Stefan Radel

© Lena Horvath

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11/07/2021

„Wirtschaft braucht Wissenschaft“

Stiftungsvorstand Stefan Radel über Gemeinsames und Trennendes.

Wie sehen Sie die Verbindung zwischen Unternehmertum und Wissenschaft?

Stefan Radel: Es steht für mich grundsätzlich fest, dass die Struktur der österreichischen Wirtschaft einen universitären Widerpart braucht, ohne starke Wissenschaft kann es nicht funktionieren, die österreichische Wirtschaft braucht die Wissenschaft. Allerdings wurde direkte Auftragsforschung früher eher gering geschätzt, niemand wollte das machen. Ich selbst habe schon vor vielen Jahren versucht, Kooperationen auf die Beine zu stellen – das war ein hartes Brot. Doch das hat sich sukzessive verbessert. Die Universitäten haben sich in Richtung Auftragsforschung entwickelt, das hängt auch mit dem Förderwesen zusammen.

Welche Hürden gibt es heute noch beim Zusammenspiel von Wirtschaft und Wissenschaft?

Gesunde Unternehmen müssen sich verjüngen und innovativ bleiben. Doch es gibt zunächst einen grundsätzlichen Zielkonflikt: Die Wirtschaft muss Geld verdienen, die Wissenschaft hat einen hohen Publikationsdruck. Das muss man verstehen und harmonisieren.

Und wie ist das möglich?

Es kommt darauf an, ob man versteht, was das Gegenüber braucht und wie die Leute ticken. Da spielt es auch eine Rolle, dass Karrieren durchlässiger werden. Das gesamte Ausbildungspersonal müsste mal raus in die Wirtschaft.

Besteht nicht die Gefahr, dass bei wirtschaftlicher Ausrichtung kein Raum für Grundlagenforschung bleibt?

Nein, das sehe ich nicht, Grundlagenforschung ist nötig - im Sinne eines von Neugier getriebenen Forschens ohne direktes Entwicklungsziel, also ganz in Exners zukunftsfreudigem Sinne. Natürlich, nicht alle Forschung wird zu einem Produkt führen, aber im technischen Sektor gibt es kaum ein Produkt, das nicht beforscht wurde.

Wie sieht es mit dem Bildungssystem aus?

Da gäbe es Handlungsbedarf. So bräuchte es unter anderem eine gemeinsame Schule bis zum Alter von 14 oder 15 Jahren, sonst gehen uns viele Talente verloren. An deren Ende sollte eine ordentliche Prüfung stehen.

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