Eurofighter: EADS-Berater wollte Kapsch als Rapid-Sponsor vorschieben

Eurofighter: EADS-Berater wollte Kapsch als Rapid-Sponsor vorschieben

Kapsch sollte 2002/2003 als „Trojan für die EADS“ auftreten – im Abtausch für Kompensationsgeschäfte.

profil veröffentlicht in seiner Montag erscheinenden Ausgabe weitere Details zum Sponsoring des SK Rapid Wien durch EADS Deutschland. Laut profil vorliegenden Dokumenten sollte ursprünglich nicht der Rüstungskonzern selbst, sondern die österreichische Kapsch-Gruppe Rapid sponsern – und im Gegenzug an Eurofighter-Kompensationsgeschäften partizipieren. Dies geht aus Konzepten und E-Mails des 2015 verstorbenen FPÖ-Kommunikationschefs und EADS-Beraters Kurt Lukasek hervor. Lukasek empfahl EADS bereits im Sommer 2002, den Verkehrstechnik-Anbieter Kapsch TrafficCom als „Trojan für die EADS“ einzusetzen.

profil liegt auch der Entwurf eines Sponsoringvertrages zwischen Rapid und Kapsch TrafficCom vom Jahreswechsel 2002/2003 vor , demzufolge Kapsch 2003 eine Million Euro an Rapid überweisen hätte sollten. Dazu kam es aber nicht. Kapsch erklärte in einer Stellungnahme an profil: „Kapsch TrafficCom interessierte sich zu dieser Zeit im Zuge der Ausschreibung für die Vergabe der deutschen Maut. Die Möglichkeit auf Kompensationsgeschäfte in Zusammenarbeit insbesondere mit EADS erschien uns daher die Chancen im Wettbewerb um das deutsche Mautprojekt zu erhöhen. So kam es unter anderem zu Gesprächen mit EADS wie auch mit DaimlerChrysler Services.

Da sich diese potenziellen gemeinsamen Kompensationsgeschäfte allesamt zerschlugen, wurde keinerlei Gegengeschäft von Seiten Kapsch realisiert.“ Laut dem Unternehmen „trat der SK Rapid an Kapsch mit dem Vorschlag eines Sponsorings heran. Da Kapsch traditionell seinen Fokus im Sponsoring auf den Kunst- und Kulturbereich legt, wurde dieses Ansuchen vom CEO Mag. Georg Kapsch abgelehnt.“