© Walter Wobrazek

Meinung
12/02/2017

Rainer Nikowitz: Ja – oder Ja?

Die Vorbereitungen zum von der FPÖ ersehnten Ausbau der direkten Demokratie laufen bereits auf Hochtouren.

von Rainer Nikowitz

Strache: Okay, dann simma uns also einig. Die Frag von unserer ersten Volksabstimmung wird heißen: „Sind Sie dafür, dass der Islam in Österreich verboten wird?“ Kickl: I würd bei der Formulierung no nachschärfen: „endlich verboten wird“. Strache: Guat, dann also endlich. Hofer: Und „ein für alle Mal“! Strache: Vo mir aus: endlich ein für alle Mal. Vilimsky: Und die Art der Fragestellung … die tragt zur Unklarheit bei, find i. Die sollt ma a no amoi überdenken. Strache: Inwiefern? Vilimsky: Es müsst mehr so heißen: „Sie sind hoffentlich eh dafür, dass der Islam in Österreich endlich ein für alle Mal verboten wird.“ Ohne Fragezeichen. Kickl: Und als Antwortmöglichkeiten: „Ja“ und „Sowieso!“ Hofer: So isses perfekt. Vilimsky: Dann hätt i glei den nächsten Vorschlag, der unter den Nägeln brennt: „Wollen Sie immer gleich vor der Haustür einen Parkplatz finden?“ Strache: Na, was denn! Hofer: Okay. Wird in die Liste aufgnommen. Kickl: Oba … wart’s amol. Was is, wenn da a Moslem wohnt? Strache: Na ja, de san ja dann verboten. Kickl: Dos heißt also, wir müssen warten, bis die erste Abstimmung durch is. Vilimsky: Na geh! I will oba jetzt glei an Parkplatz vor der Haustür! Kickl: Politik ist das langsame Bohren harter Bretter. Max Weber. Vilimsky: Der hat leicht reden. Der hat sicher a Garage. Strache: Jetzt tua da nix an. Wir beeilen uns halt. Vilimsky: Sagen wir bei den Koalitionsverhandlungen net immer, dass Qualität vor Tempo geht? Hofer: Scho. Aber wenn ma beides ham kann? Kickl: Nächster Vorschlag: „Sind Sie für die Abschaffung des Wortes ‚links‘“? Hofer: Reizvolle Idee. Da wird Twitter heißlaufen. Aber was verwend ma stattdessen? Was derzählt mir dann mei Navi, wenn i nun amoi links abbiegen muss? Kickl: Halbrechts! Vilimsky: Des heißt, i bin dann a Halbrechtsträger? Des klingt a bissl unsexy. Strache: An sich hätt ma si diesbezüglich grad als ideologischer Tiefwurzler scho längst umorientieren sollen. Vilimsky: Und was mach ma mit die Halbrechtshänder? Hofer: Ma kann immer a Haar in der Suppen finden. Davon sollt ma uns aber net bremsen lassen auf dem Weg zur plebiszitären Boulevardokratie. Vilimsky: Zu unserer … was? Kickl: Kennst du „Ein Herz und eine Krone“? Strache: Apropos: Die Einführung der „Krone“-Abgabe sollt ma net vergessen. So was wie die GIS, nur halt für die Muthgassen. Hofer: Darüber kömma oba ka Volksabstimmung machen. Da sagen s’ uns ja nein. Kickl: Außerdem wär der Fellner net sonderlich glücklich. Vilimsky: Stimmt. Und wenn’s ganz bled rennt, dann is der Halbrechtsträger a no. Strache: Dann müss ma’s halt do so machen, wie die vorige Regierung. Bleib ma bei der besonderen Presseförderung mittels Inseraten. Kickl: I sag ja immer: Es war net alles schlecht damals. Höhö! Hofer: I hätt no a Idee. Strache: Allerweil, du hättest scho im Bundespräsidentenwahlkampf ane ghabt. Hofer: Sehr witzig. Also: „Sind Sie dafür, dass unösterreichische Umtriebe abgestellt werden?“ Strache: Wer könnt da dagegen sein? Aber was wär denn das zum Beispiel? Hofer: Schlecht über Österreich – also über uns – reden. Schlecht schreiben. Witze über Österreich – also über uns – machen. Kickl: Großartige Idee. Aber i seh da a ziemlich breite Protestbewegung auf uns zukommen. Hofer: Na und? Wer dagegen is, is ka Patriot. Nix leichter als des. Außerdem müss ma ja net glei verraten, was ma alles meinen. Des steht dann erst im Kleingedruckten. Vilimsky: Was werden s’ da in Europa dazu sagen? Hofer: Desselbe wie über Ungarn. Und was hat des für Auswirkungen? Strache: Genau keine! Vilimsky: Aber da wird uns die ÖVP net mitmachen. Kickl: Geh! Wie wann de a Interesse daran hätten, kritisiert zu werden! Denk amol dran, wie denen scho jetzt der Trenzerling aberinnt bei dem Gedanken, dass sie bald den ORF auf Linie bringen kennan. Hofer: I find, des is jetzt scho a ziemlich rundes Paket. Wobei ma’s no erweitern müssen. Aber alles andere san ja Selbstverständlichkeiten. So was wie: 20 Grad von November bis Februar. Strache: Außer auf Skipisten. Dort besteh ma auf minus eins und zwa Meter Schnee. Strache: Rapid gwinnt die Champions League. Vilimsky: Und was is mit der Austria? Strache: Nächstes Jahr. Kickl: Garantierter Sitzplatz in der U-Bahn, Schnitzelpflicht im Kindergarten, der Sprit kostet zehn Cent und die Frauen san alle schön. Hofer: Und i werd nächster Bundespräsident! Kickl: Na ja … hamma da net grad erst abgstimmt? Hofer: Schon. Aber des nächste Mal mach ma’s ohne Gegenkandidaten! Strache: Es wird ein schönes Land!

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