Sammlung Essl – Albertina-Kurator tritt zurück

(v.l.) Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder, BM Thomas Drozda (SPÖ) und Sammlungs-Eigentümer Karlheinz Essl.

(v.l.) Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder, BM Thomas Drozda (SPÖ) und Sammlungs-Eigentümer Karlheinz Essl.

Vertreter des Bundeskanzleramtes Havranek kritisiert mangelnde "Transparenz".

Wie profil in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, zeitigt die Übernahme der Sammlung Essl durch die Albertina (im Wege einer Dauerleihgabe) personelle Konsequenzen. Am 3. April reichte Kurator Günther Havranek bei SPÖ-Kanzleramts- und Kulturminister Thomas Drozda den sofortigen Rücktritt aus dem Kuratorium der Albertina ein. Havranek, SPÖ-naher Wiener Steuerberater und Eigentümervertreter der Tageszeitung „heute“, war von Drozdas Vorgänger Josef Ostermayer in das Kontrollgremium des Bundesmuseums entsandt worden.

Laut dem profil vorliegenden Rücktrittsschreiben sieht Havranek „in diesem Deal die Grundsätze der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit nicht ausreichend transparent dargestellt“, weshalb er bei der Kuratoriumssitzung am 19. Jänner (gemeinsam mit der Vertreterin des Finanzministeriums) auch gegen die „Essl-Vereinbarung“ gestimmt habe. Die Dauerleihgabe läuft bis 2044; für 2017 wurden aus dem laufenden Budget des Kanzleramtes 1,1 Millionen Euro reserviert. Die Finanzierung darüber hinaus könnte laut profil noch zu Diskussionen mit dem Finanzministerium führen. Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder verweist auf die „Ermächtigung“ sowie „verbindliche Zusagen“ des zuständigen Ressorts: „Die Welt wäre ärmer, gäbe es keine Dauerleihgaben. Wir konnten sicherstellen, dass 50 Jahre Kunstgeschichte öffentlich zugänglich bleiben.“

Drozdas Kabinett wollte Havraneks Rücktritt nicht kommentieren. In einer profil übermittelten Stellungnahme heißt es, die Kooperation werde „die Sammlung Essl als Markstein in der Museumslandschaft etablieren“. Und: „Die geplanten Zuwendungen von einer Million Euro jährlich werden in den kommenden Budgetverhandlungen im Herbst verhandelt.“