Romney gewinnt Vorwahlen in Michigan und Arizona

Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner ist Mitt Romney bei seinem Heimspiel in Michigan mit einem blauen Auge davongekommen: Der Favorit gewann die Vorwahl in seinem Geburtsstaat knapp gegen den ultrakonservativen ehemaligen Senator Rick Santorum. Bei den Vorwahlen in Arizona errang Romney dagegen wie erwartet einen klaren Sieg.

Romney kam in Michigan dem TV-Sender CNN zufolge nach Auszählung von 88 Prozent der Stimmen auf 41 Prozent, Santorum erhielt demnach 38 Prozent. Abgeschlagen auf den hinteren Plätzen landeten der texanische Abgeordnete Ron Paul mit zwölf Prozent und der ehemalige Chef des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, mit sieben Prozent.

Was Sie schon immer über Mitt Romney wissen wollten

Aussehen: Ken
Romneys unbestreitbare Attraktivität ist bereits Gegenstand von Witzen. Der TV-Humorist Conan O’Brien behauptete, Mattel, der Hersteller der Ken-und-Barbie-Puppen, habe Romney zusammengebaut.

Körpergröße: 1,88 m

Große Kandidaten haben bei US-Präsidentschaftswahlen statistisch bessere Siegeschancen als kleine. Fragen Sie John McCain (1,68 m), Verlierer gegen Barack Obama (1,85 m).

Familienstand: verheiratet, fünf Söhne

Mitt lernte seine spätere Ehefrau Ann Lois Davies bereits in der Grundschule kennen. Verheiratet sind die beiden seit 1969. Die daraus ableitbare charakterliche Beständigkeit generiert Sympathien.

Alter: 64 Jahre

Romney wäre ein verhältnismäßig alter Präsident (bei einem möglichen Amtsantritt: 65); zu seinem Glück sieht man ihm sein Alter nicht an. Zudem war Ronald Reagan (69) bei der Inauguration noch älter, George Bush senior (64) kaum jünger.

Herkunft: Oberschicht

Aus gutem - oder besser noch: reichem - Haus zu stammen ist kein Fehler, wenn man die Liste der US-Präsidenten durchgeht. Mitt ist das vierte und jüngste Kind des ehemaligen Gouverneurs von Michigan, George W. Romney, und dessen Frau Lenore. Geburtsort: Detroit. Politische Heimat: Massachusetts.

Vermögen: 207 Mio. Euro

Der Reichste im Kandidatenfeld behauptet gern und nicht ohne Beleg, er verstehe etwas von Wirtschaft. Als Geschäftsführer des Investmentunternehmens Bain Capital agierte er höchst erfolgreich - allerdings, wie ein 28-Minuten-Video seiner Gegner zu belegen versucht, durch brutale Entlassungen.

Ausbildung: Harvard

Das Curriculum Vitae eines Präsidenten kommt nicht ohne Erwähnung einer der Elite-Unis oder der Militärakademien aus. Romney belegte einen Jus/Business-Kurs in Harvard.

Religion: Mormone

Im Weißen Haus wohnte noch nie ein bekennender Atheist, allerdings auch noch nie ein Anhänger der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, vulgo: Mormonen. Mitt Romney ist nicht nur gläubig, sondern war sogar in seiner Jugend als Missionar in Frankreich tätig. Die Mormonen meinen, sie würden in den USA noch stärker diskriminiert als Afroamerikaner. Man wird sehen.

Kulturelle Vorlieben: was alle mögen

Er hört die Beatles und Johnny Cash, liest John Steinbeck und Mark Twain, sieht gern "Indiana Jones“ und "Star Wars“, aber auch die Casting-Show "American Idol“ und das Teenie-Drama "Twilight“. Was den TV-Komiker Jimmy Kimmel zur Bemerkung veranlasste, Romney wäre "nicht nur der erste Mormone, sondern auch das erste 13-jährige Mädchen im Weißen Haus“.

Facebook-Eintrag: viele Freunde

Bis Ende vergangener Woche waren es 1.313.488 Facebook-User, die auf den "Gefällt mir“-Knopf von Mitt Romneys Seite drückten. Damit hat Romney mehr Freunde als Bundeskanzler Werner Faymann (5491), aber deutlich weniger als Barack Obama (24.442.114).

Militärdienst: nein

Als Student und als Mormone vorübergehend vom Wehrdienst befreit, zog der junge Romney später bei der Rekrutierungs-Lotterie am Ende eine hohe Nummer und musste nicht dienen.

(Robert Treichler/Red)