Ischgl gilt als ein Corona-Hotspot in Österreich

© APA - Austria Presse Agentur

Österreich
06/05/2021

Causa Ischgl: Ermittlungen gegen Tiroler Landesamtsdirektor

In der Causa Ischgl wird Landesamtsdirektor Herbert Forster als Beschuldigter geführt.

von Thomas Hoisl, Jakob Winter

Er ist einer der engsten Vertrauten von Tirols Landeshauptmann Günther Platter, er ist der höchste Beamte Tirols, und er wird als Beschuldigter im Ermittlungsverfahren zur Causa Ischgl geführt: Herbert Forster, Landesamtsdirektor in Tirol, geriet ins Visier der Staatsanwaltschaft Innsbruck – das belegen Ermittlungsakten. Bisher waren nur vier Beschuldigte öffentlich bekannt: der Bürgermeister von Ischgl, der Bezirkshauptmann von Landeck und zwei weitere Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft.

Forster, einst Bürochef von Platter, ist der fünfte Verdächtige – und zweifelsfrei der hochrangigste. Er war maßgeblich für das Corona-Krisenmanagement in Tirol mitverantwortlich. Über ein Jahr lang ermittelte die Staatsanwaltschaft Innsbruck zur Causa Ischgl. Ob tatsächlich Anklage wegen „Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten“ erhoben wird, ist derzeit ein gut gehütetes Geheimnis. Die Staatsanwaltschaft hat ihr Vorhaben vergangene Woche dem Oberlandesgericht mitgeteilt – am Ende entscheidet das Justizministerium.
 

In seiner Einvernahme Anfang April dieses Jahres wurde Forster vor allem zum chaotischen Abreisemanagement aus Ischgl befragt. Damals, am 13. März 2020, reisten Tausende Urlauber, darunter viele Infizierte, völlig unkontrolliert ab, nachdem die Bundesregierung eine Quarantäne für das Tal angekündigt hatte. Forster sagte aus, er sei von der sofortigen Quarantäne-Verhängung durch Bundeskanzler Sebastian Kurz in einer Pressekonferenz überrumpelt worden: „Es war ganz klar nicht so festgelegt, dass die Quarantäne um 14:00  (Zeitpunkt der Pressekonferenz, Anm.) starten soll.“

Der Inhalt der Pressekonferenz sei ihm unbekannt gewesen: „Es ist klar, dass der Bundeskanzler mich nicht fragen wird, was er kommunizieren kann.“ Auch Forsters Anwalt spielt den Ball nach ganz oben: „Das Justizministerium wird  mit dem  Vorhabensbericht entscheiden müssen, inwieweit der Bundeskanzler in die Verantwortung eingebunden  war“, so Albert Heiss zu profil. Mit einer Anklage rechne er nicht.

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