Trump bei einer Pressekonferenz am vergangenen Mittwoch.
Trump bei einer Pressekonferenz am vergangenen Mittwoch.

© AFP

Jetzt wird's ernst
01/13/2017

Jetzt wird's ernst: Countdown zu Trumps Angelobung

Bald ist Trump US-Präsident. Seine Angelobung, sein Team und seine Pläne im Überblick.

von Ines Holzmüller

Trumps Angelobung

Trumps Angelobung wirkt bis jetzt wie die Geburtstagsparty des gemeinsten Kindes in der Klasse: Eigentlich will niemand hingehen, aber ihn ganz alleine feiern lassen, geht auch nicht.

In vielen Zügen wird Trumps Angelobung am Freitag verlaufen, wie alle anderen bisher. Was jedoch die Ausstattung mit musikalischen Stargästen betrifft, tut sich Trump schwer. Während er sich früher mit zahlreichen Stars und Künstlern umgab, will nach seinem Wahlkampf und dem anschließenden Sieg scheinbar niemand mehr mit ihm assoziiert werden.

Natürlich lassen Trump und sein Team das alles an sich abperlen: "Es ist kein Woodstock", rechtfertigte sich der Kommunikationschef des Angelobungskomitees. Trump legt nach: "Die sogenannten A-Promis wollen alle Tickets für die Angelobung, aber seht, was sie für Hillary getan haben, nichts."

Ob das stimmt, ist fraglich. Der Großteil der Community in Hollywood stellte sich im Wahlkampf hinter Hillary Clinton. So auch namhafte Künstler wie Cher, Beyoncé, Lady Gaga, Britney Spears, John Legend und Sting. Trump muss sich folglich mit einem mageren Line-up begnügen. Bis jetzt sind Auftritte eines Mormonenchors, einer College Marschkapelle, der Tanzgruppe "The Radio City Rockettes", sowie einer ehemaligen Teilnehmerin von "America's Got Talent" angekündigt. Vergangenen Freitag wurde bekannt gegeben, dass nun auch Country-Sänger Toby Keith bei der Angelobung singen wird, außerdem die Rockband 3 Doors Down.

Trumps Team

Die zentralen Posten in seinem Kabinett sind vergeben und eines ist schon jetzt klar: Trumps Team ist das reichste in der US-Geschichte. Viele verdienten ihre Millionen bei der Investmentbank "Goldman Sachs". Neben der Wall Street hat auch das Militär in dieser Regierung mehr Einfluss denn je. Trump berief mehrere ehemalige Generäle in sein Team, teilweise benötigte er dafür sogar eine Sondergenehmigung.

Chefstratege: Stephen Bannon Der Betreiber der rechtspopulistischen Webseite "Breitbart" gilt als Sprachrohr der rechtsextremen "Alt-right"-Bewegung. Ihr geht es um die Vorherrschaft der "weißen Rasse", vor allem des weißen Mannes.

Vizepräsident: Mike Pence Der zukünftige Vizepräsident beschreibt sich selbst als christlichen, konservativen Republikaner. Er ist ein knallharter Gegner der Homo-Ehe. Im Wahlkampf distanzierte er sich mehrmals von Donald Trumps Frauenbild.

Außenminister: Rex Tillerson Der ehemalige Chef des Ölkonzerns "ExxonMobil" hat enge Verbindungen zu Russland. Wladimir Putin verlieh ihm bereits einen Freundschaftsorden.

Verteidigungsminister: James Mattis Mattis, auch "Mad Dog" genannt, ist ein erfahrener General der Marineinfanterie und äußerte sich schon öfters kontrovers. Bekannter Sager: "Es macht Spaß, auf manche Leute zu schießen." Er will politischen Gegnern der USA härter begegnen.

Finanzminister: Steven Mnuchin Mnuchin arbeitete 17 Jahre bei "Goldman Sachs", bevor er für die Finanzen des Trump-Teams im Wahlkampf zuständig war.

Nationaler Sicherheitsberater: Michael Flynn Der Demokrat und ehemalige General gilt als islamkritisch.

Justizminister: Jeff Sessions Der extrem konservative Republikaner ist gegen Abtreibung und Einwanderung, aufgrund seiner rassistischen Aussagen wurde ihm 1986 die Berufung zum Bundesrichter verwehrt.

Heimatschutzminister: John Kelly Der Ex-General gilt als "Falke der Grenzsicherung" und diente 40 Jahre lang bei den Marines.

Gesundheitsminister: Tom Price Mit Price übernimmt ein scharfer Kritiker des Krankenversicherungssystems "Obamacare" das Ministerium. Price war viele Jahre als orthopädischer Chirurg tätig.

Energieminister: Rick Perry Perry übernimmt ein Ministerium, für dessen Auflösung er sich einst aussprach. Perry ist Abtreibungsgegner und hält Homosexualität für einen "Modetrend".

Trumps Pläne

Die Rücknahme von Obamacare, der Bau einer Mauer zu Mexiko, die Ausweisung straffälliger illegaler Immigranten, sowie der Austritt aus dem Nordamerikanischen Freihandelsabkommen (NAFTA) stehen ganz oben auf Trumps Liste. In seinen ersten Wochen als Präsident wird er sich aber wohl auf Vorhaben konzentrieren, die ohne Zustimmung des Kongresses umzusetzen sind: Rückzug aus den Verhandlungen zu TPP (Handelsabkommen "Transpazifische Partnerschaft"), das Kippen von Umweltvorgaben der Obama-Regierung, neue Regelungen gegen Lobbying, das Überprüfen von Arbeitsvisa und die Schaffung einer besseren Abwehr gegen Cyberattacken.

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