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Advertorial
10/16/2021

Lebensmittel-Kennzeichung: Wer kennt sich da noch aus?

Woher kommen die Lebensmittel in meinem Einkaufswagen? Wurden sie nachhaltig produziert? Wie wirkt sich deren Produktion auf das Klima aus?

von Robert Prazak

Wer sich beim Einkaufen solche Gedanken macht, könnte angesichts der Vielzahl an unterschiedlichen Kennzeichen, Siegel und Marken auf Lebensmitteln verwirrt sein. Birgit Beck, Projektleiterin Ernährung beim Verein für Konsumenteninformation (VKI) sagt: „Es gibt insgesamt um die 100 Zeichen, die auf Lebensmitteln vertreten sind – das ist für Konsumenten nicht mehr durchschaubar.“ So können ja nicht nur Gütesiegel wie jenes von AMA auf der Verpackung sein, sondern etwa auch private Siegel wie MSC Fisch. „Da ist die Qualität recht unterschiedlich und nicht immer transparent, da manche Logos oder Zeichen von den Anbietern selbst vergeben werden.“

Dazu kommt: Selbst rot-weiß-rote Wimpel oder Fahnen auf der Verpackung sind noch wenig aussagekräftig. „Vielen Konsumenten ist nicht klar, wie international unsere Lebensmittel geworden sind, auch wenn diese in Österreich wachsen würden: Die Nüsse in einem Nussstrudel beispielsweise kommen beinahe nie aus Österreich“, erklärt Beck. Denn mit wenigen Ausnahmen gibt es keine Herkunftsbezeichnung der Zutaten in den Produkten.

Dazu kommt: In Österreich wird nur positives Labelling betrieben, es werden also nur positive Eigenschaften beschrieben, etwa biologische Erzeugung. Selbst wenn beispielsweise das EU-Bio-Siegel Mindeststandards garantiert, tut sich bei der Kennzeichnung laut Experten zu wenig. Es gäbe zwar Kennzeichnungssysteme wie den Nutri-Score, die zu einer gesünderen Ernährung beitragen können. „Doch bei Themen wie dem Nutri-Score tut sich in Österreich gar nichts, denn es gibt massive Widerstände der Wirtschaft“, sagt Beck. Bei der Kennzeichnung dürfe ohnehin nicht alles den Konsumenten umgehängt werden. „Eine gesunde Auswahl sollte den Vorrang haben, Konsumenten sollten so einkaufen können, wie es die Ernährungsempfehlungen vorsehen, also überwiegend eine pflanzenbasierte Ernährung.“ Abgesehen davon sollten sich Konsumenten ohnehin nicht nur auf Kennzeichen verlassen. „Wenn es um Nachhaltigkeit geht, habe ich als Konsument den größten Effekt, wenn ich tierische Produkte reduziere, also beispielsweise nur zweimal wöchentlich Fleisch esse.“ Wichtig ist außerdem, möglichst wenig Verarbeitetes zu kaufen.

Mehr Transparenz würde also guttun, heißt es auch seitens Markus Bürger vom Rat für Nachhaltige Entwicklung: „Das Nachverfolgen von Lieferketten, also von der Produktion bis hin zum Endverbraucher wird zukünftig ein großes Thema, insofern bereits an einem europäischen Lieferkettengesetz gearbeitet wird.“ Greift dieses auch hierzulande, werde Transparenz bei Produktionsbedingungen ein wichtiges Gestaltungskriterium bei der Suche nach neuen Absatzmärkten. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass die Möglichkeit der Nachverfolgung von Lieferketten auch ein rechtliches Regulativ darstellen wird.

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