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#USA2020
11/03/2020

Joe Biden: Kann dieser Mann Amerika retten?

Joe Biden, Präsidentschaftskandidat der Demokraten, hat viele Schwächen: Er verplappert sich regelmäßig. Er neigt zu politischen Fehltritten. Mit 77 gehört er nicht gerade der Generation Zukunft an. Und er hat auch keine klare Botschaft. Warum er trotzdem der Richtige ist, um Donald Trump abzulösen.

von Robert Treichler

Joey, ein kleiner Junge, war in seiner Nachbarschaft in Scranton, Pennsylvania, bekannt dafür, dass er sich was traute und jedes Risiko einging, wenn ihn jemand herausforderte. Einmal wettete sein Freund Charlie fünf Dollar, dass niemand es wagen würde, den schwarzen Berg von Lösche hochzulaufen, der neben einer der Kohleminen aufragte, denen Scranton lange Zeit seinen Wohlstand verdankte. Die Lösche brannte an vielen Stellen, und an anderen wiederum bestand der Hügel aus Asche, die Hohlräume verdeckte, sodass man darin versinken konnte. Zwei Jungs probierten es, Tommy und Joey. Tommy kehrte bei den ersten hochlodernden Flammen um, aber Joey rannte weiter, bis er ganz oben stand.

 


Ein anderes Mal bestand die Mutprobe darin, sich unter einem langsam fahrenden Müllwagen durchzuschlängeln, ein lebensgefährliches Unterfangen, und wieder war es der kleine Joey, der sich die fünf Dollar holen wollte, die er am Ende nicht kriegte, aber dafür bekam er die Anerkennung der anderen, und die war ihm viel wichtiger.

 


Solche Geschichten werden über Männer erzählt, die etwas Großes anstreben. Sie sollen belegen, dass in ihnen von Anfang an etwas schlummerte, das sie von allen anderen unterschied und sie zu Höherem befähigte: Mut, Risikofreudigkeit, Entschlossenheit.

Joey ist heute ein alter Mann, und fast sieben Jahrzehnte nach seinen kindlichen Heldentaten muss er beweisen, dass er tatsächlich in der Lage ist, etwas Außerordentliches zu leisten: Er soll Amerika retten, vielleicht sogar die ganze Welt. Joey ist Joe Biden.

Im Alter von 77 Jahren würde er weder den Berg von Lösche hinauflaufen noch unter einem fahrenden Lastwagen durchhuschen können, aber er hat inzwischen so viele Dinge gemacht, dass es keiner kindlichen Heldentaten oder ähnlicher Legenden bedarf, um den Mann beurteilen und zumindest annäherungsweise die Frage beantworten können: Ist Joe Biden der Richtige, um die USA retten?

 


Joseph Robinette Biden, Junior, Sohn des Geschäftsmanns Joseph Robinette Biden, Senior und der Hausfrau Jean Biden, geborene Finnegan, zeichneten schon sehr früh vor allem zwei Talente aus: Er konnte, nachdem er sein anfängliches Stottern überwunden hatte, Menschen mit seinen Reden fesseln; und er glaubte ganz fest daran, dass er das, was er sich vorgenommen hatte, auch tatsächlich schaffen würde.

Der Mythos des politischen Haudegens Joe Biden, der das Unmögliche schaffen kann, entstand 1972. Damals trat der Lokalpolitiker mit gerade einmal 29 Jahren an, um dem 62 Jahre alten Republikaner Caleb Boggs den Senatssitz des Bundesstaats Delaware abzujagen, den dieser seit 1961 innehatte. Biden ließ Anzeigen schalten, in denen Boggs wegen seines Alters als Auslaufmodell hingestellt wurde. Der Legende nach mietete Biden zu einem Zeitpunkt, als er in den Umfragen bei drei Prozent lag, den größten Ballsaal in Delaware für seine Siegesfeier. Er gewann schließlich mit einem hauchdünnen Vorsprung von 3162 Stimmen.

Joe Biden war 1972 auf dem besten Weg, zum Strahlemann der nationalen Politik zu avancieren. Er war jung und sah aus wie ein Hollywood-Schauspieler. Dann kam der 18. Dezember. Biden, gerade zum Senator gewählt und noch nicht einmal angelobt, war gerade in Washington, um Mitarbeiter für sein neues Büro zu engagieren, als das Telefon klingelte.

"Ihre Frau und Ihre Tochter hatten einen schrecklichen Unfall. Sie müssen nach Hause kommen."

"Sie sind tot."

"Ja."

Die Tragödie machte Biden zum Witwer, zum Alleinerzieher seiner beiden Söhne Hunter und Beau, und sie hätte ihn zu einem für immer gebrochenen Mann machen können. Doch Biden biss sich an seinen Aufgaben als Vater und Senator fest und richtete sich langsam wieder auf.

Durch den Schicksalsschlag hatte der Sonnyboy in den Augen vieler seiner Landsleute auch die charakterliche Tiefe eines schwer geprüften Mannes und damit durchaus die Statur eines Präsidenten gewonnen. Folgerichtig gab er seine Kandidatur bekannt. Das war 1987.

War Biden damals der Richtige?

Der Journalist Richard Ben Cramer schrieb ein über 1000 Seiten starkes Buch mit dem Titel "What It Takes" über den Präsidentschaftswahlkampf 1988, und er zeigt darin Joe Bidens enormes Talent - und seine verblüffenden Schwächen. Er beschreibt, wie Biden Reden trainiert, Gesten einstudiert, bis er schließlich seinen Vortrag so sehr in sich aufgenommen hat, dass in dem Moment, in dem er vor die Leute tritt, alles spontan aus ihm herauskommt und er mit ihnen eine Verbindung aufnimmt. "Gott, waren die Leute hungrig", schreibt Cramer, "nach etwas, nach jemandem Und er konnte dieser Jemand sein: Joe Biden konnte ihnen ein Gefühl vermitteln."

Doch es gab Tage, an denen Biden plötzlich versagte. Einmal musste er eine Rede abbrechen, weil er völlig den Faden verloren hatte. Er murmelte, es sei ihm vom Essen übel geworden, und ging von der Bühne. Und schließlich musste der 45-Jährige die Frage, ob er für das Weiße Haus der Richtige sei, mit einem klaren Nein beantworten, noch ehe die erste Vorwahl abgehalten worden war. Joe Biden hatte Teile seines Manuskripts einfach aus Ansprachen des damaligen Chefs der britischen Labour-Partei, Neil Kinnock, übernommen. Kinnock erwähnte etwa die harte Arbeit seiner Vorfahren in den Minen; Biden verwendete auch diese Passage, obwohl unter seinen Vorfahren keine Minenarbeiter waren. Der Schwindel flog auf, man fand weitere Plagiate, unter anderem von Robert F. Kennedy, und Bidens Wahlkampf endete in einem Desaster. "Ich habe dumme Dinge getan, und ich werde wieder dumme Dinge tun", sagte er zum Abschied. Biden hielt Wort, wie eine Unzahl von Aussagen belegt, die als "Bidens Gaffes" (Bidens Ausrutscher) legendär geworden sind.


Biden überlegte immer wieder, zu kandidieren, verwarf den Gedanken jedoch, bis er es schließlich 2008 doch noch einmal versuchte. Wieder stolperte er über eine dumme Aussage. Diesmal nannte er Barack Obama, einen seiner Konkurrenten im Vorwahlkampf, "den ersten Mainstream-Afroamerikaner, der sprachgewandt, intelligent, sauber und ein gut aussehender Kerl" sei. Über Amerikaner indischer Abstammung sagte Biden: "Du kannst in Delaware nicht in ein 7-Eleven oder ein Dunkin' Donuts gehen, wenn du nicht einen leichten indischen Akzent hast. Ich scherze nicht." Biden zog seine Kandidatur am Abend der ersten Vorwahl in Iowa zurück. Er hatte weniger als ein Prozent der Stimmen bekommen.

Warum also sollte Joe Biden am 3. November, mehr als drei Jahrzehnte nach seinem ersten Scheitern, Präsident der USA werden? Ist der Biden des Jahres 2020 ein anderer, besserer Mensch geworden, oder hat er sich zumindest etwas besser unter Kontrolle?

Nein. Bidens öffentliche Verplapperer waren nie so schlimm, dass man ihn dafür hätte verdammen müssen, aber sie unterlaufen ihm immer noch regelmäßig. Allerdings ist die Welt um ihn herum sensibler geworden, was etwa halbwitzige Zuschreibungen für ethnische Gruppen betrifft. Bidens Humor stammt aus der weißen Männerwelt der 1960er-und 1970er-Jahre. Im Wahlkampf nannte er eine Frau "lügnerische, hundegesichtige Pony-Soldatin". Der Sinn der Formulierung blieb unergründbar; gesichert ist nur, dass Biden es scherzhaft gemeint hatte.

Im Umgang mit Frauen kann der alte Mann nicht verbergen, dass sein Stil von der Herablassung alter Schule geprägt ist. Er fasst Frauen an, ohne zu bemerken, dass er dabei Grenzen überschreitet; er beschnüffelt ihre Haare und meint, das wirke väterlich. Biden hat sich dafür entschuldigt, aber der ältere Herr wird von seiner Umgebung bestenfalls zu einem Mann erzogen, der sich mit Mühe korrekt benimmt.

Zudem lastet ein schlimmer Vorwurf auf Joe Biden. Tara Reade, eine 56 Jahre alte Frau, die von 1992 bis 1993 als Assistentin in Bidens Senatorenbüro gearbeitet hatte, war eine von mehreren Frauen, die Biden beschuldigten, Opfer seiner "unerwünschten Umarmungen, Küsse auf den Kopf und unangenehmer Nähe" geworden zu sein, ehe sie schließlich im März dieses Jahres behauptete, Biden habe sie einmal gegen die Wand gedrückt und mit den Fingern penetriert. Biden wies dies kategorisch zurück und sagte, er könne sich an Reade nicht erinnern.

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden


Der Vorwurf ließ sich trotz intensiver Recherchen von US-Medien nicht erhärten und naturgemäß auch nicht widerlegen. Dass nun die Demokratische Partei, die sich weitgehend hinter die #MeToo-Bewegung gestellt hat, einen Kandidaten für die Präsidentschaftswahl nominiert, der von einer Frau des sexuellen Missbrauchs bezichtigt wird, macht es Wählerinnen nicht eben einfach. Biden hat das verdammte Glück, dass er unter den beiden Präsidentschaftskandidaten in der Frage sexuellen Fehlverhaltens jedenfalls der weniger Verdächtige ist, und so hüten sich die meisten Anklägerinnen der #Me-Too-Bewegung, ihn anzuprangern.

Nein, Biden ist auch in dieser Hinsicht bestimmt kein idealer Kandidat.

Eigentlich schien sein dritter Versuch, Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei zu werden, zu Beginn des Jahres bereits gescheitert zu sein. Er war in allen Umfragen des Jahres 2019 vorangelegen, und zwar seltsamerweise, ohne große Begeisterung zu entfachen. Die Stimmung bei seinen Wahlkampfveranstaltungen war unvergleichlich verhaltener als etwa die bei seinem parteiinternen Kontrahenten Bernie Sanders, dem die jungen Linken zujubelten. Dann kamen die ersten Vorwahlen in Iowa und New Hampshire, und Biden landete auf dem enttäuschenden vierten respektive fünften Platz - hinter den prononciert Linken Sanders und Elizabeth Warren.

Das passte zu dem Trend, der die Partei seit der Niederlage der moderaten Hillary Clinton im Jahr 2016 erfasst hatte: Endlich sollte jemand antreten, der sich von der ewig gleichen Mainstream-Mitte-Politik verabschiedete und scharf links abbog. Joe Biden taugte dazu ganz bestimmt nicht. Doch am Super Tuesday erlebte Biden ein famoses Comeback; Sanders, Warren und die Parteilinke waren geschlagen.

Ist Biden gar ein politisches Genie? Ein listiger Stratege?

Richard Ben Cramer beschreibt in "What It Takes" die lähmende Phase im Jahr 1987, als Biden und seine zahlreichen Berater fieberhaft nach einer Botschaft suchten, mit der er als Kandidat in den Wahlkampf ziehen könnte. Schließlich stieß einer von ihnen auf den Song "Land of Confusion" der Pop-Band Genesis und zitierte die Textpassage "I won't be comin' home tonight. / My generation will put it right."(Ich werde heute Nacht nicht nach Hause kommen. Meine Generation wird es geraderücken.) Die Berater waren aus dem Häuschen: Sie hatten endlich eine Botschaft: "Es ging darum, das ganze verdammte Land aufzuwecken!" Es war der erste Wahlkampf, der vom Musik-TV-Sender MTV beeinflusst wurde. Jede Message brauchte einen Song. Biden allerdings hatte wenig beizutragen. Er mochte die Beatles und konnte mit den Bands auf MTV nichts anfangen.

MTV gibt es längst nicht mehr, und welcher Song die Biden-Kampagne 2020 inspiriert haben könnte, weiß niemand so recht. "Wenn ich Präsident bin, müsst ihr euch keine Sorgen wegen meiner Tweets machen", lautete einer von Bidens Tweets. Die simple Botschaft dahinter: "Ich bin nicht Donald Trump." Das ist die wohl defensivste Aussage, um sich zu positionieren. Der aktuelle, auch nicht eben mitreißende Slogan der Kampagne lautet: "Building Back Better."(Wieder aufbauen, aber besser.) Mit Biden geht kein Ruck durch das Land -und ganz bestimmt kein Linksruck.

Joe Biden ist nicht etwa im fortgeschrittenen Alter von links zur Mitte gerückt, er war überhaupt nie ein echter Linker. Seine Lebensumstände waren jene eines spießigen Aufsteigers. Auf dem College trug er ein Sakko, 1968 war er frisch verheiratet und arbeitete in der Anwaltskanzlei eines Republikaners. Erst sein nächster Arbeitgeber, ein Pflichtverteidiger, lotste den jungen Juristen zu den Demokraten.

Bidens politisches Weltbild ist, vorsichtig formuliert, ideologisch uneinheitlich. In seinem allerersten politischen Amt als Vertreter eines Districts setzte er sich für staatlich finanzierte Wohnungen in den Suburbs ein - eine linke Forderung. Gleichzeitig unterstützte er das "Hyde Amendment", ein von einem Republikaner eingebrachtes Gesetz, das die Verwendung staatlicher Mittel zur Finanzierung von Abtreibungen untersagte. Biden galt in den mehr als drei Jahrzehnten, die er im Senat saß, als "Brückenbauer" - dies allerdings um den Preis, dass linke Positionen in seiner Arbeit oft schwer erkennbar waren. Das von ihm verfochtene "Crime Bill", ein 1994 erlassenes Gesetz zur Verbrechensbekämpfung, beinhaltete zwar einerseits wichtige Maßnahmen zur Verhinderung von Gewalt gegen Frauen, andererseits weitete es die bundesweit geltende Todesstrafe auf eine Reihe weiterer Delikte aus. Biden brüstete sich damals, dass auch ein Demokrat für harte Maßnahmen eintreten könne: "Manche sagen, es drohe jetzt für so gut wie alles die Todesstrafe außer für unachtsames Überqueren der Straße", ulkte er. Ein klassischer Biden-Witz.

Wie passt all das zur deutlichen Linkswende der Demokratischen Partei? Gar nicht. Aber genau hier beginnt der gewundene Weg einer Erklärung, weshalb ausgerechnet Joe Biden am 3. November gegen Donald Trump antreten wird - und warum er trotz allem der Richtige ist.

Tatsächlich sind die Demokraten heute eine linkere Partei als jemals in der jüngeren Geschichte. Aber es handelt sich dabei um einen stärker gewordenen Flügel, rund um Leute wie Senator Bernie Sanders, Senatorin Elizabeth Warren oder die Kongress-Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez, die sehr lautstark auftreten, ohne jedoch die Mehrheit der Wählerschaft ihrer Partei zu repräsentieren - sonst hätten Sanders oder Warren die Vorwahlen für sich entschieden.

Joe Biden setzt im Großen und Ganzen die Politik der demokratischen Zentristen Bill Clinton und Barack Obama fort. Radikale Systemumwälzungen im Steuer-, Umwelt-oder im Gesundheitssystem, wie Sanders und Warren sie fordern, plant er nicht. In seinem Programm finden sich jedoch eine deutliche Erhöhung des Mindestlohns auf 15 Dollar pro Stunde und auch Steuererhöhungen bei Spitzeneinkommen. Damit spricht er eine größtmögliche Mehrheit der demokratischen Wähler an. Im politischen Spektrum Europas wäre der Katholik Biden wohl am ehesten als Christdemokrat einzuordnen, schrieb der Politologe Carlo Invernizzi Accetti im US-Magazin "Foreign Policy". Man kann sich Biden durchaus als amerikanisches Pendant zu Angela Merkel vorstellen.

Bidens Pragmatismus weckt nicht die Begeisterungsstürme junger, engagierter Linker. Er attackiert Trump, so wie man es von jedem Oppositionspolitiker erwarten kann, aber er denkt nicht in Freund-Feind-Schemata. "Er spricht die Sprache eines Barkeepers, eines Installateurs oder eines Briefträgers", sagt John King, der leitende politische Korrespondent des US-Nachrichtensenders CNN. Und in seiner Sprache wird er auf die Wähler von Donald Trump zugehen, mehr als dies irgendein anderer der demokratischen Kandidaten getan hätte.

"Das wichtigste innenpolitische Thema unserer Zeit ist die Einheit des Landes", schreibt der "New York Times"-Kolumnist Bret Stephens und vergleicht Joe Biden mit George H. W. Bush: der eine Demokrat, der andere Republikaner, aber beide "glaubten an Loyalität und Anstand mehr als an bestimmte politische Ideen". Er nenne sich deshalb einen "Biden-Konservativen", bekannte Stephens.

Damit ist die Mehrheit, die Biden braucht, um Trump zu schlagen, skizziert: die demokratischen Wähler, die sich eine pragmatische, eher linke Politik wünschen, und Konservative, die einem alten, katholischen Mann, dem Familie alles bedeutet, eher vertrauen als dem vulgären Marktschreier Donald Trump.

Es ist nicht schwierig, sich einen Kandidaten auszudenken , der besser ist als Joe Biden. Einen, der sich weniger oft verplappert; einen, der immer schon gegen die Todesstrafe gewesen ist; einen, der eine klare politische Botschaft hat; einen, der ideologisch trittsicher ist; einen, der jünger ist als Mick Jagger; einen, der Frauen nicht wie kleine Mädchen behandelt. Aber Biden ist von allen, die sich gemeldet hatten, derjenige, der die besten Chancen hat, die Wahl zu gewinnen. Das ist die historische Mission des Joseph Robinette Biden, Jr. Was immer er im Leben bis dahin getan hat, wird angesichts dieses Ereignisses verblassen.

Biden kritisiert das Krisenmanagement von US-Präsident Trump


Und sollte er es schaffen, ist die Aufgabe, die Biden zu bewältigen hat, bereits vorgegeben: eine Nation zu einen, die von sozialem Unfrieden gezeichnet ist, und das Vertrauen der Bevölkerung, die zu einem Teil das Ende der Demokratie befürchtet, zum anderen Teil eine Verschwörung finsterer Mächte, wiederherzustellen.

Mit Joe Biden kehrt auch das Establishment zurück, das vielen 2016 so verhasst war. Der Langzeit-Senator ist Teil der Washingtoner Elite. Haben vier Jahre Donald Trump gereicht, um den Menschen die Lust auf Krach und Disruption zu vergällen und sie für eine Mitte-Politik Marke Mainstream zu gewinnen? Vorbehalte dagegen gibt es rechts wie links.

Joe Bidens erster großer Moment wird (vorausgesetzt, er gewinnt die Wahl) der 20. Jänner 2021 sein, der Tag der Inauguration. Wie jeder neue Amtsinhaber wird er versprechen, ein Präsident für alle Bürgerinnen und Bürger zu sein, auch für jene, die ihn nicht gewählt haben, aber Biden ist wie kaum jemandem sonst zuzutrauen, die richtigen Worte zu finden, dies auch tatsächlich glaubhaft zu vermitteln. Er wird vielleicht an den zweiten großen Schicksalsschlag in seinem Leben erinnern, den Tod seines Sohnes Beau, der am 30. Mai 2015, während Joe Bidens Amtszeit als Vizepräsident, an einem Gehirntumor starb. "Versprich mir, dass du okay sein wirst", hatte Beau seinen Vater gebeten. Biden wird der Nation das Versprechen geben, alles dafür zu tun, damit sie wieder okay sein wird. Und das wäre nicht wenig.

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