Flüchtling verhinderte "größere Tragödie"

Faksimile des Dankesschreibens der Botschaft

Faksimile des Dankesschreibens der Botschaft

Der Afghane, der Anfang März eine Familie niederstach, wäre beinahe in das Institut Francais eingedrungen. Ein Security aus dem Irak stoppte ihn.

Die Messerattacke des 23-jährigen Jafar S. auf der Wiener Praterstraße hätte eine noch größere und internationale Dimension annehmen können. Wie profil herausfand, wollte der Afghane, der am Abend des 7. März auf eine dreiköpfige Familie einstach und den Vater lebensgefährlich verletzte, in das Gebäude direkt vor dem Tatort eindringen. Dort ist unter anderem das Institut Francais beheimatet, das offizielle Sprach- und Kultur-Institut Frankreichs. Der junge Security Jalal Osama A. stemmte sich mit aller Kraft gegen die Eingangstüre und konnte so das Eindringen des rasenden Mannes verhindern. Im Gebäude hielt sich an diesem frühen Abend offenbar eine kritische Zahl an Personen auf, denn wie es in einem Dankesschreiben des französischen Botschafters an den Wachmann und seine Firma heißt, "konnte so eine größere Tragödie verhindert werden".

Wie Jafar S. hat auch der junge Wachmann Asyl-Hintergrund. Sein Vater flüchtete 1999 aus dem Irak nach Österreich holte Frau und Sohn 2003 nach. Künftig werden er und seine Kollegen im Dienst eine stichsichere Weste tragen. Darum bittet der Botschafter die Sicherheitsfirma Sodexo im Schreiben. "Dieses dramatische Ereignis hat die Wichtigkeit verstärkter Sicherheitsmaßnahmen unter Beweis gestellt."

Dass die Messerattacke aus politischen Gründen gegen Frankreich gerichtet war, schließt ein Botschaftssprecher unter Berufung auf die Polizei aus.