Franziska Leeb, Architekturpublizistin

© Franziska Leeb

Advertorial
05/29/2021

Stadt Land Leben

Wie kann das Leben abseits der Städte attraktiver werden? Architekturexpertin Franziska Leeb hat Anregungen und Beispiele parat.

Leben am Land: Für manche eine Idylle, die nur am Wochenende oder im Urlaub erlebt wird, für andere der Alltag. Franziska Leeb hat sich für ein neues Buch über Architektur in Niederösterreich unter anderem mit den Grenzen zwischen städtischen und ländlichen Lebensweisen beschäftigt. „Um das Landleben jenseits von Sehnsüchten nach Idylle attraktiv zu machen, müssen auch entlegenere Regionen wirtschaftlich und kulturell attraktiver werden“, meint sie. Dazu brauche es inhaltliche und architektonische Konzepte. 

Das Problem, nicht nur in Niederösterreich: Viele Ortschaften sind nach wie vor von bäuerlichen Strukturen geprägt, für die es mit dem Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe neue Verwendungen braucht, die das Dorfleben stärken. „Damit meine ich nicht, den Bauernhof zum schicken Wochenenddomizil für Menschen umzubauen, die mit dem Dorfleben sonst nichts zu tun haben wollen“, betont Leeb. Es gehe stattdessen um Lösungen, die das Wohnen und Arbeiten auf dem Land ermöglichen. „Wie kann zum Beispiel aus einem Gehöft ein Wohnhaus für mehrere Familien werden und so Fläche für Neubauten am Ortsrand eingespart werden?“ Eine weitere Frage: Wenn es an Infrastruktur wie Geschäften, Banken oder Ärzten mangelt – wie lassen sich dann Funktionen bündeln, um auch bei geringerer Bevölkerungsanzahl die Nahversorgung sicherzustellen? Leeb spricht in diesem Zusammenhang von „Versorgungsgräben zwischen Land und Stadt“, die durch dezentrale Strukturen verringert werden müssten. Auch die Abhängigkeit vom Auto sollte sinken ¬– nicht zuletzt, um Dorfzentren von Durchzugsstraßen zu Wirtschafts- und Lebensräumen zu machen.

Es gibt Versorgungsgräben zwischen Stadt und Land.

Franziska Leeb, Architekturpubliszistin

Es gibt indes Beispiele, die Hoffnung machen, dass zwischen wilder Zersiedelung und 08/15-Architektur ausreichend Raum für neue Ideen bleibt: etwa ein Wohnprojekt in Hasendorf im Bezirk Tulln (einszueins architektur), bei dem das Miteinander statt des Nebeneinanders im Fokus steht. Kann so das Leben abseits urbaner Räume funktionieren – mit geringem ökologischem Fußabdruck und mit dörflichen Strukturen? „Solche Projekte werden Ausnahmen bleiben, solange sie nicht stärker von der Wohnbaupolitik unterstützt und nicht besser in den Förderungsrichtlinien berücksichtigt werden“, meint Leeb. Sie könnten aber Ansätze in puncto Partizipation und Ökologie liefern, die dann etwa auch im geförderten Wohnbau berücksichtigt werden könnten.

Das Projekt „Langsames Licht / Slow Light“ der Foto- und Medienkünstlerin Siegrun Appelt thematisiert unter anderem die Auswirkungen künstlichen Lichts auf Mensch und Natur – die Folgen der Lichtverschmutzung werden erst nach und nach erkannt. Das Konzept von Appelt wurde schon in der Wachau umgesetzt, nun werden fünf Wehrkirchen in der Buckligen Welt (NÖ) auf diese Weise in Szene gesetzt. 

www.langsameslicht.com 

Im vierten Band der Reihe „Architektur in Niederösterreich“ (Park Books, 39,10 Euro, Herausgeber Orte Architekturnetzwerk NÖ) wird das Baugeschehen in diesem Bundesland von 2010 bis 2020 dokumentiert. Gezeigt werden nicht einfach nur „schöne“ Bauten, sondern es wird auf die steigenden Anforderungen an die Architektur in Bezug auf Nachhaltigkeit und Infrastruktur Bezug genommen.

www.orte-noe.at
 

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