© Lena Leibetseder

Gesellschaft
02/03/2021

Warten vor dem Club(-house)

Die neue Trend-App Clubhouse spielt mit Exklusivität und ist datenschutzrechtlich fragwürdig. Muss man da mitmachen?

von Angelika Hager

Wer kennt nicht dieses grässliche Gefühl der Ausgeschlossenheit: Wir haben es am Schulhof erlebt, aber vor allem als Teenies, wenn wir in einer Warteschlange vor einem Club der Entscheidungsmacht eines grimmig blickenden Türstehers ausgeliefert waren. Die vor ein paar Wochen lancierte App Clubhouse spielt gezielt mit dieser Angst, nicht dabei zu sein. Denn rein kommt man in diese App, die de facto nichts anderes ist als ein themenspezifischer Podcast zum Mitreden, nur durch die Einladung eines Mitglieds, und jedes Mitglied hat nur zwei Optionen.

Die Methode der künstlichen Verknappung ist ein alter Marketing-Trick. Als Mitglied können Sie durch das Diskussionsangebot promenieren, das von "Wie besiege ich meinen inneren Schweinehund" über Börsentipps bis zu Harry-Potterology-Runden kaum ein Thema auslässt. Sollten Sie selbst gerne den Drang zur Autorität verspüren, können Sie auch einen eigenen "room" eröffnen und dort den Ton angeben.

Tatsächlich ist die Hürde, reinzukommen, nicht schwer zu nehmen, wie ein Selbstversuch bewies. Denn inzwischen ist eine regelrechte Völkerwanderung zu der extrem gehypten Plattform, die natürlich von Promis wie Jared Leto, Ashton Kutcher, Joko Winterscheidt oder Oprah Winfrey profitiert, ausgebrochen. Viele jener, die kürzlich empört wegen Daten-Absaugung WhatsApp verlassen haben und zur Chat-App Signal gewandert sind, sind jetzt auch im Herdentrieb auf Clubhouse gelandet.

Tatsächlich, und das ist im Hype untergegangen, wird Clubhouse, das überdies nur für iPhone-Besitzer zugänglich ist, von Datenschützern mit Misstrauen beäugt. Bei der Registrierung verlangt das vor einem Jahr gegründete US-Start-up den Zugriff auf alle im Handy der Nutzer eingespeicherten Telefonnummern sowie die dazugehörigen Namen und Angaben. Wer nicht einwilligt, darf niemanden einladen. Umsonst wird der Wert der App inzwischen nicht auf 100 Millionen Dollar geschätzt.

Wir testen das Ding:

profil lädt ein zur Debatte mit Banker Christian Jauk, Thinktank-Gründerin Barbara Blaha und Social-Media-Experte Michael Seemann. profil zuhaus: Die Gamestop-Revolution. Rebellierende Millennials, Hedgefonds-Haie und die neue Macht der Plattformen. Donnerstag, 18.30 Uhr.

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