Franz Küberl
Franz Küberl

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Corona-Schnitzel: Lockdown-Tagebuch von Ex-Caritas-Präsident Franz Küberl
05/01/2020

Corona: Lockdown-Tagebuch von Franz Küberl

Ex-Caritas-Präsident Franz Küberl führte während der Corona-Krise Tagebuch. profil veröffentlicht Auszüge daraus.

Einträge vom 23.3.2020

Zur Kirche fällt einem schon manches ein:

- Zu den Maßnahmen des Staates: Auch jetzt gilt freie Kirche in freier Gesellschaft. Daher ist ein Grundmaß an kritischem Blick erforderlich. Und die Frage, wie Maßnahmen sozialethisch zu beurteilen sind: da ist die beste Bischöfin von allen, Merkel, sehr klar: Herz, Verstand, Solidarität, braucht es. Ihr Bild kann man „herunterbrechen“ und weiterführen: da geht es um Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Kultur, Religion, natürlich auch um die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen. Selbstverständlich ist jede einzelne Person aufgefordert, sich dieser Prinzipien im eigenen Verhalten zu bedienen.

- Die Prinzipien der Katholischen Soziallehre: Personalität, Subsidiarität, Solidarität, Gemeinwohl, Schöpfungsdimension – also Verträglichkeit der Maßnahmen mit diesen Prinzipien - werden wohl mithelfen können. Die Katholische Kirche wird Dialogprinzipien mit den öffentlichen Institutionen breiter beherrschen müssen: zuhören, austauschen, Respekt, nicht immer einer Meinung sein müssen, trotzdem miteinander leben können.

- Dazu gehört auch ein kluger Umgang mit Fehlern. Es wäre undenkbar, in einer Krise, die eine doppelte Unbekannte als Generalbegleiterin hat, keine Fehler zu machen. Also, mithelfen, dass Fehler benannt, aber auch möglichst schnell durch die Fehlererkenntnis zu besseren Krisenmanagement führen. Gewissermaßen braucht es Retardierendes: jeder neue Fehler kann zu neuer Erkenntnis führen. Jeder verdrängte, nicht zugegebene Fehler ist jeweils Untergrabung der eigenen Autorität – das kann auch Instanzen und Strukturen betreffen. Benennen von Fehlern und die Anstrengung des Behebens transparent zu vollziehen, ist Salz der Demokratie. (Und ein wenig Unterschied zwischen Demokratie und Diktatur a la China… ist angebracht).

- Zu einigen Aufgaben kirchlicherseits: Der berühmte Hinweis von Papst Benedikt XVI. in DCE: Papst Benedikt hat als wichtige Aufgabe der Kirche gegenüber der Politik benannt: "Gerechtigkeit zu erlangen… ist eine Frage der praktischen Vernunft; aber damit die Vernunft recht funktionieren kann, muss sie immer wieder gereinigt werden, denn ihre ethische Erblindung durch das Obsiegen des Interesses und der Macht, die die Vernunft blenden, ist eine nie ganz zu bannende Gefahr. An dieser Stelle berühren sich Politik und Glaube." (DCE 28)

- Die Kirche besteht aus einer Vielzahl von Institutionen (sozusagen Vielfalt, nicht Einfalt). Wie kann man ganz unautoritär aber mit Leidenschaft und Augenmaß wichtige Denkaufgaben (die helfenden Hände sind eingespielt, das liegt, wohnt gelebter Gläubigkeit inne…) benennen und innerkirchlich Recherche und Denkaufgaben verteilen, damit die öffentliche Debatte durch kirchliche Beiträge sachgerecht bereichert werden kann? („Bloße“ Moralappelle verkommen mit der Zeit zu Moralismus – und der ist abschreckend)

- Auswirkungen auf bestimmte Lebensfelder: vgl. alleine die Problematik der 24h-Betreuung: die hat bis jetzt funktioniert, weil wir tausende zentraleuropäische Frauen haben, die zu finanziell sehr schleißigen Bedingungen (wir Österreicher sind da ganz schöne Ausnutzer…) die meisten dieser 24h-Betreuung wahrnehmen…(man achte bloß auf die gekürzte Familienbeihilfe, die 2006 bei Einführung der 24h-Hilfe noch als zusätzliches Asset für diese Dienste angepriesen wurde. )

- Es gibt enorm viele Lebensfelder, in denen darauf geachtet werden muss, dass Menschen nicht unter die Räder kommen: Ein-Personen-Unternehmer, Kleingewerbetreibende, Arbeitslose, Zugewanderte, …

- Es geht nicht darum bessere Gewerkschaft, bessere Wirtschaftskammer… zu sein, nein es geht schlicht darum#. dass die kirchlichen Erfahrungen aus diesen Lebensfeldern nicht nur individualethisch, sondern auch sozialethisch betrachtet werden.

- Zurzeit ist die internationale Zusammenarbeit darauf konzentriert, dass viele Staaten – Österreich nicht ausgenommen – im Stile von ICH-AGs agieren. Nachdem es auf nationaler Ebene geschieht, wird das nicht so, sondern als Solidarität empfunden werden. Aber es ist nur ein Teil der Solidarität. In vielen Ländern der Welt kommt für enorm viele Menschen zu ihrem Leid durch Hunger, Krieg, Vertreibung, kein sauberes Wasser … nun auch noch Corona dazu. Auch wenn die Globalisierung wohl reformiert (ein wenig „zurückgefahren“ werden wird), wir bleiben - auch wenn autarkische Initiativen logischerweise stärker werden - international verflochten. Je weniger Scherben jetzt entstehen, desto eher wird man nach der Krise wieder besser zusammenfinden.

- Innere Abstimmung in der Kirche: Wie gelingt es in dieser Krise, dass die Entscheidungsgremien auf allen kirchlichen Ebenen nicht bloß aus ein paar kirchlich beamteten Personen bestehen, sondern einen Check in einer breiteren Form beinhalten. („Synodenmillimeter“)?

- Krisenerkenntnisse: die Überlegung, dass die Welt nach dieser Coronakrise eine ganz andere wäre, halte ich für übertrieben. Viele Verhaltensweisen, die wir kennen und ausüben, werden fröhliche Urständ feiern. Allerdings: für so manche Reformschübe könnten Krisenerkenntnisse wichtig sein: also wird auch unsere Kirche Krisenerfahrungs-Sammelpunkte entwickeln sollen, die festhalten, was jetzt so an Wünschen für eine bessere Zukunft benannt wird. Auch die positiven und negativen Erfahrungen (Krisen bringen bekanntlich rettende Momente – aber auch entsetzliche menschliche Verhaltensweisen hervor) wird man „täglich“ festhalten müssen. Nach einer Krise stürmt alles in die wiedergewonnene Freiheit…

- Ethische Fragen: Triage-Problem, Sterbende und Abschied von ihren Angehörigen, Das Dilemma um den möglichen Kampf um Intensivbetten: Werden Corona-Patienten, denen eine bessere Überlebenschance zugebilligt wird, anderen Patienten, die auf Intensiv liegen, vorgezog? Wie wird es jenen gehen, die in diesen Situationen auf Leben und Tod entscheiden müssen? Wie wird es Angehörigen gehen? Wieviel werden Sie erfahren?

- Wenn es so ist – Gott möge abhüt’n - dass nicht nur alle Intensivbetten belegt wären und die Zahl der Intensivpatienten trotzdem noch steigt, wenn die Zahl der Sterbenden stark ansteigt und man weiß nicht recht, ob bzw. wann das aufhören würde, wenn immer mehr Menschen damit rechnen müssten selbst (vorzeitig) in den Sog dieser Entwicklung gezogen zu werden – wie das dann menschlich, organisatorisch bewältigen, wie dann Leid ertragen, noch trösten, Zukunft atmen können? Wie den unmittelbar Beteiligten beistehen?

- Was ist Freiheit? Auch staatsrechtlich gesehen. „Österreich ist frei“, das legendäre Wort des damaligen Außenministers Figl war der Start zur unabhängigen Republik Österreich am 15.5.1955. Was ist heute eigentlich Freiheit? Wo ist die Grenze der staatlichen Einschränkungen damit nicht der Eindruck entsteht: Bürger „zur Strafe in die Kinderzimmer“? Böse formuliert: Anhaltelager-ähnliche Situation…

- Dazu passt, dass es unter den Mitbürgern nicht wenige zu geben scheint, die jedwede Ausnützung persönlichen Spielraums – z.B. Schöckel gehen als unannehmbar und undenkbar ansehen – es sei ja verboten…(Der Wunsch nach autoritäreren staatlichen Verhaltensweisen kann ja auch darin liegen, dass es jemandem sehr fürbass kommen kann, dass alles was „Fitness“ ist, sowieso zu weit ginge…)*strikte Linie von 65 Jahren als Gefährdungszone? – Ausmaß der Gefährdung? Stigmatisierung. Ähnlich wie der Vorbehalt, dass Ausländer kriminalitätsgefährdender seien als Einheimische?….

- Großelternquarantäne und mögliche Folgen (für Alleinerziehende…)

- Bewegungsfreiheit im Freien: Was ist Anordnung der Vernunft, was ist tolerierte Selbstverantwortung, wo ist Sanktion ansetzbar…

- Lamento von Bürgermeistern, Moralisieren statt Moral (Anti-Ischgl-Haltung), Abwehr von Menschen, die sie vielleicht schon immer Sommer wieder zu Besuch animieren wollen…

- aber staatliche Steuerungen – vgl. Ungarn, kann auch einen Vorwand zur Demontage demokratischer Mechanismen darstellen. Und man könnte nach der Pandemie in autokratischen Strukturen aufwachen. Die Angst vor dem Virus hat Europa gepackt. Es ist aber ein schmaler Grat zwischen angebrachten Maßnahmen und offenem Machtmissbrauch des Staats. (Aus Gazeta Wyborcza, Warschau)

- George Steiner wird in der New York Times (Beilage zum Standard am 23.3.) zitiert: "European sense of death and decay,(= Vergehen, Verblühen einer Zivilisation, „Niedergang“ Anm.) which he called a „self-awareness which, I believe, may well be unique to European consciousness.“ Deep in Christianity and European philosophy was a „tragic finality“ he wrote, adding „ It is as if Europe, unlike other civilizations had intuited(= Intuition, ahnend…) that it would one day collapse under the paradoxical weight of ist achievements and the unparalleled wealth (=Vermögen, Reichtum) and complication of its history“.

- Ökonomen haben über die Dauer der Krise genauso unterschiedliche Vorhersagen wie die Meinungen von Wissenschaftler und Ärzte zu den medizinischen Aspekten von Covid-19. (Diena, Riga)

Einträge vom 25.3.2020

- In der Financial Times schreibt Yuval Harari „The World After Coronarvirus“ zur Krise: "… nach der Krise werden wir eine andere Welt bewohnen." +kurzfristige Notfallmaßnahmen werden zu einem fixen Bestandteil des Lebens +Die Natur von Notfällen ist, dass sie historische Prozesse beschleunigen. Entscheidungen, die sonst Jahre dauern, werden innerhalb weniger Stunden getroffen. +Unreife und sogar gefährliche Technologien werden in den Dienst gestellt, weil die Risiken des Nichtstuns größer sind. +Ganze Länder dienen als Versuchskaninchen in groß angelegten sozialen Experimenten. : home office – Kommunikation nur aus der Ferne, ganze Schulen und Unis gehen online. In normalen Zeiten würden sich Regierungen, Unternehmen und Bildungseinrichtungen niemals bereit erklärn, solche Experimente (flächendeckend, Anm.fk), durchzuführen. +In dieser Krise stehen wir vor 2 wichtigen Entscheidungen: zum einen zwischen totalitärer Überwachung oder Stärkung der Bürger. Zum anderen zwischen nationalistischer Isolation und globaler Solidarität.

* Bernhard Montgomery, britischer Feldmarschall, erließ am 25.März 1945 einen Befehl für seine Truppen, die bereits in Deutschland waren. Zum Umgang mit den Deutschen meinte er, man wolle nicht Rache üben…Man dürfe den Fehler von 1918/19 nicht wiederholen. Im Gegensatz zu damals gelte: „Wir müssen den Krieg gewinnen und den Frieden“. (FAZ, 25.3.20) Ist ein interessantes Bild – abgewandelt auch für die jetzige Krise – weil wir ja nach der Krise auch ein normales, perspektivisches Leben wiedergewinnen sollen – wieviel Fundament von Zukunft legen wir bereits in der Krise?

Umgang mit Hilfe

+ Einige Fragen werden in den Medien heftig debattiert: z.B. hat China früher schon mehr gewusst und zu spät gehandelt - vor allem auch andere Staaten zu spät informiert? Wie verhalten sich Staaten, wenn sie Hilfeleistungen anderer bekommen (z.B. China aus der EU 50t Hilfsmaterial im Jänner), bzw. wenn sie selbst anderen Hilfe leisten? China nach Italien … Wo ist die Coronadramatik ausgebrochen (Wuhan-Wildgeflügelmarkt oder CIA-Attacke auf China, US-Bösartigkeit gegen den Iran, Import aus Italien nach China…)?

*Interessant ist, dass manches, das sich zwischen Staaten abspielt, aus der Hilfserfahrungsliste der Caritas stammen könnte: - die Zahl der in Not geratenen, die sich „rechtzeitig“ an andere wenden, hält sich in Grenzen. Not wird zunächst oft verdrängt, dann verborgen, erst wenn sie überhandnimmt, zu bewältigen begonnen. Das ist der Punkt des persönlichen Realisierens des Dramas. Aber alles möglichst vor Anderen verborgen. Dies kann die Folge des Resignierens beinhalten. Alternative: Im nächsten Schritt beginnt das Erkennen über das Ausmaß und die Auswirkungen von Not, (z.B. Schulden, "Kurz-Halten-Müssen" von Kindern, Schmerzen, Bekannten-Reduktion). Dann entsteht die Situation, dass ich auf die Not aufmerksam machen muss. Und eingestehen, dass ich es selbst nicht mehr bewältigen kann. Und um Hilfe bitten, ersuchen muss. Das ist ein harter Vorgang, die eigene Bewältigungsunmöglichkeit „bekannt“ zu geben. Dazu kommt, dass der Einzelne davon abhängig ist, ob sein Ruf nach Hilfe gehört, gar beantwortet werden kann. Und es gibt nicht selten auch den stummen Schrei nach Hilfe – nicht immer leicht zu hören. Ob es ein Recht, also Kriterien gibt, die Hilfe strukturieren, oder ob es vom Gewissen dessen, der den Hilferuf hört, abhängt, vielleicht Interessen gibt, nicht zu helfen, weil (realer oder sich eingeredeter) Andersbedarf, ideologische Vorbehalte von Regierenden bzw. Bürgern auf die man sich ausreden kann

- Natürlich gibt es Notsituationen, die öffentlich stattfinden: Unfall, Betteln, Elementar-Katastrophen (Erdbeben, Überschwemmung, Feuer), die Hilfe leichter annehmen und auch anbieten lassen. Da entstehen auch relativ rasch Kriterien für die Verteilung von Hilfe.

- Spannend ist auch die Frage, ob bzw. welches Dankbarkeitsverhalten von den Begünstigten, denen in einer Notsituation geholfen wird, erwartet wird. Oder ob Hilfe der Beglänzung des Eigenen dient.

- Zwischen Staaten spielen sich diese Mechanismen ganz ähnlich ab. Auch beim Corona-Virus. Allermeistens ist das Erkennen der Not auch für Staaten ein komplexer Vorgang. Fast alle Staaten – auch Österreich – brauchen lange, bis sie Bewältigungsnotwendigkeiten nicht verdrängen, sondern umsetzen. Das kann mit Staatsverständnis zu tun haben (vgl. China: erst, wenn das Politbüro der Partei die Not erkennt - auch weiß, welches Propagandakonzept es braucht - entsteht Handlungsmöglichkeit), auch dass Regierungen in Demokratien Zeit brauchen, bis die Hilfsnotwendigkeiten von „genügend“ Bürgern erkannt wird (Ausmaß der Katastrophe muss sichtbar werden, Zahl der Betroffenen muss steigen …) Hilfeersuchen sind immer Eingeständnisse von eigenem Unvermögen, eine Krise zu bewältigen. Das kann aus ideologischen, auch nationalistischen Erwägungen eine große Rolle spielen (vgl. Iran..). Es kann auch Regierungsschämen geben, weil zu schwache Vorsorgestrukturen nur zu schwache Hilfeleistungen zu Stande bringen. Noch dazu könnten Fehler der Vergangenheit ins Licht rücken, die das regierende Milieu bei den Bürgern in Misskredit bringen könnten. Und Verleugnung von Not (vgl. Brasilien, Iran ... ) bringt auch im staatlichen Bereich Entsetzlichkeiten zum Ausbruch. Verängstigte Bürger, Zorn, Wut, Enttäuschung, Zusammenbrüche, unkontrollierbare Ansteckungsvorgänge, Tote sonder Zahl. Ergebnis: bei rascherem Handeln wäre Harmreduktion und Opferzahl bei den Bürgern geringer – und das wissen die Bürger auch.

- Das simpelste, das man weiß, dass Solidarität immer dann ausgeübt wird, wenn einer dem anderen hilft, die Not zu begrenzen, gar zu bewältigen und dabei zu erkennen, dass dies auch ihm selbst helfen kann („Nur wenn es meinem Nachbarn gut geht, geht es mir gut" - rumän. Sprichwort, global einsetzbar). Und (daher) damit rechnen kann, dass ihm, wenn er in Not gerät, auch geholfen wird. Und der, dem jetzt in der Not geholfen wird, das auch weiß. Das wäre dann das Prinzip der „sozialen“ Versicherung – durchaus angelehnt daran sind ja viele Versicherungsformen, die es öffentlich gibt, um Risiken Einzelner (Kranken, Dürre, Arbeitslosigkeit, Alter, Pflege….) solidarisch zu mildern.

- Mir ist bewusst, dass Einzelne in diesen Fragen überfordert sein können, auch weil Menschen in Not nicht frei sind. Nein, die Zwangslage kann ihre Verhaltensweisen einengen. Bei Staaten wäre ich kritischer: da muss es immer Verantwortliche geben, die allzu kleinkarierten, egoistischen Verhaltensweisen entgegentreten können. Und die Einstellung, dass Hilfe immer nur davon abhängt, dass Menschen in Not geholfen wird, ihre Lebensdramen besser zu bewältigen. Und nicht Vorteile aus Hilfeleistungen, Machtzugewinne, Ziel von wirksamer Hilfe sein können. Denn auch Staaten können durch Katastrophen in Unfreiheit abgleiten. Das alles ein wenig in Hilfsüberlegungen einzubauen, wäre ein wichtiger Lernprozess.

- Übrigens, bei der Not einzelner Menschen geschieht wirksame Hilfe immer dann, wenn mehrere Helfende zusammenhelfen, weil Wissen, Ressourcen, Kapazität einander zu Gunsten des Hilfe Brauchenden multiplizieren. Und diese Erkenntnis hilft innerstaatlich, wenn es um die großen Hilfen geht, natürlich auch bei globalen Epidemien. Man muss halt durch das Nadelöhr des Nachdenkens durchgehen … * Nachdem in vielen Entwicklungsländern das Corona-Drama ankommt, ist es unbedingt notwendig, dass die trotz alledem noch reicheren Teile der Welt mithelfen, dass die Pandemie tatsächlich weltweit eingedämmt werden kann. Eine Überlegung könnte ja sein, dass EU-weit vereinbart wird – unter Beteiligung Österreichs – dass 0,7 % des Geldes, das zur Abfederung von ökonomischen Folgen der Krise im jeweiligen Inland verwendet wird, für Eindämmungsprojekte in Entwicklungsländern zur Verfügung gestellt werden. Das könnte uns sogar direkter zugutekommen.

* Die wirtschaftlichen Maßnahmen „Corona-Rettungspakete“ nehmen weltweit ungeheure Formen an. (Ein Caritas-Schelm, wer denkt, dass in manchen Fragen der Armutsbekämpfungen schon mit geringeren Mitteln viel getan hätte werden können…) Die Schwierigkeit der Bewertung der Wirksamkeit, die Frage nach nachvollziehbaren Kriterien, das Erreichen der „wirklich“ Bedürftigen (Sehnsuchtskriterium vieler Menschen für Hilfe zugunsten in Not geratener Menschen in Überflusszeiten) – bei rund 300.000 Einzelunternehmen (reale „Ich-AGs“ aus wirtschaftlicher Notwendigkeit) wird komplex. Ungerechtigkeiten in der Verteilung werden vorkommen. Konflikte daraus werden schwer bewältigbar werden, aber es wird Strukturen und Mechanismen brauchen. Damit nicht der Eindruck entsteht, dass die Einen sich’s richten können, weil sie die Richtigen kennen, und die anderen dumm sterben müssten, weil sie niemanden kennen. Ich benenne nur den möglichen Zugangs Unterschied, ob ein Einpersonenunternehmen aus einem Inländer besteht oder aus einem Zugewanderten. Aber auch das Dilemma, dass gut organisierte Branchen mit ihren WK- und ÖGB-Kontakten leichter zu Förderungen kommen, denn andere…

* Vielleicht ist es wichtig, dass man auch kirchlich in diesen Fragen so sortiert ist, dass man, wenn notwendig, sachgerecht Vorschläge, Kritik, Reflexion anbieten kann.

* Ist eine Stundung von Kirchenbeiträgen österreichweit durchdacht und abgeklärt?

* Für die Zeit nach der Krise: Vielleicht ist es Eulen nach Athen tragen, aber: können kirchliche Institutionen Bauvorhaben und andere Investitionen im Kleingewerbebereich einfädeln? Wie viel davon kann, muss man jetzt vorbereiten – oder ist vieles davon eh schon in den Schubladen der Bauämter und Pfarren und Orden…

* Herbert Meßner hat in seiner Sonntagsblatt-Kolumne über Ich-AG und die mögliche Ablöse dieser durch eine „WIR-GmbH“ (Gesellschaft mit beflügelnder Hoffnung) geschrieben.

Anmerkung: Die folgenden Textauszüge aus Franz Küberls Tagebuch wurden wortwörtlich übernommen und nicht redaktionell bearbeitet.

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