Die Aufwärtsspirale

Die Aufwärtsspirale

Kriege, Terror, Armut, Hunger, Flüchtlingsdramen: Schlechte Nachrichten hatten auch 2017 Hochkonjunktur. Aber ist die Lage wirklich so dramatisch? Robert Treichler über die beste Welt aller Zeiten.

Große Fragen können sehr einfach anmuten. Etwa diese: Wird die Welt besser oder schlechter? "Beides zugleich", wäre eine jedenfalls korrekte, in Wahrheit aber ausweichende Antwort, denn der entscheidende Punkt ist: Kann man sagen, dass sich unsere Welt insgesamt eindeutig in eine wünschenswerte Richtung entwickelt, oder ist das Gegenteil der Fall?

Es wäre nicht überraschend, wenn Sie eher der Meinung zuneigen, die Welt verändere sich zum Schlechten. Niemand will als naiver, tendenziell hirnloser Optimist dastehen, der nicht mitgekriegt hat, was alles im Argen liegt. Und davon gibt es allerhand: den anhaltenden Krieg in Syrien, Terroranschläge in westlichen Großstädten, die Krise des Kapitalismus, Hunger in Afrika, ertrinkende Flüchtlinge im Mittelmeer, die Schere zwischen Armen und Reichen Wer da noch behauptet, eine positive Tendenz zu sehen, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, es sich in einer Art Biedermeier-Eskapismus gemütlich gemacht zu haben. Empörung über den Weltenlauf erscheint höchst angebracht.

Die Frontstellung zwischen Pessimisten und Optimisten ist uralt und wurde im 18. Jahrhundert exemplarisch von zwei Philosophen ausgefochten: Der deutsche Aufklärer Gottfried Wilhelm Leibniz erdachte das Modell einer von Gott etablierten Harmonie, in der Gutes wie Böses enthalten ist, insgesamt jedoch die Möglichkeit zum Erreichen der "besten aller Welten". Sein französischer Widersacher Voltaire schrieb daraufhin den satirischen Roman "Candide", in dem die Hauptfigur durch eine Serie von Katastrophen, Schlechtigkeiten und Miseren stapft und dabei in irrwitziger Verblendung dennoch immer die beste aller Welten zu erkennen glaubt.

Voltaire hat Leibniz missverstanden, wohl absichtlich, denn Leibniz hatte nie gemeint, die Welt habe einen paradiesischen Zustand erreicht und sei frei von Leid. Doch die Verhöhnung des vermeintlich Blauäugigen saß, und "Candide" wurde trotz der Zensurversuche der Kirche ein sensationeller Erfolg. Für die Leserschaft des 18. Jahrhunderts war allein das desaströse Erdbeben von Lissabon im Jahr 1755 Beweis genug für die Tragik der menschlichen Existenz.


Es sind nicht Naturkatastrophen, die Menschen im Jahr 2017 zu einem negativen Urteil über die Lebensumstände gelangen lassen, sondern die Ökonomie

Und heute? Es sind nicht Naturkatastrophen, die Menschen im Jahr 2017 zu einem negativen Urteil über die Lebensumstände gelangen lassen, sondern die Ökonomie: Armut, Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und die politischen Folgen der wirtschaftlichen Misere.

Viele beklagen die triste Lage der Weltwirtschaft. Die internationale Bewegung Attac malt ein besonders düsteres Bild: Das Versprechen der Globalisierung - "Wohlstand für alle" - habe sich nicht erfüllt. Die Kluft zwischen Arm und Reich werde "immer größer, sowohl innerhalb der Gesellschaften als auch zwischen Nord und Süd". Als Konsequenz daraus drohe "eine Abwärtsspirale der Zerstörung und der Entdemokratisierung".

Der prominente Schweizer Globalisierungskritiker Jean Ziegler sieht im derzeitigen Wirtschaftssystem eine "kannibalische Weltordnung". Multinationale Konzerne würden sich bereichern, während in der südlichen Hemisphäre "die Leichenberge" anwüchsen.

Verlierer sowohl in den armen Ländern als auch in den Industrieländern also.

Die harsche Kritik an der Globalisierung ist kein Vorrecht der Linken. Auch weit rechts stehende Parteien wie etwa der französische Front National kommen zu einem ähnlichen Ergebnis. Die "ungezähmte Globalisierung" führe zu einer "Verarmung der mittleren und unteren Schichten", sagte Marine Le Pen, die unterlegene Präsidentschaftskandidatin des Front National, während der weit links stehende (und ebenfalls unterlegene) Kandidat Jean-Luc Mélenchon aus demselben Grund eine "Gefahr für unsere Zivilisation" befürchtete.

Macron, Le Pen

Macron, Le Pen

Sieht die Weltbevölkerung ebenso schwarz? Das US-Meinungsforschungsinstitut Pew Research Center fragte im Frühjahr 2017 in einer Großumfrage 43.000 Menschen in 38 Staaten, ob das Leben in ihrem Land heute besser oder schlechter sei als vor 50 Jahren. Das Gesamtergebnis fiel leicht positiv aus: 43 Prozent der weltweit Befragten meinten, das Leben heute sei besser, 38 Prozent gaben an, es sei schlechter als vor 50 Jahren. Interessant sind die Daten aus einzelnen Ländern: In Indien zum Beispiel sind 69 Prozent der Ansicht, die Situation habe sich verbessert. In Frankreich hingegen meinen dies nur 33 Prozent.

In Indien hat sich das Bruttosozialprodukt pro Kopf seit den 1960er-Jahren versechsfacht. Man kann einwenden, dass diese Zahl die Ungleichheit im Land nicht berücksichtigt und in Wahrheit nur wenige von dem enormen Wachstum profitieren. Bloß, wären dann so viele Inder mit der Entwicklung in ihrem Land zufrieden? Wohl kaum.

Indien und China gelten nicht zufällig als große Gewinner der Globalisierung. Aber auch andere internationale Daten zeigen, dass sich vieles zum Besseren gewendet hat: Lebten im Jahr 1820 weltweit 84 Prozent der Menschen in extremer Armut, und waren es 1990 immerhin noch 35 Prozent, so fiel dieser Wert 2015 erstmals unter zehn Prozent.

Gleichzeitig sank die Kindersterblichkeit. 1990 starben rund 35.000 Kinder pro Tag, 2016 waren es rund 15.000. Immer noch eine schrecklich hohe Zahl, doch die Behauptung von den "wachsenden Leichenbergen" ist nachweislich falsch.

Auch die Alphabetisierungsrate hat eine ähnlich positive Entwicklung erfahren. Sie liegt heute bei 86 Prozent. 1950 konnten nur 36 Prozent lesen und schreiben.

Würde ein Außerirdischer seit Anbeginn der Menschheit die Erde und die dort herrschenden Zustände betrachten , käme er unweigerlich zu dem Schluss, dass der Homo sapiens jetzt, zum ersten Mal seit seiner Entstehung vor rund 200.000 Jahren, erkannt hat, wie er das Schicksal seiner Art nachhaltig verbessern kann.


Die objektiv messbaren Verbesserungen weltweit ändern offenbar nichts daran, dass sich in den Industrieländern die Meinung verfestigt, das kapitalistische System sei insgesamt schädlich.

Die objektiv messbaren Verbesserungen weltweit ändern offenbar nichts daran, dass sich in den Industrieländern die Meinung verfestigt, das kapitalistische System sei insgesamt schädlich. Das liege an der Ungleichheit, die bei uns rapide zunehme, lautet die übliche Erklärung dafür.

Wenn also die positiven Effekte in anderen Erdteilen überwiegen, fällen wir in den reichen Ländern aufgrund eigener Nachteile ein negatives Urteil? Und wie valide ist dieses?

Mit der Ungleichheit und auch mit der Armutsgefahr hat der Unmut tatsächlich zu tun, allerdings auf eine komplexe Weise. Die französische Tageszeitung "Le Monde" veröffentlichte im Jahr 2016 eine Umfrage, wonach acht von zehn Befragten der Meinung sind, die Ungleichheit der Einkommen sei in den vergangenen fünf Jahren gestiegen. Tatsächlich war der Wert in den fraglichen Jahren erst unwesentlich von 4,2 auf 4,0 gefallen, danach etwas stärker auf 4,5 gestiegen und schließlich bei 4,3, also sehr nahe dem Ausgangswert, angekommen. (Der Wert beschreibt, mit welchem Faktor man die Einkommen der untersten 20 Prozent multiplizieren muss, um auf das Einkommen der obersten 20 Prozent zu kommen.)

Ähnlich verhält es sich mit der Armut. 33 Prozent der Franzosen wähnen sich von Armut bedroht. Die Armutsrate jedoch stieg in den Krisenjahren von 8,0 auf 8,5 Prozent und fällt in diesem Jahr wahrscheinlich auf knapp unter acht Prozent.


Es sieht sind also nicht unbedingt die Ungleichheit und die Armut, die Missmut hervorrufen, sondern vielmehr der Eindruck, diese Phänomene seien viel weiter verbreitet, als es der Wahrheit entspricht.

Es sieht sind also nicht unbedingt die Ungleichheit und die Armut, die Missmut hervorrufen, sondern vielmehr der Eindruck, diese Phänomene seien viel weiter verbreitet, als es der Wahrheit entspricht.

Das soll nicht heißen, dass die Zunahme der Ungleichheit in den Industriestaaten überall eine Illusion sei. Doch Europa bleibt trotz Reallohnverlusten in den vergangenen Jahren der am wenigsten ungleiche Kontinent. In den USA hingegen erfuhr die Einkommensgruppe der Bestverdiener (die obersten zehn Prozent) in den Jahren von 1978 bis 2015 (laut Zahlen der Europäischen Zentralbank) einen realen Zuwachs von 115 Prozent, während die untersten 50 Prozent der Einkommensbezieher im selben Zeitraum real ein Prozent einbüßten. Da öffnet sich tatsächlich auf dramatische Weise eine Schere. Zum Vergleich: Im Hochsteuerland Frankreich gewannen die obersten zehn Prozent der Einkommensbezieher 44 Prozent dazu, bei den untersten 50 Prozent waren es 39 Prozent.

Die Entwicklung in den USA erklärt den Unmut der Unter- und auch der Mittelschicht, der den Wahlsieg von US-Präsident Donald Trump ermöglichte. Derselbe Unmut beförderte auch den Aufstieg von Marine Le Pen in Frankreich, ohne dass das zugrunde liegende Phänomen der explodierenden Ungleichheit dort auch nur annähernd im selben Ausmaß existiert.

Schlechte Nachrichten überwinden Grenzen und kümmern sich dabei wenig um die lokale Faktenlage. Ein weiteres Phänomen beeinflusst unsere Sicht auf die Welt: die großartige Entwicklung der Medien. Seit von fast jedem Vorfall in noch so abgelegenen Winkeln der Erde (Handy-)Videos gemacht werden, die umgehend in den sozialen Netzwerken landen, ist das Wissen über Missstände viel größer geworden. Bilder von afrikanischen Migranten, die in Libyen als Sklaven versteigert werden, sorgten vergangenen November für einen Sturm der Entrüstung. Noch vor zehn Jahren erfuhr man über das Schicksal von afrikanischen Migranten, solange sie ihren Kontinent nicht verlassen hatten, so gut wie nichts. Der Fortschritt, über dieses Wissen zu verfügen, ist von großem Wert. Daraus den Schluss zu ziehen, dass das Schlechte zugenommen hätte, ist allerdings falsch.

Missstände werden gern als Grundlage für Zukunftsprognosen herangezogen. Steigende Arbeitslosigkeit, schwaches oder negatives Wirtschaftswachstum und sinkender Konsum - allesamt Krisenphänomene der vergangenen Jahre - werden zum Zweck der eindringlicheren Darstellung gern in Spiralform interpretiert, was so viel bedeutet wie: Es geht unweigerlich und unumkehrbar so weiter.

Das ist jedoch kaum jemals der Fall. So erweist sich etwa 2017 als Wachstumsrekordjahr der Dekade. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erwartet heuer für den Euroraum ein Wachstum von 2,4 Prozent. Mit der Rückkehr des Wachstums fällt auch die Arbeitslosigkeit in Europa spürbar. Sogar in Griechenland ist der Wert im Jahresvergleich von 23,4 auf 20,6 Prozent gesunken.

Griechenland, das Zentrum aller Untergangsfantasien während der Euro-, Staatsschulden-und Bankenkrise ab 2010, ist ein hervorragendes Beispiel für die Endlichkeit der immerwährenden Abwärtsspirale. Es wird zwar nie Konsens darüber herzustellen sein, ob die Sparpolitik in Griechenland notwendig oder irrwitzig war, überraschend ist aber in jedem Fall die Beiläufigkeit, mit der gute Nachrichten aus Griechenland rezipiert werden. An einem Montagabend Mitte November trat Premierminister Alexis Tsipras unangekündigt vor die TV-Kameras und verkündete Erstaunliches: Der Primärüberschuss (der Saldo des Staatshaushalts ohne Berücksichtigung der Zinsen für die Schulden - ein Begriff, der auf dem Höhepunkt der Krise durchaus geläufig war) wird in diesem Jahr bisher unerreichte drei Prozent des BIP betragen, und deshalb werde die Regierung insgesamt 1,4 Milliarden Euro an rund drei Millionen Griechen auszahlen, die von der Rezession der vergangenen sieben Jahre am härtesten getroffen wurden.

Das waren mehrere gute Nachrichten auf einmal: 1. Griechenland erwirtschaftet einen deutlich höheren Überschuss als erwartet. 2. Ein Teil des Geldes kommt den Armen zugute. 3. Die Troika befürwortet diese Maßnahme.

Doch all das passt nicht ins vertraute Bild vom vermeintlich unaufhörlichen Niedergang Griechenlands und der Lust an der Bestrafung, den die Mitglieder der Troika dabei angeblich verspüren.


Auch wenn praktisch alle globalen makroökonomischen und sozialen Kurven nach oben weisen, bleiben vor allem in Afrika südlich der Sahara viele Nationen vom Fortschritt abgehängt.

Und doch gibt es auf der Welt natürlich Verlierer. Auch wenn praktisch alle globalen makroökonomischen und sozialen Kurven nach oben weisen, bleiben vor allem in Afrika südlich der Sahara viele Nationen vom Fortschritt abgehängt. Auch die Industriearbeiter, deren Fabriken aus den westlichen Staaten abgewandert sind, gehören zu den Benachteiligten. Das zeigt die mittlerweile berühmte grafische Darstellung des Ökonomen Branko Milanović, die sogenannte "Elefantengrafik". Sie bildet die weltweiten Einkommenszuwächse ab, wobei der Elefantenbuckel hinten nach unten zeigt und weiter vorne noch einmal, ehe der Rüssel steil nach oben zeigt. Das heißt: Ganz hinten, bei den sehr Armen, und weiter vorn, bei den - im weltweiten Vergleich - eher Wohlhabenderen, schwächelt der Aufstieg.

Die französischen Ökonomen Lucas Chancel und Thomas Piketty weisen in ihrem "Bericht über die weltweiten Ungleichheiten 2018" zudem nach, dass die Ungleichheit auch in den insgesamt erfolgreichen Schwellenländern stark zugenommen hat. Nur wird diese Ungleichheit von den Betroffenen offenbar nicht als so drückend empfunden, weil sie mit einem enormen Anstieg der eigenen Einkommen einhergeht.


Ist es Fatalismus, zu sagen, dass das System, bei dem weltweit - und gleichzeitig! - alle gewinnen, noch nicht erfunden wurde? Und ist es zynisch, die herrschenden Verhältnisse zu beklatschen?

Ist es Fatalismus, zu sagen, dass das System, bei dem weltweit - und gleichzeitig! - alle gewinnen, noch nicht erfunden wurde? Und ist es zynisch, die herrschenden Verhältnisse zu beklatschen?

Solange Menschen unter extremer Armut leiden und Kriege wüten, kann niemand zufrieden sein. Es ist auch verständlich, dass Aktivisten schlechte Nachrichten durch den Lautsprecher schicken und gute wegwischen, denn das facht die Motivation an, sich noch mehr anzustrengen . Wenn allerdings die Auswahl der Nachrichten dazu dient, ein System kaputtzureden, das die besten Ergebnisse aller Zeiten liefert, dann ist Unvernunft am Werk.

Die Angst, das herrschende kapitalistische System bringe überwiegend Zerstörung, Entdemokratisierung und Not über die Welt, sollte durch die objektiven Fakten vertrieben werden.

Die Mordraten sind auf einem historischen Tiefstand. Halt, nein: Medien meldeten Anfang Dezember, dass die weltweite Mordrate erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt wieder gestiegen sei. Korrekt, sie liegt somit 2016 um 0,04 Prozentpunkte höher als der historische Tiefstand.

Auch die Diskriminierungen nehmen ab. Auch wenn Hillary Clinton die Präsidentschaftswahl in den USA am Ende verloren hat - erstmals ging eine Frau für eine der beiden großen Parteien ins Rennen, und sie bekam mehr Stimmen als Donald Trump. Die Homoehe hat, wenige Jahrzehnte nach der Entkriminalisierung homosexueller Beziehungen, in der westlichen Welt mittlerweile fast überall - demnächst auch in Österreich - denselben rechtlichen Status wie die Ehe zwischen Mann und Frau. Und in den USA nimmt das Bewusstsein für Rassismus konstant zu: 58 Prozent sehen darin "ein großes Problem für die Gesellschaft".

Die Denkweise, positive Entwicklungen als solche zu erkennen, hat mittlerweile ein Label bekommen: "New Optimism". Leider ist der Begriff irreführend, und das ist kein lexikalisches Problem, sondern ein inhaltliches. Ein Optimist ist jemand, der Dinge von der jeweils besten Seite betrachtet und positive Erwartungen an die Zukunft hat. Tatsächlich aber besteht der Ansatz der Optimisten nicht darin, Prognosen abzugeben, sondern den aktuellen Zustand der Welt mit jenem in der - jüngeren und auch weiter zurückliegenden - Vergangenheit zu vergleichen. Aus dem Irrtum, das Ziel dieser Betrachtung seien Vorhersagen, entspringt auch die Kritik am "New Optimism": Er prognostiziere, dass sich alle positiven Trends in der Zukunft fortsetzten, und blende dabei aus, dass eine singuläre Katastrophe alles zunichte machen könnte. Oliver Burkeman, ein Kommentator des "Guardian", warnt etwa, dass der Rückgang der Gewalt auf der Welt zwar nachweisbar sei, dass jedoch "ein einziger zorniger Narziss, der im Besitz des Nuklear-Codes ist, ein globales Desaster" anrichten könnte. Das ist wahr. Allerdings hat das nichts damit zu tun, wie wir die herrschende Weltordnung betrachten und beurteilen.

Wenn es stimmt, dass das aktuelle System die meisten Parameter gesellschaftlichen Glücks positiv verändert hat - und vieles spricht dafür -, dann folgt daraus lediglich, dass die herrschende Ordnung besser ist als die vergangenen. Das ist nicht wenig. Das bedeutet nämlich, dass wir in der besten Welt aller Zeiten leben. Und es beweist, dass der Mensch die Möglichkeit hat, Glück und Unglück seiner Spezies wesentlich zu beeinflussen.