© Udo Titz

Rainer Nikowitz: Einer für alle
09/15/2018

Rainer Nikowitz: Einer für alle

Die Retter des Abendlandes basteln an einer gemeinsamen Plattform für die EU-Wahl. Das kann auf lange Sicht nur gutgehen.

von Rainer Nikowitz

Gauland: ... und wir werden unser gemeinsames Ziel, dieses Europa, diese Zwangsunion zu zerstören, am schnellsten mit vereinten Kräften erreichen. Das ist klar wie Kloßbrühe. Strache: Was ich immer sage. Gauland: Sie sagen „Kloßbrühe“? Sie können doch gar nicht richtig Deutsch, hoho! Kleines Späßchen! Strache: Ich versteh schon! Was sich liebt, das neckt sich, gell? Salvini: Was ist Kloßbrühe? Le Pen: Das wollen Sie nicht wissen. Hat mit Essen zu tun – oder was die dafür halten. Orbán: Wir sind uns also einig, dass diese Brüsseler Diktatur gestürzt werden muss. Von uns allen. Wir müssen an einem Strang ziehen. Åkesson: Sehr richtig! Viele Hände, rasches Ende.

Strache: Und dann, dann wird endlich alles besser. Jeder ist wieder Herr seiner selbst. Le Pen: Oder Frau! Orbán: Dieses Gendern, das hat auch dieser Soros erfunden. Ich dachte, wir sind gegen diesen Mist? Le Pen: Das kann jeder halten, wie er will. Wie ja dann überhaupt alles, wenn wir unseren jeweiligen Völkern ihr Selbstbestimmungsrecht wiedergegeben haben. Salvini: Endlich! Dann wird Italien wieder, wie es früher war! Åkesson: Korrupt bis ins Knochenmark? Kleines Späßchen! Salvini: Nun, Nordmann, immerhin haben wir schon mit Messer und Gabel gegessen, während ihr da oben noch überlegt habt, ob ihre eure Höhlenmalerei mit den Fingern oder den Zehen machen sollt. Åkesson: Ha! Köstlich!

Gauland: Das werden herrliche Zeiten! Endlich kann sich der Deutsche wieder ohne Fesseln bewegen! Le Pen: Innerhalb seiner Grenzen, versteht sich! Gauland: Ach, Madame! Wir sind das Volk der Dichter und Denker – und von sonst auch so noch einigem. Für uns gibt es keine Grenzen. Åkesson: Aber, lieber Freund! Grenzen sind gut, darüber waren wir uns doch schon einig. Sie wirken nach außen – und nach innen! Ich träume von befestigten Grenzen. Vor allem nach Süden! Orbán: Ich habe noch jede Menge Stacheldraht. Bedient euch. Also, gegen Bezahlung selbstverständlich. Strache: Nun, im Gegensatz zum alten bekommt in unserem neuen Europa keiner eben mehr etwas geschenkt, net wahr?

Orbán: Dabei war das der Teil vom alten Europa, den ich gar nicht so übel gefunden habe. Strache: Wir haben jetzt genug nettogezahlt. Unser Geld für unsere Leut. Åkesson: Sehr richtig! Solange wir noch unsere Leute sind. Le Pen: Wir fangen jetzt aber keinen Streit ums Geld an! Auf diese Ebene dürfen wir uns nicht hinunterbewegen. Das passt nicht zu den hehren Zielen unserer Bewegung. Salvini: Da hat sie recht, die Froschfresserin. Kleines Späßchen! Strache: Du hast es notwendig, Katzelmacher. Salvini: Äh ... wie? Strache: Bambini ... ding. Gauland: Eines steht fest: Wenn ihr alle weiter wollt, dass der deutsche Michel zahlt, dann sagt er auch, wo’s langgeht. Und zwar mit fester Stimme.

Le Pen: Typisch. Was anderes kann man von einem Deutschen auch nicht erwarten. Es liegt euch im Blut, was? Gauland: Das muss ich mir von einer dekadenten Französin nicht sagen lassen. Le Pen: Wir wissen wenigstens, wie man richtig lebt. Gauland: Dafür habt ihr in Wahrheit eigentlich alle Kriege verloren. Le Pen: Und ihr den, auf den es in Wahrheit angekommen ist. Strache: Ach, komm Marine! Ohne die Amis würdet ihr doch in Paris heute alle Schnitzel und Burenwurst fressen. Gauland: Das Schnitzel aber mit Soße! Strache: Na, sicher net!! Da geht an ja des G’impfte auf, heast! Gauland: Als ob der Schwanz mit dem Hund wackeln würde! Das würden ja wohl immer noch wir Deutsche bestimmen.

Strache: Ich sehe mich auch als Deutschen! Gauland: Ach, machen Sie sich doch nicht lächerlich, junger Freund! Sie sind bestenfalls eine Unterart. Salvini: Die aber trotzdem immer mehr Richtung Südtirol schielt. Bis sie einmal kräftig eine auf die Finger bekommt. Åkesson: Klar. Ohne Südtirol wärt ihr im Club Méditeranée ja noch viel abgebrannter, als ihr es ohnehin schon seid. Orbán: Aber Freunde, ich bitte euch! Lasst uns nicht herumstreiten, sondern alle Probleme, die hier aufzutreten scheinen, so lösen, wie es Männer unseres Schlages nun einmal tun! Strache: Sehr richtig! Le Pen: Männer unseres Schlages? Orbán: Draußen vor der Tür. Schlagringe erst ab der dritten Runde. Einmal jeder gegen jeden. Wer am Schluss noch steht, ist Capo. Salvini: Na dann, los! Wer als Letzter draußen ist, ist ein schwuler Afghane! Le Pen: Das ist aber unfair. Wie soll ich da mithalten? Ich bin eine Frau. Gauland: Jetzt auf einmal?

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