PETER GEWITSCH (93) IN HAIFA: Die Familie war zionistisch eingestellt. Gewitsch kam schon im Juli 1938 nach Palästina.
PETER GEWITSCH (93) IN HAIFA: Die Familie war zionistisch eingestellt. Gewitsch kam schon im Juli 1938 nach Palästina.

© Christa Zöchling

Österreich
01/25/2020

Die letzten Holocaust-Zeugen

Noch leben Altösterreicher in Israel, die selbst bezeugen können, was der Holocaust bedeutet hat. Sie sprechen von ihrer verratenen Liebe zur Heimat, ihrer Odyssee übers Meer und über eine Sehnsucht, die immer währt: Gerüche, Landschaften und die Sprache der Kindheit. profil hat die alten Frauen und Männer in Tel Aviv, Jerusalem und Haifa besucht.

von Christa Zöchling

Robert Perels spricht sanft und kraftvoll zugleich. Die Stimme ein Nachhall vergangener Zeiten. In ihr klingen die Wiener Kaffeehäuser und das Burgtheater, die Händler in der Leopoldstadt, die jiddischen Lieder und frommes Shabbat-Gemurmel. Alle Israelis, die aus Österreich stammen, sprechen dieses Deutsch: melodisch und bildhaft, mit altmodischen Wörtern gespickt. Sagt man heute noch „Gschrapp“? fragt Dany Shefy, der einst als Erwin Spitzer in der Josefstadt auf die Welt gekommen ist.

Die Perels waren schon vor 200 Jahren in Wien. Der Urgroßvater ruht in einem prächtigen Grab am Wiener Zentralfriedhof. „Der beste und edelste Mensch“, so lautet die goldene Inschrift. Wodurch hat er sich seinen Ruf erworben? „Keine Ahnung“ sagt Robert Perels, geboren am 7. August 1937. „Wen soll ich fragen?“. Der Holocaust hat auch das Familiengedächtnis zerstört.

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