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profil-Morgenpost
05/17/2021

Gestern Machismo, morgen Kunst!

Rückblicke, Einblicke und Ausblicke: Den „interessanten“ Zeiten, in denen wir leben, gehen die Überraschungen nicht aus.

von Stefan Grissemann

Guten Morgen!

Wenn ich Ihnen hier und heute die freundliche Floskel vom guten Morgen übersende, dann soll das diesmal auch heißen: Morgen wird gut. Also nicht bloß der Morgen, den Sie gerade erleben, sondern tatsächlich: morgen. Mittwoch. Denn an jenem denkwürdigen Tag werden weite Teile der Kultureinrichtungen ihren Betrieb wieder aufnehmen können. Nach fast sieben Monaten erzwungener Sendepause für nahezu alle Kreativinstitutionen dieses Landes ist das schon ein bisschen aufregend, auch wenn die Wiedereröffnung eines so lange lahmgelegten Kulturbiotops, wie die profil-Kulturredaktion in einer Geschichte im aktuellen Heft argumentiert, nicht ohne Reibungsverluste und Strukturprobleme vonstatten gehen wird.

Aber es liegt schon so nahe: Nur noch einmal schlafen, ehe man zum Beispiel wieder ins Kino gehen können wird. Kino? Die ganz Jungen unter uns werden sich vielleicht nur noch dunkel daran erinnern können, aber Kino, das war eine Einrichtung, in der man früher sehr konzentriert gemeinsam Filme betrachten konnte. Nein, ganz anders als bei Netflix! Ohne Cursor, ohne Wiedergabe-Geschwindigkeitsänderung und ohne „Einleitung überspringen“! Doch, das hatte auch Vorteile!

Jubiläum!

Haben Sie gestern übrigens der tragikomischen Ereignisse gedacht, die vor exakt zwei Jahren die rechtskonservative Koalition aus Volkspartei und Freiheitlichen gesprengt haben? Die Veröffentlichung jenes mit versteckter Kamera gedrehten Videos, das Heinz-Christian Strache und Johann „Joschi“ Gudenus dabei zeigt, wie sie im Beisein einer fingierten Oligarchennichte im Juli 2017 in einer spanischen Finca feuchtfröhlich ihre grundsätzliche Aufgeschlossenheit gegenüber Korruption, Machtmissbrauch und der möglichen Destabilisierung überschätzter demokratischer Abläufe demonstrieren, ließ in Österreich bekanntlich keinen Stein auf dem anderen.

Am 18. Mai 2019 ließ Vizekanzler Strache im Rahmen einer Pressekonferenz, die uns erneut mit too much information aus dem Strache’schen Libidohaushalt behelligte („... alkoholbedingtes Macho-Gehabe, mit dem ich, ja, wahrscheinlich auch die attraktive Gastgeberin beeindrucken wollte ...“), Amt und Unwürden hinter sich. profil hat sich an diesem Thema und seinen zahlreichen, bis in die Gegenwart reichenden Tangenten (Stichwort: „Ibiza“-Untersuchungsausschuss) naturgemäß bereits abgearbeitet, wir werden uns damit dennoch, auf recht überraschende Weise, in der – wegen der Pfingstfeiertage bereits am kommenden Freitag erscheinenden – nächsten Ausgabe dieser Zeitung noch einmal befassen. Dies nur als Vorwarnung.

Einen vorfreudigen Dienstag wünscht Ihnen die profil-Redaktion!

Stefan Grissemann

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