profil vor 25 Jahren: ORF - Angeschlagen

Andere Zeiten, gleiche Probleme: "ORF - Angeschlagen“ titelte profil in der Ausgabe vom 10. Oktober 1988, am Cover ein Boxer in Samthandschuhen namens Teddy Podgorski, zu jenem Zeitpunkt im Haupterwerb ORF-Generalintendant. Als solcher kämpfte Podgorski mit steigenden Kosten und sinkenden Zuseherzahlen sowie einem offenbar zeitlosen Dilemma: "Ein Jahr lang hatte die Podgorski-Crew gebraucht, um das neue Schema mit viel Tamtam einzuführen, ein weiteres Jahr, um festzustellen, dass es misslungen ist.“ Hinter den Kulissen wurde deshalb an einer Gebührenerhöhung gebastelt, öffentlich erklärte der GI seine programmatischen Visionen: "Wir müssen schauen, dass wir unsere großen österreichischen Eigenproduktionen wieder produzieren. Wir sind gerade dabei, ein Skriptdepartement zu gründen. Zum Beispiel mit der Monarchie müsste da einiges zu machen sein.“

Mit der Demokratie war allerdings auch schon einiges los, was aber weniger am GI lag als an der FP beziehungsweise der Kärntner SP: "Draußen im Pressezentrum des FPÖ-Parteitages lauschten die Journalisten den Ausführungen des neuen Kärntner Landeshauptmanns Peter Ambrozy, der seiner Partei via ‚Pressestunde’ empfahl, den FPÖ-Chef durchaus auch auf Bundesebene als Koalitionspartner ins Auge zu fassen.“ Die Reaktion aus Wien ließ nicht lange auf sich warten: "Seinem Kärntner Parteifreund billigte der Kanzler mildernde Umstände zu. s.ho.

Sebastian Hofer