Auf dem Weg zum UFO-Antrieb

Lässt sich Gravitation abschirmen, sodass Gegenstände leichter oder schwerelos werden?

Was ist Gravitation? Albert Einstein schrieb 1915 in seiner Allgemeinen Relativitätstheorie, dass der Raum, in dem sich Materie befindet, in sich gekrümmt sein kann, und dass diese Raumkrümmung mit der Gravitation in Zusammenhang steht. Tatsächlich können Weltraumteleskope beobachten, dass Sterne scheinbar an einem falschen Platz stehen, wenn man sie knapp an der Sonne vorbei beobachtet. Dies deshalb, weil der Weltraum durch die Gravitation der riesigen Sonne offenbar tatsächlich ein wenig verformt wird.

Nach der so genannten Quantenfeldtheorie sind Wechselwirkungen (Anziehung und Abstoßung) zwischen Materiepartikeln durch winzige Bindungsteilchen (Bosonen) und deren Kraftfelder zu erklären. Vermutet wird auch die Existenz so genannter Higgs-Bosonen, die mit Gravitationskräften in Zusammenhang stehen könnten. Ende des Jahres 2000 gab es im Genfer CERN-Forschungszentrum erste vage Anzeichen für die Existenz von Higgs-Bosonen, experimentell nachgewiesen sind sie aber noch nicht. Denn die Gravitation fügt sich nicht so einfach ins Schema der Elementarteilchen, wo Kräfte durch den Austausch von Teilchen dargestellt werden. Während etwa die elektromagnetische Kraft durch die stufenweise Ladung von Elektronen und Protonen sozusagen portionsweise zunimmt, ist bei der Gravitation keine Abstufung nachgewiesen. Die Gravitation sträubt sich gewissermaßen gegen dieses physikalische Erklärungsmodell.

Seit Jahrzehnten schildern Science-Fiction-Autoren Raumschiffe mit „Schwerkraftschilden“, welche die Gravitation abschirmen, sodass das Raumschiff von Sternen und Planeten nicht nur angezogen, sondern auch abgestoßen werden könne – eine geniale Antriebsart. Vor Jahren beobachtete der Materialwissenschafter Eugene Podkletnov an der Universität Helsinki ein Phänomen, das er als Schwerkraftabschirmung deutete und publizierte. Eine schnell rotierende schwere Scheibe aus supraleitendem Material soll bewirkt haben, dass oberhalb dieser Versuchsanordnung, sogar noch im nächsthöheren Stockwerk, die Schwerkraft um etwa ein Prozent nachließ, also Gegenstände um etwa ein Prozent leichter geworden seien. Seither versuchen Wissenschafter in anderen Ländern, seine Versuche zu wiederholen. Solange jedoch die Higgs-Bosonen nicht entdeckt sind und das Wesen der Gravitation besser verstanden wird, ist weiterhin unklar, ob eine Abschirmung der Schwerkraft machbar wäre.