IS schickt immer mehr Kinder in den Kampf

Kinder in einem Flüchtlingscamp im Sinjar-Gebirge im Irak.

Kinder in einem Flüchtlingscamp im Sinjar-Gebirge im Irak.

Todesmeldungen von 89 Kindern und Jugendlichen wurden analysiert, die meisten waren zwischen 12 und 16 Jahre alt.

"Der Islamische Staat mobilisiert Kinder und Jugendliche zunehmend", so die Analyse der US-amerikanischen Georgia State Universität.
89 Todesmeldungen von Kindern und Jugendlichen wurden von der Terrororganisation in den vergangenen 13 Monaten via Twitter und dem Kurzmitteilungsdienst Telegram verbreitet. Die Kinder wurden von der IS-Propaganda für ihre Taten als Märtyrer gelobt. Forscher analysierten die Meldungen nach Gesichtspunkten wie geschätztes Alter, Herkunft und Todesursache.

60 Prozent der minderjährigen Kämpfer waren zwischen 12 und 16 Jahre alt. Rund ein Drittel stammte aus Syrien, aber auch Briten, Australier und Franzosen waren darunter. Ein Großteil starb bei Kämpfen im Irak und in Syrien.

Im Jänner 2016 wurden drei Mal so viele Selbstmordattentate durch Kinder und Jugendliche registriert wie im vergangenen Jahr. Sie wurden meist als Fahrer für sprengstoffbeladene Fahrzeuge eingesetzt (sh. Grafik). 33 Prozent der Toten waren einfache Kämpfer.

Überrascht hat die Autoren vor allem die Selbstverständlichkeit, mit der Kinder und Jugendliche vom IS eingesetzt werden: "Der IS hat die Mobilisierung von Kindern so massiv vertreten, dass es mehr auf eine ernsthafte strategische Überlegung als eine kurzfristige Propagandamaßnahme hindeutet." Die Kinder kämpfen Seite an Seite mit älteren Kämpfern bei verschiedensten Einsätzen: "Sie erfahren keine besondere Behandlung (...) ihr Alter ist Nebensache."