Wellenreiter

Karl-Heinz Grasser führt auf den Malediven hochrangige Gespräche, wird gebeten zu bleiben – und erntet große Dankbarkeit, als er es tut.

Karl: Es is verheerend.
Heinz: In so aner Situation muass a jeder Opfer bringen.
Karl: Aber, i mein, echt jetzt. Flut hin oder her.
Heinz: Wenn ka Hummer da is, is halt kana da. Und Scampi san besser als nix.
Karl: Oba nit viel.
Heinz: When in Rome, eat as the Romans eat.
Karl: Der Tennisplatz is a no immer total versaut. Und auf Seetang bring i nun amol kan Topspin auf mei Rückhand, es tuat ma leid. A tolles Atoll.
Heinz: Aber jetzt denk doch bitte dran, was dos für a Signal is, wenn du abreist!
Karl: Ob in der Business Class was frei is?
Heinz: I mein, du! Grad du! Breaking News auf CNN, die Weltpresse stürzt si drauf – und scho hamma a Massenflucht. Der Tourismus bricht völlig zsamm, und dann wollen s’ wieder Entwicklungshilfe.
Karl: Weil, wenn was frei wär ... Gangert si dann nit vielleicht sogar no a Wochen Karibik aus? Ham s’ wenigstens die scho wieder hergrichtet nach diese blöden Hurricanes?
Heinz: Des bringt doch nix. Da sitzt ja tagelang nur im Flieger.
Karl: In so ana ausweglosen Lage war i nimmer, seit sie damals mei Haarpflege-Linie eingstellt ham.
Heinz: I bin mir außerdem sicher, der Finanzminister von denen will si unbedingt mit dir treffen. Ruaf eam doch an! Biiiitte! I wüll no nit heim! Dort isses kalt. Und Farb hab i a no kane.
Karl: Himmel, dann bleib i halt. Dos is a Wahnsinn, dir kann ma einfach nix abschlagen!
Heinz: Ma, danke!