Klaus Knittelfelder („Kronen Zeitung“), Christian Rainer (profil), Martina Salomon („Kurier“), Christoph Huber

Klaus Knittelfelder („Kronen Zeitung“), Christian Rainer (profil), Martina Salomon („Kurier“), Christoph Huber

© Kronen Zeitung/Klemens Groh

Österreich
02/12/2022

Club 3 mit BioNTech-Co-Founder: „Impfpflicht? Man muss neu überlegen“

Christoph Huber ist einer der Gründer von BioNTech. Damit hat er mehr Gewicht als jeder andere Gast von profil im Club 3 bisher.

von Christian Rainer

Wir hatten einen Bundeskanzler zu Gast (inzwischen zurückgetreten), einen Kardinal und Erzbischof von Wien (noch im Amt), Ministerinnen und Minister. Aber ein Club 3-Gast mit dem am wenigsten bekannten Namen hatte den meisten Einfluss auf das Weltgeschehen seit 2020: Christoph Huber stand uns vergangene Woche Rede und Antwort im gemeinsamen TV-Talk von profil, „Kurier“ und „Kronen Zeitung“. Der kosmopolitische Wiener mit Wohnsitz in Tirol war maßgeblicher Gründer von BioNTech und lenkt bis heute als Aufsichtsrat die Geschicke jenes Unternehmens, das die Technologie für mRNA-Impfstoffe entwickelt hat und gemeinsam mit Pfizer das weltweit wichtigste Covid-Vakzin produziert.

Anders als bei Politikern sind Hubers Antworten nicht von Taktik geprägt, er versucht lediglich persönliche Einschätzungen von wissenschaftlicher Gewissheit zu trennen (was ihm zum Glück nicht immer gelingt). Zentrale Frage Nummer eins an den Mann, der Angela Merkel und Sebastian Kurz beraten hat: Ist die Impfpflicht sinnvoll? Huber: „Ich werde mich hüten, auf diese berechtigte Frage eine Antwort zu geben.“  Er tut es dann doch, wenn auch subtil: „Mein Herz hat sich etwas gewandelt. Die Impfpflicht hat Vorteile. Aber mit deutlich weniger krank machenden Virusvarianten muss man neu überlegen.“ Die unwidersprochene Interpretation: Huber war bis vor Kurzem für eine verpflichtende Immunisierung, wegen Omikron und aus Furcht vor einer „gespaltenen Bevölkerung“ will er nun eine neue, entgegengesetzte Entscheidung der Regierung. Die zweite zentrale Frage, damit in enger Verbindung stehend: Kann die nächste Mutation ähnlich ansteckend sein wie Omikron, jedoch mit schweren Verläufen wie Delta? Das hält Huber unabhängig von der Spezifikation der Mutation für nicht wahrscheinlich, weil „die Kombination aus Immunität durch Infektion und Vakzinen sowie die viel bessere medizinische Behandlung“ Grund zu Optimismus gäben.


Die gesamte Weisheit von einem der bedeutendsten Österreicher weltweit – inklusive „Schweden, die weniger schmusen“ sowie Krebsimpfungen schon im Jahr 2025 – im aktuellen Talk.