Jan Novota: "Alles ist möglich"

Rapid-Goalie Novota hofft mit Slowakei auf Achtelfinale

Die Auslosung bezeichnete Novota als "sehr unangenehm. Trotzdem ist es unser Ziel, die K.o.-Phase zu

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Die Auslosung bezeichnete Novota als "sehr unangenehm. Trotzdem ist es unser Ziel, die K.o.-Phase zu erreichen, und dann ist alles möglich", sagte der 32-Jährige der APA - Austria Presse Agentur. Besondere Bedeutung werde der ersten Partie zukommen. "Bei einer EM ist zwar jedes Match ein Schlüsselspiel, aber das erste Match hat eine ganz besondere Bedeutung. Wenn man einen guten Start erwischt, ist das ein riesiger Vorteil", erklärte Novota.

Wales sei ein "sehr schwieriger Gegner" mit typisch britischem Stil. "Deswegen war es gut, dass wir noch am Samstag gegen die Nordiren getestet haben (Anm.: 0:0). Die spielen ähnlich wie Wales." Herausragender Spieler der Insel-Kicker ist Real-Madrid-Star Gareth Bale. "Wir wissen, dass er absolute Weltklasse ist. Aber der Fußball ist ein Mannschaftssport, und Wales hat insgesamt ein starkes Team", betonte Novota.

Doch auch die Slowaken verfügen über hohe Qualität, wie sie etwa beim 3:1-Testspielsieg am 29. Mai auswärts gegen Deutschland bewiesen. "Wir können diese Partie richtig einschätzen, Deutschland hat nicht mit der stärksten Aufstellung gespielt. Trotzdem haben wir gezeigt, dass wir gegen einen starken Gegner schön und erfolgreich spielen können", meinte Novota.

Der Rapid-Keeper saß sowohl gegen Deutschland als auch gegen Nordirland auf der Bank. Beim 3:1 gegen Georgien am 27. Mai in Wels kam Novota zu einem halbstündigen Einsatz und damit zu seinem dritten Länderspiel. Bei der EURO ist für ihn allerdings die Ersatzbank reserviert. "Ich bin stolz, dass ich es in den Kader geschafft habe, aber ich kenne meine Rolle genau. Ich bin der dritte Tormann und werde meine Kollegen immer so gut wie möglich unterstützen."

Dass es wohl nicht zu EM-Einsätzen reichen wird, trübt die Vorfreude auf das Turnier in keinster Weise. "Ich bin einfach froh, dass ich überhaupt dabei sein kann." Nach seinem Ende November erlittenen Sehnenriss in der Schulter drohte Novota die Endrunde zu verpassen. "Ich habe schon ein bisschen Angst gehabt, ob es sich ausgeht. Deshalb bedanke ich mich bei der medizinischen Abteilung von Rapid. Die hat alles getan, damit ich rechtzeitig fit werde."

Nicht nur dank der guten medizinischen Betreuung fühlt sich Novota seiner Wahlheimat sehr verbunden. "Ich liebe Österreich und die Mentalität der Österreicher", sagte der seit 2011 bei Rapid engagierte Goalie. Kein Wunder also, dass er den ÖFB-Kickern bei der EM die Daumen drückt. "Sie schaffen es sicher ins Achtelfinale, und dann ist immer die Frage, welcher Gegner kommt."

Ein möglicher Kontrahent von David Alaba und Co. in der Runde der letzten 16 sind ausgerechnet die Slowaken. Sollten beide Teams ihre Gruppen auf Platz zwei abschließen, kommt es am 27. Juni in Nizza zum direkten Duell. "Das wäre schon etwas Besonderes", meinte Novota. "Aber am liebsten wäre es mir, wir sehen uns erst im Finale."

Vom aktuellen ÖFB-Kader hat der Slowake mit Marcel Sabitzer bei Rapid zusammengespielt. Almer kennt und schätzt er von gemeinsamen Presseterminen. Dass kein derzeitiger grün-weißer Kollege im österreichischen Aufgebot steht, kann Novota nicht ganz verstehen. "Der eine oder andere hätte sicher das Potenzial dazu. Aber Marcel Koller hat eben einen anderen Plan, bei ihm stehen die Legionäre im Mittelpunkt."