Rainer Nikowitz: Pannoniens Winde

Rainer Nikowitz: Pannoniens Winde

Rot-Blau mit Hans Peter Doskozil als Kanzler? Wem ist das denn bloß wieder eingefallen?

Rendi-Wagner: Gut, also wenn sonst nix mehr is … dann erkläre ich hiermit diese wie nahezu immer ungeheuer aufregende Sitzung des Parteivorstandes für geschlo…
Doskozil: I wollt do no was sagen!
Rendi-Wagner: Hätt mi a gwundert!
Doskozil: I wollt sagen: I war’s net!
Rendi-Wagner: Des is im Prinzip ebenso löblich wie es angesichts der Person, die’s sagt, höchst unglaubwürdig is.
Doskozil: I hab dem Tschürtz net gsagt, er soll sagen, dass im Bund Rot-Blau mit mir als Kanzler a Gschicht warat. I war’s net.
Rendi-Wagner: So, so. Des heißt also, der macht di aus völlig heiterem Himmel zum SPÖ-Chef. Einfach so.
Ludwig: Des muaß nix heißen. So was kummt bei uns immer aus heiterem Himmel.
Doskozil: Bei dir hat ja damals a kana so richtig gwusst, warum.

Drozda: Eure galoppierende Unterstützung für die Pam kennt eh a jeder zur Genüge. Aber muss ma jetzt echt schon an Blauen a Inserat für sich aufgeben lassen? Geht’s eigentlich no tiefer?
Ludwig: Im Moment net. I tät sagen, damit wart ma bis zu de Koalitionsverhandlungen.
Doskozil: Außerdem hab i do gsagt, i war’s net! I kann a nix dafür, dass i … so meine Fans hab.
Drozda: Dazu kann ma nur sagen: Zeig mir deine Fans, und ich sage dir, wer du bist!
Ludwig: Und dazu kann ma nur sagen: Zeig mir, dass du kane hast – und i sag dir, warum net!
Rendi-Wagner: I versteh überhaupt net, warum ma da scho wieder Unruhe einebringen muss! Jetzt, wo der Wahlkampf grad so richtig abhebt!
Ludwig: Mit dem Paragleiter?
Rendi-Wagner: Äh … was?
Ludwig: Der Wahlkampf. Der gerade abhebt. Oder mit dem Heißluftballon?
Rendi-Wagner: Wieso die Frag??
Ludwig: Weil hören tät ma nix!
Drozda: Typisch. Bei euch muss alles immer laut sein. Kein Sinn für Zwischentöne!
Doskozil: Des ane sag i dir: Mit meine Zwischentöne kannst in Mörbisch de „Gräfin Mariza“ aufführen.
Drozda: De is aber net vom Schönberg.


I soll a paar Prozent zulegen – damit ihr Vögel dann Rot-Blau machen könnt’s? So weit kummt’s no!

Rendi-Wagner: Und was des Ganze no unnötiger und depperter macht: Rot-Blau geht si ja net amoi aus! Ihr redet’s da ohne Not über a Koalition, die gar ka Mehrheit hat.
Doskozil: Genau. Des nämlich a no.
Ludwig: Weil was sagt des über uns und unser zu erwartendes Ergebnis?
Rendi-Wagner: Wir liegen … stabil.
Ludwig: Und zwar am … Meeresgrund?
Doskozil: Ma müsst si halt vielleicht amoi zsammreißen und dem Kurz vielleicht auch amoi was abnehmen! Kann ja ka Naturgesetz sein, dass nur der gwinnt! Wie der Tschürtz gsagt hat: Die FPÖ legt a paar Prozent zu und wir auch a paar. Und dann schau ma amoi …
Rendi-Wagner: I soll a paar Prozent zulegen – damit ihr Vögel dann Rot-Blau machen könnt’s? So weit kummt’s no!
Ludwig: Wir san aber eh kane Fantasten. Wir wissen eh, dass da vurher no eher Rapid Meister wird.
Doskozil: Und zwar vor Hartberg.

Drozda: Wisst’s was, meine Herren? Während ihr da nur ohne Ende Sprüche klopft’s, sind wir schon voll dabei, dem Herrn Kurz sehr wohl was abzunehmen.
Ludwig: Und zwar was? Die Arbeit?
Drozda: Die Themenführerschaft!
Doskozil: Die Themenführerschaft.
Drozda: Ja.
Doskozil: Bei …?
Drozda: Gen…
Ludwig: …manipulation?
Doskozil: Net Gender! Bitte net Gender!
Drozda: Gen… …erell.
Rendi-Wagner: I spür einfach, wenn i bei den Menschen da draußen bin, dann spür ich so richtig, dass …, dass …
Ludwig: No?
Drozda: Dass es Zeit ist!
Doskozil: Des spürert a Digitaluhr a.
Rendi-Wagner: Und des Beste is: Die Fernsehkonfrontationen kommen ja alle erst!
Ludwig: Eh. Erinner mi dran.
Doskozil: I freu mi a scho so.


Richt deinem Herrn Tschürtz einen schönen Gruß aus von mir. Und sag eam: Dream on, Baby!

Rendi-Wagner: Was gedenkt’s eigentlich ihr no so bis zum Wahltag zu machen? Wo is euer Beitrag zu den paar Prozent, die ihr gerne hättet’s?
Ludwig: Das ist eine reine Bundeswahl, aus der man keine Rückschlüsse auf Wien ziehen kann und darf.
Doskozil: Ich bin dem Burgenland im Wort, und wer mich kennt, der weiß, dass ich mein Wort … immer – und so weiter und so fort.
Drozda: Und damit hätt ma des Problem unserer Partei wieder einmal sehr schön auf den Punkt gebracht!
Ludwig: Ja.
Rendi-Wagner: Genau.
Doskozil: Eh.
Drozda: Und … jetzt?
Doskozil: Wie und jetzt?
Drozda: Na ja, was mach ma jetzt?
Ludwig: Wie wann’s immer drum gehen müsst, dass ma glei was macht.
Doskozil: Richtig. Aber sagen wird mas ja no derfen!
Rendi-Wagner: Richt deinem Herrn Tschürtz einen schönen Gruß aus von mir. Und sag eam: Dream on, Baby!
Doskozil: Gern. Aber der kann sicher kane Fremdsprachen.
Rendi-Wagner: I scho.
Doskozil: Ja. Und zwar nur.

rainer.nikowitz@profil.at