Horten, Ortner & Co.: Profitierten ÖVP-Spender?

Heidi Goëss-Horten

Heidi Goëss-Horten

Orden, Jobs und Förderungen: Mehrere vermögende Gönner der ÖVP profitierten in zeitlicher Nähe zu ihren Spenden von staatlichen Entscheidungen.

An sich geht es niemanden etwas an, was Millionäre und Milliardäre mit ihrem Vermögen anstellen. Doch nun häufen sich Berichte, dass mehrere Großspender der ÖVP von Entscheidungen der öffentlichen Hand profitierten. Die Opposition spekuliert über Zusammenhänge, die freilich nicht erwiesen sind. Dass einige Gönner ihre Zuwendungen stückelten, um der sofortigen Veröffentlichungspflicht zu entgehen, verstärkt den Eindruck der schiefen Optik. Ein profil-Überblick.

Heidi Goëss-Horten (Milliardärin)

Spenden an ÖVP: 931.000 Euro (2018 und 2019)
Im November 2018 wurde sie von Minister Gernot Blümel (ÖVP) mit dem Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet.

Teresa Pagitz (Touristikerin)

Spenden an ÖVP: 30.000 Euro (2017 bis 2019)
2018 wurde Pagitz in den Aufsichtsrat der ÖBB berufen.

Klaus Ortner (Hauptaktionär des Baukonzerns Porr)

Spenden an ÖVP: 1.049.000 Euro (2017 bis 2019)
Die Tochter von Klaus Ortner, Iris, wurde von der Regierung Kurz in den Aufsichtsrat der neu geschaffenen Staatsholding ÖBAG berufen.

Stefan Pierer (KTM-Eigentümer)

Spenden an ÖVP: 436.000 Euro (2017)
Für das KTM-Museum „Motohall“ wurden 1,8 Millionen Euro aus dem Topf der oberösterreichischen Kulturförderung lockergemacht.

Drogeriekette Müller

Spenden an ÖVP: 45.000 Euro (2019)
Im Jahr 2018 wurde Erwin Müller (Foto unten) vom damaligen Bundeskanzler Sebastian Kurz mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen mit dem Stern ausgezeichnet.

Peter Mitterbauer (Industrieller)

Spenden an ÖVP: 343.000 Euro (2017 bis 2019)
Bei den Nationalratswahlen 2017 kandidierte seine Tochter Maria Niss auf Platz zwei der Wiener ÖVP-Liste und sitzt seither im Nationalrat. Für die Wahl Ende September wurde sie erneut auf den zweiten Landeslistenplatz gereiht.