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Gesellschaft
02/25/2021

Ein Jahr Corona: Wonach wir online gesucht haben

Nie zuvor fragten so viele Menschen, welcher Tag eigentlich ist: Die einschneidenden Veränderungen in unserem Leben durch das Coronavirus spiegelten sich auch in unseren Google-Suchen wider.

von Ines Holzmüller

Die häufigste Frage an Google in einem normalem Jahr ist "Wie wird das Wetter?", im vergangenen Jahr jedoch übernahmen Anfragen zum Coronavirus die Führung bei der größten Suchmaschine. Nur ein Indikator dafür, wie sehr das Virus 2020 unser Leben bestimmt hat, so Google-Daten-Journalist Simon Rogers in einem Pressegespräch. Die Auswertung der Suchdaten gibt Aufschluss darüber, was die Menschen im vergangenen Jahr beschäftigt hat - nie zuvor hätten sich Suchanfragen so drastisch von den Vorjahren unterschieden, so der Google-Experte.

Die wichtigsten Fragen zu Corona in Österreich waren: Wie viele Corona-Fälle gibt es in Österreich? Wie lange dauert Corona? Wie lange ist Corona ansteckend? Was kostet ein Corona-Test? Wie lange dauert ein Corona-Test? Was ist Coronavirus? Ab wann ist Corona ansteckend?

Je nach aktuellen Infektionszahlen und Maßnahmen veränderte sich die Häufigkeit der Fragen, wie die Grafik unten darstellt. Während zu Beginn des Jahres 2020 vor allem allgemeine Informationen zum Coronavirus gesucht wurden, verschob sich das Interesse mit der Zeit hin zu spezifischeren Fragen: Im relativ lockdown-freien Sommer wurde vor allem nach den Kosten von Corona-Tests gesucht, während im Oktober Fragen zur Ansteckung häufiger wurden. Wie viele Fälle es in Österreich gibt, interessierte vor allem zur Zeit des ersten Lockdowns und danach, erst im November wurde die Frage wieder deutlich häufiger.

Weltweit ist Österreich eines der Länder, in denen am häufigsten nach "Coronavirus" gesucht wurde, nur in Nepal und Deutschland wurde der Begriff häufiger eingegeben. In den USA dominierte hingegen "Arbeitslosigkeit" im Zusammenhang mit dem Virus und in den Emiraten "Impfung".

Datum und Jogginghosen

Ausgangsbeschränkungen in der ganzen Welt schlugen sich in den Suchen nieder: "Welcher Tag ist heute?" wurde noch nie so oft gegoogelt, ebenso "Binge-watching", also Marathon-Fernsehen, "Jogginghosen" und "Streiche, die man Eltern spielen kann". Arme Eltern.

Sauerteig und Masken

Selbstgemachtes Brot war in den sozialen Medien omnipräsent: Sauerteigbrot und Pizzateig standen auch hoch im Such-Kurs. Gesucht wurde auch nach Anleitungen zum Selbermachen von MNS-Masken, Desinfektionsmittel und der Kaffeespezialität "Dalgona-Kaffee", einer Kaffeecreme auf Milch.

Sportlich, sportlich

Zu viel Brot war wohl auch für das Allzeit-Hoch bei der Suche nach Sport verantwortlich: "Laufen", "Joggen", "Wandern" und "Radfahren" gehörten zu den Top-Suchbegriffen.

Sinnkrise

Inmitten der Pandemie wurde häufiger denn je nach "Gott", "Glück", "Hoffnung" und "Empathie" gesucht. Hoffentlich mit Erfolg.

Google-Suchen als Vorboten von Infektionen?

Könnte man aus den Suchdaten auch bevorstehende Entwicklungen im Infektionsgeschehen herauslesen? Medien in den USA zeigten bereits, dass kurz vor größeren Ausbrüchen des Virus auch häufiger nach Symptomen wie Geruchs- und Geschmacksverlust gesucht wurde. Ein ähnlicher Versuch von Google so Grippewellen vorherzusagen verlief jedoch schon einmal erfolglos.

Die Daten wurden vom Google News Lab zur Verfügung gestellt.

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