschieden, Astronaut zu werden?
Drew: Ich hatte schon mit vier Jahren den Wunsch, Pilot zu werden. Mit fünfeinhalb Jahren wollte ich dann erstmals auch Astronaut werden. Mit sieben fragte ich meinen Vater, wie das geht. Er sagte, dass viele Astronauten zuerst Testpiloten waren.

profil: Als Weg bot sich die Karriere über die Luftwaffe an. Sie begannen als Helikopterpilot.
Drew: Das war ein Weg, um ein Astronaut zu werden. Das Fliegen gefiel mir sehr, deshalb blieb ich lange dabei.

profil: War es als Afroamerikaner schwierig, in ein Astronautenausbildungsprogramm zu kommen?
Drew: Hier zählte glücklicherweise nur die Qualifikation. Niemand im Astronautenprogramm interessierte sich für meine Hautfarbe.

profil: Sie waren zuvor Hubschrauberpilot in der US-Luftwaffe. Was können Sie aus dieser Zeit berichten?
Drew: Zuerst bin ich Rettungs- und Bergungseinsätze geflogen und später für das Airforce Special Operations Command. Auch hier waren meine Aufgaben hauptsächlich Bergungseinsätze in Kampfgebieten. Meist ging es darum, Teams, die in Probleme geraten waren, zu befreien und heimzubringen. Es war sehr befriedigend, zu sehen, wie diese Soldaten eine zweite Chance im Leben bekamen und ihre Familien wiedersehen konnten.

profil: In einem Interview haben sie gesagt, dass diese Erfahrung sogar wichtiger war als die Reise ins Weltall?
Drew: Ja, die Weltraumausflüge haben sicher Spaß gemacht. Aber die größere Erfüllung in meiner Karriere war die Bergung von Menschen aus Kampfgebieten.

profil: Was halten Sie vom Weltraumtourismus?
Drew: Das wird sicher ein Geschäftsfeld. Wenn man in die Erdumlaufbahn fliegt, ist das aber sehr teuer, und nach rund zwei Stunden leidet man einige Zeit an Raumkrankheit, was kein Vergnügen ist. Ich glaube, dass Angebote wie von Virgin Galatic, die Kunden 20 oder 25 Minuten in den Weltraum fliegen wollen, ein guter Einstieg wären. Bei einem Ausflug von einem oder eineinhalb Tagen sind die physischen Anstrengungen sehr groß. Und 25 Millionen Dollar für ein Weltraumerlebnis auf der ISS zu bezahlen, bei dem es den meisten Menschen eineinhalb Tage schlecht geht, ist jedenfalls ein teures Vergnügen.

profil: Ändert sich im Weltall das Denken über die weltlichen Probleme?
Drew: Ja, das Erste, was man erkennt, wenn man auf die Erde blickt, ist, dass unsere Hersteller von Karten sehr gut sind. Die Erde sieht aus wie Karten ohne Beschriftungen. Wenn man versucht, die Grenzen der europäischen Staaten zu finden, muss man sich plagen.

profil: Von oben betrachtet verschwinden die Grenzen?
Drew: Man sieht sie nicht. Wir haben die Grenzen nur in unseren Köpfen gemacht. Wir kämpfen um Grenzen, die physisch nicht existieren, auch wenn sie manchmal sehr wichtig sind, wenn ein Land seine Ressourcen verteidigen will. Wenn die Menschen von heute auf morgen verschwinden würden, könnte niemand die Grenzen rekonstruieren.

Infobox

Die Problem-Mission
Vor 44 Jahren, am 11. April 1970, startete die Mission Apollo 13 – und stand von Anbeginn unter keinem guten Stern. Wegen starker Vibrationen schaltete das mittlere Triebwerk der zweiten Stufe zu früh aus. Die anderen Triebwerke konnten die Rakete aber wieder auf Kurs bringen. Wirklich schlimm wurde es 55 Stunden und 54 Minuten nach dem Start. „Houston, we’ve had a problem!“, lautete der berühmte Funkspruch der Crew in 300.000 Kilometern Höhe über der Erde, nachdem knapp zuvor einer der beiden Sauerstofftanks explodiert und auch noch das Leitungssystem des anderen Tanks beschädigt worden war. Von der geplanten Mondlandung konnte keine Rede mehr sein – es ging nur noch darum, die Crew zu retten. Mit großer Anstrengung schafften es die Crew und die Zentrale in Houston, das Raumschiff im Wege einer Umkreisung des Mondes wieder sicher zur Erde zu manövrieren. Immerhin konnte damit ein neuer Rekord aufgestellt werden: Apollo 13 entfernte sich am weitesten von der Erde.

Zur Person
Alvin Benjamin Drew, 51, geboren in Washington, D.C., studierte an der United States Air Force Academy in Colorado Springs Raumfahrttechnik und Physik. Später schloss er ein Master-Studium für Luft- und Raumfahrttechnik an der Embry-Riddle Aeronautical University in Florida und einen Master of Strategic Studies in Political Science an der United States Air Force Academy ab. 1984 meldete sich Drew bei der U. S. Air Force für eine Helikopterpilotenausbildung. Es folgten zahlreiche Rettungs- und Kampfeinsätze in Panama, im Persischen Golf und im Nordirak. Im Jahr 2000 begann Drew seine Tätigkeit bei der NASA. Nach zweijährigem Astronautentraining arbeitete er im Bereich Raumstationsbetrieb. 2007 wurde Drew mit dem Raumflug STS-118 zur International Space Station geschickt. Der zweite Flug erfolgte mit dem letzten Spaceshuttle-Einsatz STS 133 im Jahr 2011. In Summe bringt Drew es auf 612 Stunden im Weltall. 2009 folgte ein Intermezzo als Director of Operations im Gagarin Cosmonaut Training Center in Russland. Derzeit arbeitet er als NASA-Verbindungsmann für das Air Force Space Command.