Bischof Schwarz zahlte günstige Miete für Bistumswohnung in Wien

Bischof Alois Schwarz

Bischof Alois Schwarz

Neue Details zur Misswirtschaft im Bistum Gurk.

Dienstag vor Weihnachten setzte das Gurker Domkapitel einen Befreiungsschlag und rechnete mit der Ära des ehemaligen Kärntner Bischofs Alois Schwarz ab, der nach 17-jähriger Amtszeit im Juli als Bischof in die Diözese St. Pölten gewechselt war. Dompropst Engelbert Guggenberger, der interimistisch auch die Diözese Gurk-Klagenfurt leitet, sprach in einem Pressestatement in Klagenfurt von einem „System Schwarz“, das durch Misswirtschaft und die persönliche Abhängigkeit des Bischofs von einer engen Mitarbeiterin geprägt war. Dadurch sei dem Bischofsamt und der Kirche in Kärnten über die Jahre Schaden zugefügt worden. Zusätzlich veröffentlichte das Domkapitel – bemerkenswerterweise gegen den Wunsch der römischen Bischofskongregation – die Zusammenfassung eines Prüfberichts zur Gebarung des Bistums.

2,6 Millionen Euro Verlust

Noch vergangene Woche hatte Schwarz erklärt, der Bericht würde nichts Belastendes beinhalten. Tatsächlich fiel er kritisch aus. So machte das Bistum Gurk 2016 und 2017 insgesamt 2,6 Millionen Euro Verlust, vor allem aufgrund des defizitären Hotel- und Bildungsbereichs. Nicht thematisiert wird im veröffentlichten Kurzbericht ein Haus im Eigentum des Bistums Gurk am Rabensteig in der Wiener Innenstadt. Wie das Magazin „News“ vor einigen Wochen berichtete, soll Schwarz dort zu günstigen Konditionen eine Wohnung angemietet haben. Laut profil-Recherchen in Wiener Immobilien-Wirtschaftskreisen liegt der Richtwertzins für die Wohnung, die mehr als 100 Quadratmeter hat, bei geschätzt 1900 Euro. Allerdings bezahlte Schwarz weniger als die Hälfte davon.

Laut Auskunft einer Sprecherin des nunmehrigen St. Pöltener Bischofs habe Schwarz den Mietvertrag mittlerweile aufgelöst. Wie aus dem Prüfbericht ebenfalls hervorgeht, verstieß Schwarz gegen das Kirchenrecht, indem er Anfang des Jahres 2018 den in den Statuten des Bistums Gurk vorgesehenen, mit Kontroll- und Entscheidungsgewalt ausgestatteten Wirtschaftsrat einfach auflöste und durch einen Fachbeirat mit rein beratender Funktion ersetzte. Was er damit tat, wusste Schwarz ganz genau: Er selbst ist Mitglied im Wirtschaftsrat des Erzbistums Wien.