Monika Lindner und Team Stronach: wie man „wilde Abgeordnete” wird

Monika Lindner wird ihr Nationalratsmandat als „wilde Abgeordnete” annehmen. Wie man „wild” wird:

Am Mittwoch tagt im Innenministerium die Bundeswahlbehörde und präsentiert das amtliche Endergebnis der Nationalratswahl. In der Folge geben die Parteien bekannt, welches Mandat die Kandidaten annehmen: Viele kandidierten ja sowohl im Regionalwahlkreis als auch auf der Landes- oder der Bundesliste. Verzichtet ein Kandidat vor dieser Sitzung auf sein Mandat, geht dieses automatisch an den nächsten Kandidaten auf der Liste.

Damit stehen dann die 183 Abgeordneten fest. Ihre Namen werden ganz altmodisch auf der Amtstafel des Innenministeriums angeschlagen und auf der Internet-Website veröffentlicht. Auch der Parlamentsdirektion wird diese Liste übermittelt, die dann die Abgeordneten zur konstituierenden Sitzung am 29. Oktober lädt. Schon am Tag zuvor konstituieren sich die einzelnen Klubs. Deren Vorsitzenden müssen danach der Nationalratspräsidentin mitteilen, wie viele Mitglieder der jeweilige Klub hat. Fünf müssen es mindestens sein, sonst gibt es keinen Klubstatus und damit auch keine Klubförderung.

Wird Monika Lindner also "wilde“ Abgeordnete, erscheint sie einfach nicht bei der konstituierenden Sitzung des Stronach-Klubs. Dieser umfasst dann eben nur zehn Mandatare.

Herbert Lackner