Trump präsentiert sich als Freund der Schwarzen Gemeinschaft

Donald Trump steht derzeit ziemlich alleine da.

© APA - Austria Presse Agentur

Gesellschaft
07/09/2020

profil-Morgenpost: Without a little help from my friends

Guten Morgen!

von Clemens Engert

Eine der beliebtesten Anekdoten der Pop- und Rock-Geschichte geht folgendermaßen: John Lennon soll zu Zeiten der Beatlemania einmal gefragt worden sein, ob Bandkollege Ringo Starr der beste Drummer der Welt sei. Lennons Antwort: „Der beste Drummer der Welt?! Ringo ist nicht einmal der beste Drummer in den Beatles!“ Mittlerweile ist umstritten, ob Lennon diese Aussage wirklich getätigt hat – der Gag hat sich aber bis heute gut gehalten und feiert dank Social Media so etwas wie eine späte Renaissance.

Gut gehalten hat sich indes auch Ringo Starr selbst, der am Dienstag unglaubliche 80 Jahre alt wurde und übrigens ein viel besserer Schlagzeuger ist, als ihm oft zugestanden wird (hier ein beeindruckender Nachweis). Ein guter Sänger ist Sir Richard Starkey (wie Starr mit bürgerlichem Namen heißt) wiederum beileibe nicht. Trotzdem durfte er bei so manchem Beatles-Klassiker (z.B. „Yellow Submarine“ oder „With A Little Help From My Friends“) die Lead-Stimme übernehmen.

Ein bisschen Hilfe von seinen (Partei-)Freunden würde sich derzeit wohl auch Immer-Noch-US-Präsident Donald Trump wünschen. Im aktuellen „Super Tuesday“-Podcast mit Siobhán Geets, Robert Treichler und Martin Staudinger erfahren Sie, warum immer mehr Republikaner „ihrem“ Präsidentschafts-Kandidaten den Rücken zukehren und die Chancen steigen, dass das politische Schreckgespenst Trump im November abgewählt wird.

Mit politischen Horrorszenarien der etwas anderen Art setzt sich wiederum Stefan Grissemann in der aktuellen profil-Ausgabe auseinander. Anhand der beiden aktuellen Streifen „Bacurau“ und „Zombi Child“ illustriert der profil-Filmexperte, warum „die besten Horrorfilme hochpolitisch sind“. „Bacurau“ sei etwa „eine unverhohlene Parabel über Jair Bolsonaros Brasilien, ein formal überreicher, angriffiger Film“, so Grissemann.

Apropos Jair Bolsonaro: Der ultrarechte brasilianische Präsidenten wurde bekanntlich diese Woche positiv auf Covid-19 getestet. Womit uns unsere kleine Assoziationskette dann doch wieder (wenn auch unfreiwillig) zum alles-dominierenden Thema der letzten Monate geführt hätte. Bleibt zu hoffen, dass auch dieses Schreckgespenst in absehbarer Zeit verschwinden wird. 

Ich wünsche Ihnen einen schönen Donnerstag!

Clemens Engert