Deutscher Kabarettist Dieter Hildebrandt 86-jährig gestorben

Der deutsche Kabarettist Dieter Hildebrandt ist tot. Das teilte seine Frau Renate der Nachrichtenagentur dpa mit. Er starb in der Nacht zu Mittwoch in einem Münchner Krankenhaus im Alter von 86 Jahren.

Erst am Dienstag war bekannt geworden, dass Hildebrandt schwer an Krebs erkrankt war. Er lag nach Angaben seines engen Freundes Dieter Hanitzsch auf der Palliativstation.

Die Diagnose Prostatakrebs hatte er nach Angaben der Münchner Zeitung "tz" erst im Sommer bekommen. Alle Auftritte hatte er abgesagt. Nachdem sich sein Zustand vor wenigen Wochen gebessert hatte, durfte er zunächst nach Hause. Dann habe es aber einen schweren Rückschlag gegeben und er sei erneut in die Klinik gekommen.

Der im schlesischen Bunzlau geborene Hildebrandt hatte nach dem Zweiten Weltkrieg ein Studium in München begonnen. Er entdeckte zunächst die Liebe zur Schauspielerei, doch bei der "Schauspielergenossenschaftsprüfung" fiel er durch. Zusammen mit Sammy Drechsel gründete er nach Intermezzi als Platzanweiser und als Mitglied in einem Studentenkabarett 1956 die "Münchner Lach- und Schießgesellschaft". Bis 1980 liefen Hildebrandts "Notizen aus der Provinz" im ZDF, nach einer im Wahljahr erzwungenen Sendepause wechselte er zum Sender Freies Berlin, bis 2003 war er Protagonist im "Scheibenwischer". Gemeinsam mit dem Österreich Werner Schneyder bildete Hildebrandt auch jahrelang ein Kabarett-Duo.

Alle Themen, die das Land bewegten, kamen ins Programm - pointiert, satirisch beleuchtet und gegen den Strich gebürstet. Für Bayerns ehemaligen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß war Hildebrandts scharfe Zunge "politische Giftmischerei", der Bayerische Rundfunk blendete ihn wegen "nicht gemeinschaftsverträglicher" Elemente schon mal aus dem Programm aus. 2011 wurde er schließlich mit dem kulturellen Ehrenpreis der Stadt München ausgezeichnet.

(APA/Red.)