<i><small>Cyberama von Thomas Vašek</small></i>
Only the fittest

<i><small>Cyberama von Thomas Vašek</small></i>
Only the fittest

Wie Google, Apple & Co. unsere Gesundheit kontrollieren wollen.

Haben Sie gut geschlafen? Wie ist Ihr Stresslevel? Und sind Ihre Blutzuckerwerte in Ordnung? Um Ihren aktuellen Gesundheitszustand zu erfahren, müssen Sie in Zukunft nur auf Ihrem Handy nachschauen. Bereits heute gibt es hunderte Apps, die mit Hilfe von Sensoren Körperdaten wie Kalorienverbrauch, Schrittzahl, Puls oder Blutdruck erfassen. Nun arbeiten die großen Netzkonzerne an Plattformen, die alle diese Anwendungen miteinander verknüpfen. Die Überwachung des eigenen Körpers könnte damit zum Massenphänomen werden. So wird im neuen Apple-Mobilbetriebssystem iOS 8 die Anwendung „Health Kit“ vorinstalliert sein, die nicht nur selbst Gesundheitsdaten erfasst, sondern auch auf andere einschlägige Anwendungen zugreift. Google hat mit „Google Fit“ kürzlich eine ähnliche Plattform vorgestellt, das einschlägige Angebot von Samsung heißt Sami. Die neuen Plattformen sollen dem Nutzer ein umfassendes, aktuelles Profil seiner körperlichen Fitness liefern. Das wird den Umgang mit der ­Gesundheit in unserer Gesellschaft womöglich ­radikal verändern. Zum einen könnten „Health Kit“ & Co. Millionen Menschen dazu motivieren, gesundheitsbewusster zu leben. Zum anderen bieten die neuen Dienste aber auch Möglichkeiten, das Gesundheitsverhalten und damit den Lebensstil von Menschen zu kontrollieren. Die Grenzen zwischen Selbst- und Fremdüberwachung sind fließend. So könnten Versicherungen und Krankenkassen von ihren Mitgliedern verlangen, ihre Gesundheitsdaten regelmäßig aufzuzeichnen; die Beitragshöhe könnte dann an das Verhalten des Versicherten geknüpft sein: Wer laut „Google Fit“ mehr als eine Million Schritte pro Jahr geht, muss dann vielleicht weniger bezahlen – und umgekehrt. Das Gesundheitsverhalten eines Menschen wird damit zum berechenbaren Datenstrom, der durch Algorithmen überwacht und gesteuert werden kann. Ist das eine „gesunde“ Entwicklung?

Wie denken Sie darüber?

thomas.vasek@profil.at