Essen auf Rädern

Gurken aus Spanien, Knoblauch aus China, Zucker aus Paraguay – die Supermarktregale sind ein Abbild der globalisierten Welt. ­Warum Österreich auf Importe angewiesen ist.

Für die spanische Gurke gilt also wieder die Unschuldsvermutung. Was auch immer den EHEC-Erreger nach Deutschland und möglicherweise auch nach Österreich gebracht haben mag – die hektische Ursachenforschung dauerte zu Redaktionsschluss an –, Cucumis sativus war es anscheinend nicht. Als die vermeintliche Entwarnung sich Mitte vergangener Woche ihren Weg durch die Medien bahnte, war der Schaden längst irreversibel. Der grenzüberschreitende Handel mit Frischgemüse ist in weiten Teilen Europas innerhalb weniger Tage zum Erliegen gekommen, Russland verhängte Ende vergangener Woche gar einen generellen Importstopp für EU-Gemüse. Mit weit reichenden Konsequenzen für Produzenten und Händler.

Ein Beispiel unter vielen: Der auf den Import iberischen Gemüses spezialisierte Wiener Großhändler Conceptfrucht musste vergangene Woche auf einen Schlag 30 Tonnen Frischgemüse noch vor Ort vernichten. „Was aus Spanien kommt, wird nicht mehr gehandelt“, lamentiert der geschäftsführende Gesellschafter Rudolf Kaufmann stellvertretend für eine ganze Branche.

Der Einzelhandel reagierte prompt. Die Spar-Gruppe etwa lancierte noch vergangene Woche eine „Biogemüse aus Österreich“-Kampagne und beeilte sich ­dabei mitzuteilen, dass weder „Salat noch Tomaten und Gurken aus Norddeutschland, noch Gurken aus Spanien“ im Sortiment seien.

Die nun allenthalben inszenierte Nähe zu lokalen Erzeugern und deren glücklichen, weil handgestreichelten und sonnengereiften Feldfrüchten täuscht freilich darüber hinweg, dass der Handel mit Agrarprodukten längst Teil einer größeren, globalen Ordnung ist, in der Milliarden bewegt werden – wobei die Profite in der Verarbeitungskette aus Bauern, Herstellern und Händlern disproportional ansteigen.

Lebensmittel werden heute nach den gleichen Kriterien gehandelt wie Automobile, Unterhaltungselektronik oder Textilien – Obst, Gemüse, Getreide, Fleisch und Milchprodukte folgen stur dem Prinzip von Angebot und Nachfrage (mit dem Unterschied, dass viele Agrarprodukte von Staaten nach wie vor massiv subventioniert werden müssen).

Prinzipiell könnte Österreichs Landwirtschaft die Grundversorgung im Land problemlos meistern. Tatsächlich aber werden heute große Teile der Inlandsproduktion international verkauft, in erster Linie nach Deutschland und Italien. Umgekehrt importiert Österreich längst nicht mehr nur exotische Früchte, deren Herstellung im Land nur unter erheblichem Energieeinsatz und zu entsprechenden Kosten denkbar wäre. Genau genommen ist dieser Teil der heimischen Handelsbilanz sogar negativ. Nach Erhebungen der Statistik Austria wurden im Jahr 2009 Waren (Agrarprodukte, Lebensmittel und Getränke) im Wert von 7,15 Milliarden Euro exportiert, diesen standen Importe im Wert von 8,06 Milliarden Euro gegenüber – ergibt ein Minus von fast einer Milliarde Euro.

Nun sagt diese Relation allein kaum etwas über die tatsächlich gehandelten Mengen, deren Qualität, die Präferenzen der Konsumenten oder gar die Folgen für das Klima aus.

Denn während Österreich in einzelnen Segmenten (Fleisch, Milchprodukte und Getreide) deutlich mehr produziert, als es benötigt, ist der Markt gerade bei Obst und Gemüse massiv auf Importe angewiesen. Das hat vor allem mit den veränderten Konsumgewohnheiten zu tun. Saisonale Produkte wie Pfirsiche, Weintrauben, Tomaten, Paprika und eben Gurken müssen 365 Tage im Jahr frisch verfügbar sein. Und was die Landwirtschaft nicht leisten kann, kommt eben – CO2-Debatte hin oder her – aus dem Ausland.

Ein wesentlicher Indikator ist der so genannte Selbstversorgungsgrad. Er bemisst das Verhältnis zwischen Inlandsproduktion und tatsächlichem Verbrauch. Und der ist bei einzelnen Produktgruppen klar negativ.

2008/2009 wurden in Österreich insgesamt 632.000 Tonnen Gemüse erzeugt, dazu die gleiche Menge importiert. 202.300 Tonnen wurden ausgeführt (wobei darin auch Reexporte eingeführter Waren berücksichtigt sind). Die so genannte Inlandsverwendung lag demgegenüber bei fast 1,1 Millionen Tonnen, wovon allerdings mehr als zehn Prozent (157.000 Tonnen) als Überschuss vernichtet werden mussten. Daraus errechnet sich eine Selbstversorgungsquote von 60 Prozent. Bei Obst waren es zuletzt 63 Prozent. Heißt im Umkehrschluss: Mehr als ein Drittel des Obsts und Gemüses mussten auf dem Weltmarkt zugekauft werden.

Besonders drastisch die Ungleichgewichte etwa bei Champignons (Selbstversorgungsgrad: fünf Prozent), Tomaten (19 Prozent), Pfirsichen und Nektarinen (20 Prozent) sowie Paprika, Pfefferoni und Zucchini (jeweils 38 Prozent).

Zum Vergleich: Bei Fleisch erreichte Österreich laut Statistik Austria zuletzt eine Selbstversorgungsrate von 109 Prozent, bei Konsummilch waren es 153 Prozent, bei Getreide 105 Prozent und bei Kartoffeln immerhin noch 96 Prozent.

Die Selbstverständlichkeit, mit der Konsumenten heute Frische immer und überall einfordern, führt naturgemäß zu erratischen Handelsströmen – mit entsprechenden Auswirkungen auf das Klima. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat bereits 2005 eine Liste der „Produkte mit dem unnötigsten Transportweg“ erstellt, die so bis heute Gültigkeit hat. Darunter Äpfel aus Neuseeland und Argentinien, Weintrauben aus Chile, Zwiebeln aus Ägypten, Tomaten aus Kanada, Pilze aus China.

Prinzipiell gilt:
Je länger ein Produkt unterwegs ist, umso mehr Kohlendioxid fällt dabei an. Nach Erhebungen der dem Landwirtschaftsministerium zugeordneten Agrarlobbying- und Vermarktungsagentur Agrarmarkt Austria Marketing, kurz AMA, hat ein in Österreich verkauftes Kilogramm chilenischer Weintrauben einen „CO2-Rucksack“ von gleich 7,4 Kilogramm. Bei burgenländischen Weintrauben liegt der Vergleichswert bei nur 8,8 Gramm. Südafrikanische Äpfel schlagen hier mit 263 Gramm zu Buche, dem Zehnfachen eines steirischen Apfels.

Es wäre dessen ungeachtet naiv, den freien Warenverkehr nur im Kontext des Klimawandels zu diskutieren. Österreich mit konventionell beheizten Glashäusern zu überziehen, um saisonale Grenzen aufzuheben, ist jedenfalls keine Alternative. Aus Sicht des Konsumenten wiederum hieße eine Selbstbeschränkung auf überwiegend heimische Kost eine Rückkehr zu den Ernährungsgewohnheiten des frühen 20. Jahrhunderts.

Eine detailliertere Analyse zeigt indes, dass auch die generelle Kritik an den langen Transportwegen zu kurz greift. Kopfsalat etwa, der in den Wintermonaten auf Feldern rund um das südspanische Alicante produziert wird, weist trotz einer ­Distanz von fast 2000 Kilometern nicht notwendigerweise eine schlechtere CO2-Bilanz auf als in österreichischen Glashäusern gezogene Pflanzen.

Die Supermarktregale sind also ein ­Abbild der Globalisierung – und das ist
gut so. Was allerdings nicht heißt, dass Konsumenten ganz aus der Verantwortung genommen werden dürfen. Zu den ökologischen Problemen durch extensive wie intensive Nutzung der Anbauflächen und den Transport kommen soziale hinzu. Der enorme Preisdruck im Handel führt am Anfang der Verarbeitungskette nach wie vor zu Hungerlöhnen. Und das nicht nur in den Schwellenländern. In Südeuropa etwa verdienen Wanderarbeiter und Ern­tehelfer auch heute kaum mehr als 20 Euro am Tag. Sie zählen denn auch zu den Hauptleidtragenden der jüngsten Gurkenkrise. Das Dilemma ließe sich jedenfalls nicht dadurch lösen, dass österreichische Konsumenten dauerhaft auf Importe verzichten – sie müssten vielmehr bereit sein, faire Preise zu bezahlen (die dann allerdings auch entsprechend gerecht verteilt werden müssten).

An ihren Rändern sorgt die Globalisierung für bisweilen kuriose Irrfahrten, die sich nur eben nicht pauschal abbilden oder beurteilen lassen. profil hat den Weg weit gereister Produkte zu den jeweiligen Herstellern zurückverfolgt und zeigt, wie Nahrungsmittel von jenseits der Grenzen überhaupt in den Handel kommen.

Die Importeure
Schnell muss es im Obst- und Gemüsegroßhandel gehen – „just in time“, wie es im Fachjargon heißt. Nur wenige Tage bevor die Ware bei den Kunden eintreffen soll, erfolgen die Orders der Importeure. „Wenn ich heute in Spanien eine Bestellung für Gurken aufgebe, kann ich sie zwei Tage später im Zentrallager vor Ort abholen“, erzählt Rudolf Kaufmann, Geschäftsführer von Conceptfrucht, laut eigenen Angaben einer
der österreichweit fünf wichtigsten Großhändler von Obst und Gemüse.

Direkt in den Anbaugebieten oder – im Falle von Überseeware – den Kühllagern der europä­ischen Häfen wie Rotterdam, Zeebrugge, Ham-
burg und Koper wird das Obst und Gemüse verladen und nach Österreich gebracht. Den heimischen Markt teilen sich eine Hand voll Player, die Lebensmittelketten, Gastronomie und Einzelhandel mit Frischgemüse versorgen. Die größten unter den Importeuren erreichen Umsätze zwischen 50 und 70 Millionen Euro jährlich. Da matcht sich etwa die oberösterreichische Zeilberger Fruit Service AG mit der spanischen SanLucar und der Österreich-Tochter des belgischen Univeg-Konzerns.
70 Prozent des hierzulande konsumierten grünen Sortiments werden über den Wiener Großgrünmarkt umgeschlagen, täglich treffen über 2500 Lkws mit Nahrungsmitteln ein. Auch die großen Handelsketten sind mit Verteilerzentren in Wien-Inzersdorf vertreten.

Der österreichische Lebensmitteleinzelhandel setzte 2009 insgesamt 17 Milliarden Euro um, wovon 80 Prozent auf nur drei Unternehmen entfielen: den deutschen Rewe-Konzern (Billa, Merkur, Penny, Adeg), die österreichische Spar-Gruppe sowie den deutschen Diskonter Hofer.
Das spanische Gemüse „Mar de plástico“ nennen die Spanier die Region um die Stadt El Ejido in der ostandalusischen Provinz Almería. Unter Plastikplanen, die sich auf über 30.000 Hektar ausdehnen, gedeihen Tomaten, Gurken, Paprika, Zucchini, Melanzani und Fisolen. Damit handelt es sich um die weltweit größte Anbaufläche unter Folie. Drei Millionen Tonnen Treibhausgemüse werden hier pro Jahr produziert. Gut 60 Prozent gehen in den Export. Die Iberer beliefern ganz Europa. Österreich importiert etwa 170.000 Tonnen an spanischem Obst und Gemüse.

Bis etwa eine spanische Tomate im heimischen Supermarktregal landet, ist sie vier bis sechs Tage auf Achse. Weil zwischen Ernte und Ankunft beim Konsumenten einige Tage vergehen, werden die Früchte noch grün vom Strauch gepflückt. Unmittelbar nach der Ernte kommen sie sofort in eine automatische Waschanlage, wo sie mit Wasserstrahl, Spülmittel und Drehbürste gereinigt und anschließend mit Heißluft getrocknet werden.

Danach werden die Tomaten nach Größe und Qualität auf Paletten sortiert und für ein bis zwei Tage in Kühlkammern verfrachtet, bis ihre Temperatur auf zehn Grad gesunken ist. Anschließend werden sie zum so genannten Reifetransport auf Lkws verladen. Erst während der Fahrt nehmen sie ihre rote Farbe an. Doch für den Geschmack ist das unerheblich: Im Gegensatz zu Bananen oder Kiwis reifen sie nicht mehr nach. Nach drei bis vier Tagen auf der Straße treffen sie am österreichischen Umschlagplatz – dem Wiener Großgrünmarkt oder in den Verteilzentren der großen Handelsketten ein. Dort werden sie in verkaufsübliche Einheiten verpackt. Am nächsten Tag sind sie im Handel erhältlich.

2008/2009 wurde in Österreich teils deutlich mehr Gemüse importiert als erzeugt. Tomaten (Inlandsproduktion: 42.100 Tonnen, Import: 210.400 Tonnen), Zucchini (4900 Tonnen Inland, 9700 Tonnen Import) oder auch Spargel (2300 Tonnen Inland, 3900 Tonnen Import). Für Obst sind die Relationen aufgrund klimatischer Bedingungen teils noch eindrücklicher. 2009 mussten so unter anderem 67.200 Tonnen Bananen und rund 31.000 Tonnen Orangen eingeführt werden.

Die Nordseegarnele

Jedes Jahr werden vor den Küsten Nordwesteuropas rund 30.000 Tonnen Nordseegarnelen gefangen. Ein Teil davon landet in den Kühlregalen österreichischer Lebensmittelketten. Bis die Garnelen vom Meeresboden in heimische Gefrierschränke gelangt sind, haben sie einen Weg von etwa 7000 Kilometern zurückgelegt. Bevor die fünf bis sieben Zentimeter langen Krebstiere mit der biologischen Bezeichnung Crangon Crangon in den Handel kommen, muss nämlich noch der Panzer entfernt werden. Und zwar von Hand. Bis in die achtziger Jahre war dies eine klassische Nebenbeschäftigung für Hausfrauen in den Hafenstädten von Belgien, Deutschland und den Niederlanden, wo die Krabbenfischerei bis heute ökonomische Bedeutung hat. Mit strengeren Hy­gienebestimmungen kam das Aus für die Heimarbeit. Weil das Schälen der Garnelen bis heute aber von Maschinen nicht erledigt werden kann, verlagerten die großen Anbieter die Verarbeitung in Niedriglohnländer Nordafrikas. Die Nordseegarnele legt nach ihrem Tod also deutlich längere Wege zurück als zu Lebzeiten. Große Fischereibetriebe verschicken jeden Monat gut 700 Tonnen Garnelen per Lkw in das rund 3000 Kilometer entfernte Marokko. Geschält, verpackt und gekühlt kommen die Krabben auf dem Straßenweg zum Großhändler nach Nordeuropa und von dort in den Lebensmittelhandel.

Die Nachfrage nach Fisch und Meeresfrüchten zeigt seit einer Dekade steil nach oben, während der Fleischverbrauch rückläufig ist. Zwischen 2000 und 2009 stieg der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von Fisch und Fischprodukten um fast 40 Prozent. Der Konsum von Schweine- und Rindfleisch ging demgegenüber um rund sechs Prozent zurück, bei Schaf- und Ziegenfleisch waren es fast acht Prozent weniger. Das Plus bei Geflügel (+18 Prozent) vermochte den Trend nicht umzukehren.

Der paraguayische Zucker
Bis vor wenigen Jahren war die Welt der europäischen Rübenbauern eine heile. Die Europäische Zuckermarktordnung regelte Zölle und Importquoten für Rohrzucker aus Übersee, der Export des Rübenzuckers wurde darüber hinaus noch subventioniert. Heute zählen auch die Rübenbauern gewissermaßen zu den Globalisierungsverlierern. Im Jahr 2006 wurde der Weltmarkt für Zucker vor allem für Entwicklungsländer geöffnet. Die europäische Zuckerindustrie schrumpfte sich innerhalb weniger Jahre mittels finanzieller Anreize zum Ausstieg aus dem Zuckerrübengeschäft selbst gesund. Dafür steigen die Importe. Früher war das Zuckergeschäft eines der kurzen Wege: vom österreichischen Rübenfeld in die österreichische Rübenfabrik in den österreichischen Lebensmittelhandel.

Heute kann das auch so aussehen:
75 Kilometer mit dem Lkw von der paraguayischen Zuckerfabrik bis in die Hauptstadt Asunción und von da 1600 Kilometer weiter nach Buenos Aires, Argentinien. Dort wird der Zucker verschifft und im 11.400 Kilometer entfernten Antwerpen wieder entladen. Bis nach Österreich hat der Rohrzucker also fast 14.000 Kilometer zurückgelegt. Und kann dennoch nicht nur preislich mithalten. Trotz des langen Transports kann Zucker aus Paraguay unter gewissen Umständen eine deutlich bessere CO2-Bilanz aufweisen als heimischer. Der Grund: Beim Rohrzuckeranbau kommt es zu einem deutlich geringeren Einsatz von Maschinen, Pestiziden und Düngemittel als bei europäischen Rübenbauern. Darüber hinaus kann aus den Abfällen thermische Energie gewonnen werden.

In Österreich wurden zuletzt 447.000 Tonnen Zucker erzeugt und eine annähernd gleich große Menge importiert. Der Selbstversorgungsgrad lag bei knapp über 90 Prozent. Mit der Agrana-Gruppe ist hierzulande nur mehr ein einziger Erzeuger auf dem österreichischen Markt vertreten.

Die südafrikanische Weintraube

Ähnlich wie die spanischen Tomaten werden auch die Trauben am südafrikanischen Westkap lange vor der Reife geerntet (und mit Pestiziden auf die lange Reise nach Europa vorbereitet). In Kisten werden sie auf Lkws verladen und via Kapstadt über 9000 Kilometer nach Österreich verfrachtet – per Flugzeug.

Der Flugverkehr gehört zu den Klimakillern ersten Ranges. Flugtransporte verursachen etwa 200-mal mehr Treibhausgase pro Tonnenkilometer als die schon nicht besonders klimafreundliche Hochseeschifffahrt.

Landesweit wurden im Vorjahr rund 20.200 Tonnen Weintrauben verspeist, Berechnungen zum Selbstversorgungsgrad sind nicht verfügbar.

Wie verzwickt die Debatte um Sinn und Unsinn von Nahrungsmitteltransporten rund um den Globus letztlich ist, manifestiert sich allein an der Rolle der staatlichen Agrarmarkt Austria Marketing. Deren Chef Stephan Mikinovic geht, in Erfüllung seines Auftrags, mit den Importen habituell hart ins Gericht – und fordert jetzt generell einen Verzicht auf Gemüse ausländischer Provenienz. „Es gibt heimische Sorten, die auch bei uns im Winter wachsen wie beispielsweise Kraut, Kohlrabi und Chinakohl. Und natürlich lassen sich österreichische Äpfel und Kirschen im Keller gut lagern.“

Das mag ja alles sein. Mikinovic ist aber umgekehrt auch für die Vermarktung österreichischer Nahrungsmittel im Ausland zuständig. Und verantwortet damit auf der Exportseite jene CO2-Emissionen, die er auf der Importseite zu verhindern sucht.