Geordneter Rückzug

Ernst Strasser und Wolfgang Schüssel sollen sich nicht mehr verstanden haben? Lächerlich. Der Rücktritt des Innenministers verlief friktionsfrei.

Strasser: … und dann werd i no einkaufen gehen, a Viertel Butter brauch i, an Früchtetee und vielleicht a Topfengolatschen und …, ah ja, bevor i vergiss: I tritt übrigens zruck.
Schüssel: I bin ja eher für Zimtschne… Was war des Letzte?
Strasser: I tritt zruhuck!
Schüssel: Lustig bin i selber.
Strasser: Na ja, wie soll i sagen: Na.
Schüssel: Und wann bitte soll des passieren?
Strasser: I hätt mir denkt, heut wär gut.
Schüssel: Heut? Bist verruckt? De Leut könnten glauben, du machst mir des z’ Fleiß!
Strasser: Des will i doch hoffen!
Schüssel: Und warum trittst zruck?
Strasser: Lass es mi so formulieren: I kann di net leiden.
Schüssel: Des soll a Grund sein? Wer kann mi scho leiden?
Strasser: I kann di oba so was von überhaupt net leiden. I kriag an Ausschlag, wenn i di nur seh. Spätestens seit du mi bei de letzten Budgetverhandlungen so betoniert hast, hab i mir nur gwünscht, di amoi allan in aner finstern Gassen zu treffen! Wenn du ane vo deine bochenen Reden haltst, dann könnt i di …
Schüssel: Es reicht!
Strasser: Aber im Sinne eines geordneten Übergangs bin i natürlich bereit, bis Jänner im Amt zu bleiben.
Schüssel: Na sicher! Pack dein Laptop ein und schleich di!
Strasser: Geh, wir san doch erwachsene …
Schüssel: Sicherheitsdienst! I hab da den miesen Hund, der gegen mein Willen eure Überstunden z’sammgstrichen hat! Schnell! Da rennt er!