© Udo Titz

Meinungen
01/03/2020

Rainer Nikowitz: Freundliche Übernahme

Wenn Türkis-Grün wirklich funktionieren soll, muss natürlich auch auf zwischenmenschlicher Ebene alles passen.

von Rainer Nikowitz

Kurz: So, jetzt hätt ma’s also wirklich gschafft. Kogler: Schaut so aus. Türkis-grün, unglaublich. Wer hätt si des vor a paar Monat denkt? Kurz: I muss mi echt bedanken bei dir. Vor allem für dei Großzügigkeit bei der Ressortverteilung. Kogler: I schließ die Augen und tu’s für Österreich. Kurz: Und dass ihr am Ende sogar darauf verzichtet’s, euren absoluten Finanzexperten als Staatssekretär neben den Blümel ins allerwichtigste Ministerium zu setzen, nur, weil er halt leider ka Frau is – des is echt hohe Schule. Wahnsinnig professionell. So hamma euch gern. Kogler: Man muss halt Prioritäten setzen. Und ma kann bei solchen urwichtigen und für alle Zeiten unverrückbaren Prinzipien wie Quoten net a no drauf achten, dass ma si damit net ins eigene Knie schießt. Des wär ja total ungrün. Kurz: Einfach wird des Ganze trotzdem net werden. I mein, verhandeln is des eine. Aber dann machen … Kogler: Ma hat’s halt net leicht. Aber leicht hat’s an. Kurz: Hä? Kogler: Oide oststeirische Volksweisheit.

Vo mir aus kömma a Disco-Bowling gehen. Des mach i a gern. Aber nur, wenn i mit Bande spielen derf!

Kurz: Es gibt außerdem noch einen Punkt, über den ma no gar net gredet ham – obwohl er sehr wichtig is. Kogler: Nach 100 Tag Verhandlungen in x Arbeitsgruppen? Was hamma vergessen? Kurz: Die persönliche Ebene. Des Zwischenmenschliche. Kogler: I find, wir ham eh scho a durchaus korrektes Verhältnis aufbaut. Kurz: Korrekt eh. Die Frag is nur, ob des reicht. I mein, i tu mir auf dem Gebiet ja a alles andere als leicht – aber sollt ma net versuchen … I weiß net. Sollt ma net versuchen, so was wie Freunde zu werden? Kogler: Uh! Kurz: Mit dem Strache hat des a funktioniert. Kogler: Den Satz möcht i bitte in Zukunft unbedingt öfter hören. Kurz: I red ja net davon, dass ma gemeinsam in a WG ziehen und du mei Zahnbirschtl verwenden kannst, wennst deins net findst. Kogler: Und dass ma uns dann aufs Sofa haun und miteinand des ganze Wochenend a Serie bingewatchen. Kurz: Na ja … Wenn’s „Grey’s Anatomy“ wär, dann hätt i da gar net unbedingt was dagegen. Kogler: Was?? Kurz: Des is mit dem HC nie gangen. Der wollt immer nur Zombies sehen. I hab dann immer gsagt, HC, wennst des willst, dann beruf doch einfach den blauen Parlamentsklub ein und … Kogler: Du willst mit mir fernschauen?? Hast du am Wochenend nix Besseres zum tuan? Kurz: Na ja … Vo mir aus kömma a Disco-Bowling gehen. Des mach i a gern. Aber nur, wenn i mit Bande spielen derf! Kogler: Also i … I bin jetzt ein bissl … Damit hab i net grechnet. Kurz: Oder mach du an Vorschlag. Was treibst denn du so in deiner Freizeit? Kogler: I … Also i bin am Wochenend meistens leider net in Wien. Kurz: Super! Mach ma a Landpartie, da bin i glei dabei! Die braven, einfachen Leut draußen auf der Scholle ham mi eh viel lieber als de Gfraster in der Stadt. Kogler: Und i tu sehr viel lesen in meiner Freizeit. Kurz: Macht nix. Des kummt in die besten Familien vor. Sogar bei uns in der Partei gibt’s zwa, drei, de … Kogler: Allein!! I les sehr gern allein. Und ungestört!

I muss offenbar no deutlicher werden. Sebastian, i bin zwar jetzt dei Regierungskollege – aber es tut mir sehr leid: I will net dei Freund sein.

Kurz: Hmm. Und wenn ma a Hörbuch probieren täten? Und i ganz still bin? Kogler: Hast des mit dem HC leicht a gmacht? Kurz: Geh bitte! Des Einzige, was der glesen hat, waren die Etiketten von Wodkaflaschen. Aber i muss zugeben: Fad war’s net mit ihm. Vorausgesetzt, ma mag Paintball, Schaumpartys, GTI-Treffen und Schlammcatchen. Kogler: Damit kann i leider net dienen. Kurz: Eh net. Und i will jetzt a gar nimmer drüber sudern, dass dieser erfolgreiche, gemeinsame Weg mit der FPÖ leider net fortgesetzt werden hat kennan. Des is Schnee von gestern. Aber jetzt müssen halt wir schauen, dass unser Weg genauso erfolgreich wird. Und in diesem Sinne: Wie schauert’s denn zum Beispiel aus mit Batiken oder was? So was macht’s ihr Grünen doch normalerweise gern, oder? Kogler: Naa! Kurz: Des wird jetzt langsam a bissl zach, heast. Ka „Grey’s Anatomy“, ka Disco-Bowling, ka Batiken – ehrlich gsagt hätt i mir denkt, dass du a erfüllteres Privatleben hast. Kogler: Mei Privatleben is wunderbar! Aber … Kurz: Was? Kogler: Aber halt privat! Kurz: No, und meins erst! Da hab i vollstes Verständnis. Vo mir erfahrt kana was! Kogler: Okay. I muss offenbar no deutlicher werden. Sebastian, i bin zwar jetzt dei Regierungskollege – aber es tut mir sehr leid: I will net dei Freund sein. Kurz: Net? Kogler: Na. Kurz: Der Letzte, der des gsagt hat, war der Kern. Oder … do der Mitterlehner? Kogler: Na ja … Und was sagt uns des? Kurz: Dass nach der Wahl vor der Wahl is.

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