„Der Pferdefleischskandal wird schnell vergessen sein“

Sophie Karmasin über die Lehren aus der EHEC-Gurke, die Landtagswahlen und das EU-Budget.

Interview: Franziska Dzugan

profil: Die ÖVP hat im Vergleich zur Umfrage im Jänner verloren. Ist das Hoch von der Heeres-Volksbefragung schon wieder verpufft?
Karmasin: Ja. Zudem hat der ÖVP das Abweichen vom europafreundlichen Kurs geschadet. Die populistische Kritik an der SPÖ wegen des EU-Budgets hat die Leute irritiert.

profil: Für die FPÖ geht es erstmals seit Monaten wieder aufwärts. Woran liegt das?
Karmasin: Bei der Debatte um das EU-Budget konnte Heinz-Christian Strache punkten. Erstmals seit Langem zeigte der FPÖ-Obmann wieder Präsenz.

profil: Stronachs immer gleiche Mantras haben sich offenbar noch immer nicht totgelaufen. Er legt in der Umfrage drei Prozentpunkte zu.
Karmasin: Stronach funktioniert aber offenbar nicht über Themen, sondern ausschließlich über seine Person. Den Leuten imponiert, dass er für seine Partei kein Steuergeld verwendet, sondern alles aus der eigenen Tasche bezahlt. Wenn Stronach in Kärnten die 10-Prozent-Marke überspringt, würde ihn das für die Nationalratswahlen gewaltig pushen.

profil: Der Pferdefleischskandal beeinträchtigt den Fleischkonsum nicht sonderlich. Ist es den Österreichern wurscht, was auf ihren Teller kommt?
Karmasin: Im Moment werden bestimmte Produkte gemieden, aber nicht Fleisch im Allgemeinen. Es wird so kommen wie damals, als in den spanischen Gurken der EHEC-Virus gefunden worden ist. Zuerst gab es eine Riesenaufregung, dann ebbte die Berichterstattung ab, und es galt das Prinzip: aus den Augen, aus dem Sinn. Der Pferdefleischskandal wird genauso schnell wieder vergessen sein.