Chinas Kampf gegen die Religion: Verbrannte Bibeln und geschlossene Kirchen

Autokrat: Chinas Präsident Xi Jinping

Autokrat: Chinas Präsident Xi Jinping

Chinas Christen stehen unter Druck. Berichtet wird von drastischen Eingriffen in die Religionsfreiheit.

Mit gravierenden Eingriffen in die Religionsfreiheit versucht China momentan, den Einfluss des Christentums im Land zurückzudrängen. In Peking und mehreren Provinzen seien Kirchen geschlossen, Kreuze zerstört und Bibeln verbrannt worden, das berichteten mehrere Pastoren und die Gruppe "China Aid", die die Religionspolitik im Land beobachtet, der Nachrichtenagentur Associated Press.

Die offiziell atheistische Kommunistische Partei Chinas versucht so, den Einfluss der Religion im Land zurückzudrängen und ihren eigenen somit zu stärken. In China gibt es laut Schätzungen über 100 Millionen Christen. Seit 1982 ist die Religionsfreiheit in der chinesischen Verfassung verankert, Beobachter sehen in der Politik von Xi Jinping jedoch die dramatischste Unterdrückung des Christentums seit Langem. Einige Bewohner sollen dazu gezwungen worden sein, Dokumente zu unterschreiben, dass sie dem Glauben entsagen. Etwas, das zuletzt während Mao Tse-tungs brutaler Kulturrevolution vorkam.

In China dürfen Gläubige nur in offiziell registrierten Gemeinden von fünf Religionen - Buddhismus, Taoismus, Islam, Protestantismus und Katholizismus - beten. Viele "Untergrund-Kirchen" verweigern sich dieser Registrierung aber, was ihnen nun zum Verhängnis wird.

Auch online sollen "chaotische" Zustände beseitigt werden. Alle Organisationen, die religiöse Informationen verbreiten wollen, müssen sich künftig registrieren lassen. Die Verbreitung solcher Informationen auf Social Media soll ebenfalls nicht mehr möglich sein.

Nicht nur christliche Kirchen sind betroffen. China wird für seinen Umgang mit den überwiegend muslimischen Uiguren heftig kritisiert. Es wird davon ausgegangen, dass eine Million Uiguren und Angehörige anderer muslimischer Minderheiten in Camps festgehalten werden, wo sie dem Islam entsagen und der Kommunistischen Partei die Treue schwören müssen. Die Regierung gibt an, Extremismus eliminieren zu wollen, leugnet aber die Existenz der Camps.

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