Ex-Jagdkommando-Soldat in Libyen festgenommen

Ex-Jagdkommando-Soldat in Libyen festgenommen

Spionageverdacht gegen einen früheren Elitesoldaten im Dienste einer Sicherheitsfirma: Ex-Jagdkommando-Soldat wurde nach Geheimdiplomatie freigelassen. Mehrere österreichische Bundesheer-Veteranen sind in Libyen noch im Einsatz

Geheimdiplomatie bewahrte einen österreichischen Staatsbürger vor dem Zugriff der libyschen Justiz mit möglicherweise fatalen Folgen. Der Mann war bereits im Juni gemeinsam mit einem Franzosen in der Stadt Al-Baida im Nordosten Libyens wegen Spionageverdachts festgenommen worden.

Die beiden hatten GPS-Geräte mit sich geführt, waren allerdings unbewaffnet. Laut profil-Informationen handelt es sich bei dem Österreicher um einen ehemaligen Soldaten des Jagdkommandos des Bundesheers, der im Sold der privaten Sicherheitsfirma Argus Security Projects steht. Das auf Zypern domizilierte Unternehmen wickelt in Libyen seit 2011 den Objekt- und Personenschutz für diverse EU-Delegationen wie die zivile Grenzschutz-Mission EUBAM (EU Border Assistance Mission) ab. Nach heftigen Interventionen unter Einbindung der österreichischen Botschaft in Tripolis wurde der frühere Elitesoldat nach zweieinhalb Wochen in Gefangenschaft wieder freigelassen und anschließend nach Österreich ausgeflogen, wo er sich derzeit aufhält. Ein EU-Mitarbeiter in Tripolis bezeichnete die Festnahme gegenüber profil als „Missverständnis“. Der Österreicher habe als Personenschützer eine internationale Delegation in offizieller Mission begleitet. Im Wiener Außenamt wollte man den Fall nicht kommentieren.

Nach profil-Informationen diente ein weiterer Österreicher, Helmut K., in der Vergangenheit als Country-Manager für Argus Security in Libyen und rekrutierte wiederholt ehemalige Jagdkommando-Soldaten für das Unternehmen.

(Red.)