Österreichischer Kunstpreis an Ashley Hans Scheirl

Ashley Hans Scheirl

Ashley Hans Scheirl

Extravagante Größe: Ashley Hans Scheirl wird – im Bereich Bildende Kunst – mit dem Österreichischen Kunstpreis 2019 ausgezeichnet.

Mit jeweils 15.000 Euro ist der Österreichische Kunstpreis, den das Bundeskanzleramt jährlich in neun Kulturdisziplinen vergibt, dotiert. In der Sparte Bildende Kunst wird ihn heuer, wie profil in Erfahrung bringen konnte, Ashley Hans Scheirl erhalten. Die extravagante Künstlerin, die ihr Leben als Kunstwerk betrachtet, hieß bis zu ihrem 40. Geburtstag Angela. Während eines langjährigen London-Aufenthalts in den 1990er-Jahren begann sie sich unter Zuhilfenahme von Testosteron planvoll zu verändern, nannte sich schließlich Hans Scheirl.

Grenzübergang

Seit 2016, als sie 60 Jahre alt wurde, tritt sie unter dem Namen Ashley Hans Scheirl in Szene. Seit ihrer Kindheit, sagt die gebürtige Salzburgerin, fühle sie sich von einem prekären Identitätsgefühl begleitet. Scheirls „Life Art“, die vor zwei Jahren auch auf der Documenta zu sehen war und Teil der kommenden Biennale von Lyon sein wird, ist einem transgressiven Ansatz verpflichtet. Daher findet man in ihrem Oeuvre weder geschlechtliche Eindeutigkeit noch mediale Homogenität: Low-Budget-Fantasyfilme wie Rote Ohren fetzen durch Asche (1991), Performances und Installationen sind wesentlicher Bestandteil der künstlerischen Praxis Scheirls, deren Hauptmedium jedoch die Malerei ist.

Ihre aktuellen Bilder zeichnen sich durch die Kollision von fotorealistischen Elementen und abstrakt-expressionistischen Partien aus. Scheirls installative Begehrensräume mit Wandtapeten und gigantischen Cut-Outs (etwa einer überdimensionalen Faust) bilden begehbare Zonen, die sich an der „libidinösen Ökonomie“ des französischen Philosophen Jean-François Lyotard orientieren.