Kritik an der Stadt Wien bleibt aufrecht:
Donaukanal-Wasser ungenügend gemessen

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner neu erscheinenden Ausgabe berichtet, sind die Wasserproben, die von der Stadt Wien im Mai dieses Jahres in Auftrag gegeben wurden, mit unzureichenden Messmethoden durchgeführt worden. Sie sollen klären, ob der Wiener Donaukanal mit krebserregenden Stoffen belastet ist. Anlass dafür waren Forschungsergebnisse des Wiener Krebsforschers Siegfried Knasmüller, der bereits in den Jahren 1999 und 2000 an verschiedenen Stellen des Donaukanals extrem krebserregende und andere gesundheitsgefährdende Stoffe gefunden hatte.

Im Mai 2008 hatte das Umweltreferat der Stadt Wien deshalb das Unternehmen EWS Consulting Wruss ZT GmbH beauftragt, erneut Proben aus dem Donaukanal zu entnehmen, um die Ergebnisse Knasmüllers zu überprüfen. Die Endergebnisse werden erst im Herbst erwartet, jedoch konnte ein Vorab-Analysebericht erstellt werden, der keine der von Knasmüller gefundenen Krebserreger fand.

Tamara Grummt, Expertin des deutschen Umweltbundesamtes, erklärte "profil" gegenüber jedoch, dass es sich bei der angewandten Messmethode um ein so genanntes chemisch-analytisches Verfahren handelt, mit welchem nur bestimmte Stoffe gefunden werden können. "Was sie mit dieser Methode suchen, finden sie bestimmt. Jedoch kann bei dieser Methodik nur ein Teil des Spektrums an nachweisbaren Stoffen nachgewiesen werden", so Grummt. Der Test könnte demnach gewisse Krebserreger übersehen haben.
(apa/red)