Check-in: Mohammed aus Bagdad

Mohammed möchte bald in die Schule gehen.

Mohammed möchte bald in die Schule gehen.

Flüchtlinge erzählen ihre Geschichte. Diese Woche: Mohammed, 13, aus Bagdad.

Seit drei Monaten lebe ich in Österreich, in der Caritas-Unterkunft in der Bachofengasse. Eigentlich bin ich aus Bagdad im Irak. Das Leben dort war hart für mich und meine Familie, es war Krieg, es war traurig. Menschen wurden umgebracht. Meine Eltern entschieden schließlich, nach Jordanien zu fliehen. Dort lebten wir in einem Haus, und ich ging in die Schule, wo ich auch Englisch gelernt habe.

Mit der Zeit kamen immer mehr Menschen aus dem Irak und Syrien nach Jordanien, und wir beschlossen, meinem Bruder nach Österreich zu folgen. Von der Türkei aus kamen wir über das Mittelmeer nach Griechenland, von dort ging es weiter nach Mazedonien, Serbien und über Kroatien bis nach Österreich. Wir waren nur zehn Tage unterwegs, aber für mich war es eine lange, schwierige Reise.

Check-in: Mohammed, 13, aus Bagdad

Hier in Österreich möchte ich einfach mein Leben leben, Freunde treffen und später einen Job haben. Auch für meine Eltern wünsche ich mir einen Job. Meine Mutter war früher Lehrerin, mein Vater Mechaniker. Ich möchte in die Schule gehen, aber es gibt momentan keinen Schulplatz für mich. Ich muss noch warten. Meine Lieblingsfächer sind Mathe, Physik und Kunst, und ich möchte natürlich Deutsch lernen. Später will ich einmal Zahnarzt werden. Das gefällt mir.

In Wien habe ich schon viele Freunde. Wir schreiben uns auf WhatsApp, und dann holen sie mich zum Spielen ab. Wir spielen Fußball, Tennis, Basketball oder gehen schwimmen. Vielleicht kann ich auch Skifahren lernen, später, wenn ich in die Schule gehe. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass wir in einem Haus leben und ein glückliches Leben führen können. Und, dass wir meinen zweiten Bruder, seine Frau und sein kleines Baby auch nach Österreich holen können - zu uns.